Bei Verkehrsunfällen und Geiseldramen steigt normalerweise das Bruttosozialprodukt. Das zeigt uns an, dass an der herkömmlichen Auffassung von Bruttosozial- oder Bruttoinlandsprodukt etwas faul ist.

Ernst Ulrich von Weizsäcker (geboren 1939),
deutscher Naturwissenschaftler, seit 2012 Co-Präsident des Club of Rome,
Neffe des Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (1920 - 2015)



Handlungsbereich C

Die Stellung der Unternehmen in Wirtschaft und Gesellschaft


Unternehmen stellen Waren her oder bieten Dienstleistungen an, die von der Gesellschaft gegen Bezahlung, des vom Unternehmen festgelegten Preises, erworben beziehungsweise in Anspruch genommen werden können. Die Unternehmen können aber nicht völlig frei wählen, wie viel Geld sie für ihre Waren oder Dienstleistungen verlangen, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich sein wollen. Der Preis wird von Angebot und Nachfrage bestimmt, also davon, wie viele Verkäufer eine ausgewählte Ware oder Dienstleistung anbieten und wie viele Käufer es für diese gibt. Logischerweise werden Menschen die gleiche Ware eher bei einem anderen Unternehmen kaufen, wenn diese dort günstiger, aber von gleicher Qualität angeboten wird. Die Unternehmen stehen untereinander also in Konkurrenz. Während die Menschen früher Selbstversorger waren, also ihre eigene Kleidung herstellten, selbst Nahrung anbauten, gibt es heute nur sehr wenige Menschen, die auf diese Weise leben. Aus diesem Grund haben Unternehmen eine immens wichtige Funktion in der Gesellschaft. Sie sind die Versorger, die die benötigten Produkte herstellen, transportieren und verkaufen und somit der Gesellschaft zugänglich machen. Unternehmen können sich im Laufe der Zeit wandeln, sie können sich vergrößern, indem sie beispielsweise andere Unternehmen aufkaufen und übernehmen, sie können andere Waren und Dienstleistungen anbieten oder die Unternehmensstruktur grundlegend verändern. Ein solcher Wandel ist häufig notwendig, um langfristig Gewinn zu erzielen. So kommt es, dass einige Unternehmen auf eine spannende Geschichte zurückblicken können. Ein gutes Beispiel dafür ist die TUI Group, die heute der führende Touristikkonzern der Welt ist.

Das Unternehmen begann im Jahr 1924 als „Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft” und hatte vom preußischen Landtag den Auftrag, die staatlich betriebenen Bergwerke, Hütten und Salinen außerhalb des Ruhrgebiets in Aktiengesellschaften zu überführen. Über die Jahre hinweg wurde das Geschäftsfeld immer wieder angepasst; so beschäftigte sich das mittlerweile in „Preussag“ umbenannte Unternehmen unter anderem mit Grundstoffgewinnung und –verarbeitung, dem Verkehrswesen, Elektronik, Umwelttechnik, Informations- und Gebäudetechnik und ab 1997 schließlich mit Touristik. Durch die Übernahme von Hapag Lloyd, einer Größe in der Transport- und Touristikbranche, bekam das Unternehmen nicht nur eine Luftflotte und Kreuzfahrtschiffe, sondern auch zahlreiche Reisebüros und einen Anteil von 30 % an Touristik International GmbH & Co., der heutigen TUI Deutschland. Weitere Unternehmen werden übernommen oder Anteile an ihnen gekauft und unter dem Namen TUI Group zusammengefasst. Nachdem im Jahr 2004 das Hotelportal www.tui-hotels.com entwickelt wurde, 2007 die Fluglinien Hapagfly und HLX zur Fluggesellschaft von TUI, TUIfly.com zusammengelegt wurden und im Jahr 2008 unter dem Namen TUI Cruises Premium-Kreuzfahrten angeboten wurden, war es im März 2009 soweit – TUI war von nun an ein reiner Touristikkonzern, der Kreuzfahrten, Flüge, Hotels und Destination Services wie Rundreisen, Mietwagen und dergleichen anbietet und steht heute an der Spitze der Touristik-Branche.

Es wird deutlich, das Unternehmen unter Umständen bereit sein müssen, sich von ihren angestammten Geschäftsfeldern zu lösen und sich an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse anzupassen. Unternehmen, die stagnieren, sind meist nicht langlebig.


1         Die Grundlagen wirtschaftlichen Handelns
1.1      Die Begriffe "Bedürfnis", "Bedarf" und "Nachfrage"
1.2      Der Begriff "Güter"
1.3      Das ökonomische Prinzip
2         Die Grundstruktur eines Betriebes
2.1      Die Begriffe "Betrieb" und "Unternehmung"
2.2      Die betrieblichen Grundfunktionen
2.3      Die Produktionsfaktoren
3         Die Unternehmensziele
3.1      Die Ziele erwerbs- und gemeinwirtschaftlicher Unternehmen
3.2      Die betrieblichen Kenngrößen

                Rätsel 1
                Leistungskontrolle 1 zum Handlungsbereich C

4         Die Marktstrukturen und das Verhalten der Marktteilnehmer
4.1      Der Markt als Treffpunkt von Angebot und Nachfrage

                Artikel "Was hat ein Familienvater mit dem Gehalt von Özil und Ronaldo zu tun?"

4.2      Die Marktarten
4.3      Die Marktformen
4.4      Die Preisbildung
4.4.1   Der Begriff "Preis"
4.4.2   Die Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz
5         Die Wirtschaftsordnungen und die Wirtschaftspolitik
5.1      Der Wirtschaftskreislauf
5.2      Die Wirtschaftsordnungen
5.2.1   Die Grundprobleme jeder Wirtschaftsordnung
5.2.2   Das Modell der freien Marktwirtschaft

                Die Lage der arbeitenden Klasse in England im 19. Jahrhundert

5.2.3   Das Modell der Zentralverwaltungswirtschaft

                Rätsel 2
                Leistungskontrolle 2 zum Handlungsbereich C

5.2.4   Das Modell der sozialen Marktwirtschaft

                Was passiert, wenn Kommunen kein Geld mehr haben?

5.3      Das Magische Viereck


Handlungsbereich       A       B       C       D       E       F       G       H       I