Geschichte der Pädagogik

621 v. u. Z. Der athenische Gesetzesreformer Drakon (geboren um 650 v. u. Z.) stellt alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Selbstjustiz und Blutrache werden abgeschafft.
530 v. u. Z. Sparta ist stärkste Militärmacht in Griechenland
509 v. u. Z. Gründung des Römischen Reiches
330 v. u. Z. Die Bibliothek von Alexandria (Hauptstadt des Ptolemäerreiches) wird gegründet. Sie ist die bedeutendste Bibliothek des klassischen Altertums.
105 u. Z. Der Chinese Tsai-Lun (50 - 121 u. Z.) erfindet das Papier.
13.11.354 Augustinius von Hippo (354 - 430), einer der bdeutendsten christlichen Kirchenlehrer und Philosophen zwischen Antike und Mittelalter, wird geboren.
27.2.425 Die Universität Konstantinopel wird gegründet. Vom Staat besoldete Dozenten unterrichten u. a. in den Fächern Philosophie, Recht, Medizin, Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Musik, Rethorik, lateinische und griechische Sprache.
um 700 In Indien wird die Ziffer Null eingeführt. Damit wird die Bildung des Dezimalsystems und der modernen Mathematik ermöglicht.
782 - 796 Der Angelsachse Alkuin (735 - 804) übernimmt die Leitung der Hofschule in Aachen und wird Schöpfer des fränkischen Schulwesens. Der Hof des Frankenkönigs Karl des Großen (747 - 814) ist das geistige Zentrum Europas.
993 Blüte der Hildesheimer Domschule unter Bischof Bernward von Hildesheim (960 - 1022)
1133 Hugo von Saint Viktor (1097 - 1141) wird Leiter der Klosterschule von St. Victor in Paris.
1183 Gründung der Domschule zu Meißen
1205 Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts St. Afra in Meißen
1225 In Palermo veranstaltet Kaiser Friedrich II. (1194 - 1250) einen Mathematiker-Wettstreit, den Leonardo Fibonacci (1180 - 1241) gewinnt.
1248 Albertus Magnus (1200 - 1280) wird Leiter der gerade gegründeten Kölner Klosterschule, aus der 1388 die Universität zu Köln hervorgeht.
1261 Gründung der städtischen Schule in Lübeck
7.4.1348 Der deutsch-römische und böhmische König Karl IV. (1316 - 1378) gründet in Prag die Karls-Universität mit den vier Fakultäten Philosophie, Medizin, Recht und Theologie. Die Lehrkräfte und Studenten werden nach ihrer Herkunft in vier Nationen geteilt: Böhmen, Bayern, Sachsen und Polen. Da die meisten deutscher Herkunft sind, gilt die Karls-Uni als älteste Universität im Heiligen Römischen Reich.
12.3.1365 Gründung der Universität Wien (zweitälteste Universität im Heiligen Römischen Reich)
1386 Gründung der Ruprecht-Karls-Universität von Heidelberg (drittälteste Universität im Heiligen Römischen Reich)
1388 Gründung der Universität von Köln
1392 Gründung der Universität von Erfurt
1409 Jan Hus (1369 - 1415) schaltet den ausländischen Einfluss an der Prager Universität aus. Darauf ziehen etwa 1000 deutsche Professoren und Studenten nach Leipzig und gründen die Universität von Leipzig.
1419 Gründung der Universität von Rostock
1456 Gründung der Universität von Greifswald
1457 Gründung der Universität von Freiburg im Breisgau
1462 Peter Luder (1415 - 1472) initiiert mit seiner Antrittsrede an der Universität Leipzig den Humanismus in Deutschland.
1476 Gründung der Universität von Mainz
1477 Gründung der Universität von Tübingen
23.5.1526
In seiner Festrede zur Einweihung der Oberen Schule St. Egidien in Nürnberg, die als Urform des deutschen Gymnasiums gilt, zeigt der "Lehrer Deutschlands" Philipp Melanchthon (1497 - 1560) den Wert der Wissenschaft für den Staat auf. Philipp Melanchthon
1543 Gründung der ersten Fürsten- und Landesschule in Sachsen durch Kurfürst Moritz von Sachsen (1521 - 1553) in den Gebäuden des Augustiner-Chorherrenstifts St. Afra
1618 Wolfgang Ratke (1571 - 1635) richtet in Köthen (Anhalt) Schulen für Knaben und Mädchen ein.
1619 In Weimar wird die Schulpflicht eingeführt. Es folgen Gotha (1640), Württemberg (1649) und Kleve (1662).
1657 Die Didactica magna ("Die große Didaktik") des tschechischen Philosophen Jan Amos Komensky (auch: Comenius, 1592 - 1670) wird erstmals veröffentlicht.
28.9.1717 König Friedrich Wilhelm I. von Preußen erlässt eine königliche Verordnung zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht.
1743
In Dresden gründet Johann Georg Ehrlich
das nach ihm benannte Ehrlichsche Gestift.
Johann Georg Ehrlich
1747 Johann Julius Hecker (1707 - 1768) eröffnet in Berlin mit der ökonomisch-mathematischen Realschule einen neuen Schultyp.
1748 gründet er in Berlin das erste Lehrerseminar in Preußen.
6.5.1754 Dorothea Erxleben (1715 - 1762) erwirbt an der Universität Halle/Saale als erste Frau Deutschland den Dr. med.
12.8.1763 Der König von Preußen Friedrich II. (1712 - 1786) erlääst das Generallandschulreglement zur Entwicklung des preußischen Volksschulwesens.
1770 Der Abbé de l´Epée (1712 - 1789) eröffnet in Paris die erste private Taubstummenschule. Finanziert wird die Schule aus dem Privatvermögen des Abbés sowie durch Spenden.
1773 Mit der Gründung einer Dorfschule in Reckahn (südlich von Brandenburg an der Havel) beginnt der Gutsherr und Pädagoge Friedrich Eberhard von Rochow (1734 - 1805) seine Landschulreform in Preußen.
1773 Gottlieb Konrad Pfeffel (1736 - 1809) eröffnet in Colmar eine protestantische Erziehungsanstalt für Knaben.
1774 Valentin Hauy (1745 - 1822) gründet in Paris die erste Schule für blinde Kinder.
Dezember 1774 Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) eröffnet in Dessau eine „Pflanzschule der Menschheit“, in der Kinder verschiedener Herkunft im aufklärungspädagogischen Gedankengut erzogen werden sollen.
1778 Samuel Heinicke (1727 - 1790) eröffnet in Leipzig die erste deutsche Taubstummenanstalt. Es ist eine staatliche Schule.
1779 Erstmals wird an einer deutschen Universität ein Lehrstuhl für Pädagogik besetzt. An die Universität Halle wird Ernst Christian Trapp (1745 - 1818) berufen.
1787 In der alten Badergasse (heute: Seminarstraße 11) in der Dresdener Friedrichstadt wird das erste sächsische Lehrerseminar eröffnet.
1800
Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827) gründet ein Erziehungsinstitut in Burgdorf und entwickelt eine eigene Unterrichts- und Erziehungsmethode, die er in seinem Werk "Wie Gertrud ihre Kinder lehrt" theoretisch begründet. Johann Heinrich Pestalozzi
1805 Begeistert von Pestalozzis Methodik eröffnet der deutsche Reformpädagoge Johann Ernst Plamann (1771 - 1834) in Berlin die Plamannsche Erziehungsanstalt, die auch das Turnen und die körperliche Abhärtung pflegt.
1809 Johann Friedrich Herbart (1776 - 1841) wird als Professor für Philosophie und Pädagogik an die Universität Königsberg berufen.
1809 Der preußische Kultusminister Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835) legt seinen Entwurf eines dreistufigen Schulsystems (Elementarschule, Gymnasium und Universität) vor. 1810 führt er das Lehrerexamen ein und schafft damit den Berufsstand des Gymnasiallehrers. Ab 1812 vereinheitlicht er die Abiturprüfung.
1813 Johannes Daniel Falk (1768 - 1826) gründet in Weimar die erste Anstalt für verwahrloste Kinder. Er gilt damit als Begründer der Jugendsozialarbeit.
1825 Gerade erst 16 Jahre alt entwickelt Louis Braille (1809 - 1852) die nach ihm benannte Blindenschrift.
1.5.1828 Eröffnung der Technischen Bildungsanstalt Dresden (seit 5.10.1961 die TU Dresden)
1832 Adolph Diesterweg (1790 - 1866) wird Direktor des Lehrerseminars in Berlin. Er tritt für die Verbesserung der Volksschule und der pädagogischen Bildung ein, und kämpft für die soziale Anerkennung der Volksschullehrer.
1835 Das königlich-sächsische Schulgesetz führt die allgemeine achtjährige Schulpflicht ein.
28.6.1840
Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 - 1852) gründet in Blankenburg (Harz, heute: Bad Blankenburg) eine "Pflege-, Spiel- und Beschäftigungsanstalt" für Kleinkinder, den weltweit ersten Kindergarten. Friedrich Wilhelm August Fröbel
6.5.1849 Der katholische Priester Adolph Kolping (1813 - 1865) gründet mit sieben Gesellen den Kölner Gesellenverein. Dieser widmet sich sozialen Fragen und ist die Keimzelle für das heute weltweit agierende Kolpingwerk.
1861
Auf Antrag von Karl Wilhelm Clauss (1829 - 1894) wird die Städtische Gewerbeschule Dresden (die Handwerkerschule des Dresdner Gewerbevereins) in der Maxstraße 9 gegründet. Aufgrund der großen Schülerzahl wird fünf Jahre später in der Dürerstraße 45 ein neues Schulgebäude errichtet. Karl Wilhelm Clauss
4.11.1875 In Dresden wird am Bismarckplatz (heute: Friedrich-List-Platz) das Polytechnikum eröffnet. 1890 wird es Technische Hochschule.
15.6.1893
Aufruf zur Wahl zum 9. Deutschen Reichstag
am 15. Juni 1893
Plakat zur Wahl am 15. Juni 1893
1900 Der als Stadtschulrat in München tätige Georg Kerchensteiner (1854 - 1932) organisiert die Einrichtung von Arbeitsunterricht. Diese Arbeitsschulen sind die Vorläufer der heutigen Berufsschulen.
13.1.1902 In Berlin wird auf Initiative von Wilhelm Bölsche und Wilhelm Schwaner die "Freie Hochschule" eröffnet. Dies ist die erste deutsche Volkshochschule.
1906 Der deutsche Reformpädagoge Gustav Adolf Wyneken (1875 - 1964) gründet die Freie Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen.
11./12.10.1913 Auf dem Hohen Meißner im Kaufunger Wald bei Kassel findet der 1. Freideutsche Jugendtag statt. Knapp 100 Jahre nach dem Wartburgfest von 1817 war dieses Fest der Jugend mit etwa 2000 bis 3000 Teilnehmern das erste große Treffen einer sich emanzipierenden Jugend in Deutschland.
1914
Eine lehrreiche Massenbeobachtung
zum Problem der Einheitsschule

Artikel vom 13. Februar 1914
Artikel vom 13. Februar 1914
1919 Die Weimaer Nationalversammlung führt für Deutschland die Trennung von Kirche und Staat ein, die jedoch nicht vollständig ist. Der Staat zieht die Kirchensteuer ein, christliche Feiertage bleiben gesetzlich geschützt und religiöse Symbole sind in öffentlichen Gebäuden zugelassen.
1920
Der sowjetische Pädagoge Anton Semjonowitsch Makarenko (1888 - 1939) gründet die Gorki-Kolonie. Anton Semjonowitsch Makarenko
7.3.1933 erste Bücherverbrennungen in Deutschland:
Bevor am 10. Mai 1933 am Opernplatz in Berlin die "Aktion wider den undeutschen Geist" in einer großen Bücherverbrennung mündet, kam es seit 7. März in verschiedenen Städten Deutschlands zu vielen Bücherverbrennungen, so in Dresden am 7. März vor der Volksbuchhandlung in der Neuen Meißner Straße, am 8. März am Wettiner Platz und am 10. Mai an der Bismarcksäule in Dresden-Räcknitz.
13.9.1933 "Vererbungs- und Rassenlehre" wird Pflichtfach in den Schulen
11.11.1933 Unter dem Titel "Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!" erfolgt in Leipzig das "Bekenntnis der Professoren von deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat".
1939
Facharbeiterzeugnis vom 30. September 1939 Facharbeiterzeugnis vom 30. September 1939
1942
Beurteilung vom 25. November 1942 Beurteilung vom 25. November 1942
27.7.1945 Durch Erlass der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) wird für die Sowjetische Besatzungszone die Zentralverwaltung für Volksbildung geschaffen.
1.10.1945 Wiederaufnahme des Schulunterrichts in der sowjetischen Besatzungszone
1.7.1946 Das für die Länder der Sowjetischen Besatzungszone geltende "Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule" ersetzt das gegliederte Schulsystem durch das Einheitsschulsystem, das aus mehreren einheitlich organisierten Schulformen und die achtjährige Grundschule als Kernbestandteil besteht.
15.12.1950 "Gesetz über die Schulpflicht in der Deutschen Demokratischen Republik"
4.5.1951 Der Ministerrat der DDR beschließt, jedes Jahr den 12. Juni als "Tag des Lehrers" zu feiern."
1955
In der DDR findet am 27. März 1955
die erste Jugendweihe statt.
SZ-Artikel vom 27. März 2010
28.2.1956 Der Magistrat von Ostberlin erlässt eine Verordnung, nach der mit Ablauf des Schuljahres 1955/56 an Oberschulen kein Religionsunterricht mehr erteilt werden darf.
2.12.1959 Mit dem "Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der Deutschen Demokratischen Republik" wird die zehnklassige allgemeinbildende Oberschule als einheitlicher Schultyp für alle Schüler eingeführt.
5.10.1961 Die Technische Hochschule Dresden erhält auf Beschluss des Ministerrates der DDR den Status einer Technischen Universität.
25.2.1965 Mit dem "Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem" wird in der DDR das Ziel formuliert, "allseitig entwickelte sozialistische Persönlichkeiten" zu erziehen.
1968 Erziehung an einer DDR-Schule ... Erziehung an einer DDR-Schule
22.7.1990 Mit dem "Verfassungsgesetz über Schulen in freier Trägerschaft" werden auch in der (Noch-)DDR formell Privatschulen zugelassen.
2010
Soziale Herkunft entscheidet in Sachsen
besonders stark über den Bildungsweg

Artikel vom 21. April 2010
DNN-Artikel vom 21. April 2010
2011
Sachsen startet eine Kampagne gegen Analphabetismus

Artikel vom 2. März 2011
SZ-Artikel vom 2. März 2011

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