Der junge Martin Luther besucht Rom

im Jahr 1510


Sächsisches Realienbuch, Seite 67
Im Jahr 1510 wurde Luther in Ordensangelegenheiten
nach Rom geschickt. Er trat die Reise mit großen Erwartungen an, fand sich aber
sehr getäuscht, als er die Sittenlosigkeit der Geistlichen aus eigener Anschauung
kennen lernte. Mit Abscheu sah er, wie sie mit dem Allerheiligsten Spott trieben
und die Messe gedankenlos herplapperten. Das erfüllte ihn mit tiefem Schmerz,
hielt ihn aber nicht zurück, alle Satzungen der Kirche treu zu erfüllen. So rutschte
er z. B. demütig auf den Knien die Pilatusstiege hinauf, um den daran geknüpften
aus: "Sächsisches Realienbuch", 1920, Seiten 67 und 68
Sächsisches Realienbuch, Seite 68
Ablass zu erlangen. „Nicht
tausend Goldgulden
wollte ich nehmen“, sagte
Luther später von dieser
Reise, „dass ich Rom nicht
sollte gesehen haben. Ich
müsste sonst immer be-
sorgen, ich täte dem Papst
Gewalt und Unrecht. Aber
was wir sehen, das reden wir!“
Pontius Pilatus verurteilte als römischer Präfekt der Provinz Judäa Jesus von Nazaret zum Tod am Kreuz.

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