Auf der Mülltonne?

Wir bleiben nicht gut,
wenn wir nicht immer besser zu werden trachten.

Gottfried Keller (1819 - 1890),
Schweizer Dichter und Politiker



Buchtipps   -->   1   2


... Freunde haben mich bereits gewarnt, lass bloß die Finger von diesen Berufsschulen. Die Schüler dort sind wahre Monster. Die kauen dich zu Brei und spucken dich an. Denk an den Film "Die Saat der Gewalt", in dem ein Lehrer sagt: "Die Berufsschulen sind die Mülltonnen des Schulsystems und die Lehrer nur dazu da, auf den Deckeln zu sitzen."
Schau dir den Film an, und du läufst schreiend davon.

Francis "Frank" McCourt (1930 - 2009), irisch-amerikanischer Autor
in: Ein rundherum tolles Land, Seite 314



Festrede der Lehrbeauftragten anlässlich der Zeugnisausgabe an die Fachlehrer am 2. März 2009

Lehrer ist ein ausgesprochen wichtiger Beruf. In der Schule wird nicht nur Wissen weitergegeben, sondern auch die Persönlichkeit der Schüler geformt. Ein Lehrer hat die Funktion, die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und erbrachten Leistungen auf ihre spätere Rolle in der Gesellschaft vorzubereiten. Er muss also weitaus mehr leisten, als nur Lerninhalte zu vermitteln. Der Lehrerberuf hat generell seine Vorteile. Das sind angenehme Arbeitszeiten und die Lehrer können ihre Vor- und Nachbereitungen oft flexibel einteilen. Die Bezahlung ist gut, die Rente ist sicher und man erhält Vergünstigungen auf Lehrmaterialien wie Bücher und Software. Außerdem kann eine private Krankenversicherung für Lehramtsanwärter und Beamte abgeschlossen werden. Die Verbeamtung ist ein großer Wunsch der meisten Lehrer, da mit ihr einige Vorteile verbunden sind. Doch die Schattenseiten des Berufes dürfen nicht vergessen werden. Egal ob Pädagoge in der Grundschule, an der Berufsschule oder an der Universität: In der (Frei-)Zeit müssen sie ihren Unterricht vorbereiten, Klausuren kontrollieren und Lehrmaterialien ausarbeiten. Obendrein ist das Lehrerdasein mit viel Stress verbunden und in den Schulen herrscht oft ein hoher Lärmpegel, weshalb dieser Beruf besonders Burn Out gefährdet ist. Man muss auch mit verhaltensauffälligen Schülern professionell umgehen und darf dabei den schulischen Handlungsrahmen nicht verlassen.


Pädagogik

Unterrichtshilfen zur Pädagogik


Geschichte der Pädagogik


Hinweise zur mündlichen Prüfung



Zeichnung 'Tanz auf dem Seil' von Tomas Freitag
Zeichnung: Tomas Freitag

Das Arbeiten in dieser, wie in jeder anderen BVJ-Klasse ähnelt einem Balanceakt mit einem Windspiel, einem Mobile, bei dem die einzelnen Elemente unsichtbar miteinander verbunden sind und auf jeden Windhauch mit unruhigen Bewegungen reagieren. Ein Balanceakt auf einem Drahtseil.
Das Seil beginnt im September und endet im Juli. Die Richtung ist unumstößlich vorgegeben. Ich bin der Artist, der versucht, auf dem Seil in Richtung Juli zu balancieren. Über mir halte ich eine Stange, die all die sich auf dem Weg Befindlichen unsichtbar miteinander verbindet. Diese Stange ist die Klasse. Die Klasse besteht aus einzelnen Schülern, die sich je nach Entwicklung, Reife, Vorkenntnis, sozialer Prägung, ... lose auf der Stange Platz suchen. Die Schüler können sich auf dieser Balancestange frei bewegen. Zum Beginn unserer Reise über das Seil ist es meine Aufgabe, die Klasse in Balance zu bringen und diese zu halten. Aber schon bald muss jeder Einzelne lernen, sich so zu bewegen, dass dieses zerbrechliche, hoch komplizierte soziale Gebilde Bestand hat und alle sicher im Juli ankommen. Es ist mir nicht möglich, oder nur mit übermäßigem Kraftaufwand, die Stange allein auszubalancieren und bis ans erfolgreiche Ende zu bringen.
Wenn nach dem ersten Viertel der Strecke nicht die Mehrheit der Schüler daran mitarbeitet, kann das ganze Windspiel in sich zusammenstürzen.
Wenn einzelne Schüler sich zu weit an den Rand dieses unstabilen Systems wagen, dann laufen sie Gefahr abzustürzen. Dies kann ich allein nicht verhindern. Denn es ist leicht möglich, beim Retten eines Einzelnen, der sich leichtsinnig in Gefahr begibt, dass die ganze "Mission" scheitert.

Thomas Börner, Fachlehrer am BSZ für Technik und Wirtschaft in Freiberg
in: Schriftliche Arbeit zum Erwerb der Lehrbefähigung, Seite 1, Mai 2008



zurück zur Startseite