Der Erste Prager Fenstersturz

am 30. Juli 1419


Jan Ziska von Trocnov (1360 – 1424) war ein Anhänger der Lehre von Jan Hus (1372 – 1415). Nach dem Wortbruch von König Sigismund (1368 – 1437) und dem Tod von Jan Hus wurde er zu einem der Anführer und später der bedeutendste Heerführer der Hussiten.
Auslöser für den Ersten Prager Fenstersturz soll ein Steinwurf aus dem Prager Rathaus gewesen sein, der einen hussitischen Prediger traf. Jan Ziska (1360 – 1424) rief darauf zum Sturm auf das Rathaus auf, bei der Bürgermeister und neun Ratsherren erst aus den Fenster geworfen und dann von den aufgebrachten Menschen mit Spießen umgebracht wurden.

Sächsisches Realienbuch, Seite 66
aus: "Sächsisches Realienbuch", 1914, Seite 66
Hussitenkrieg. 1419 – 1435. Wilder Zorn ergriff die Böhmen bei der
Nachricht vom Feuertod des Johann Hus. Ritter, Bauern, Handwerker scharrten
sich zusammen und forderten den Kelch beim Abendmahl zurück. Zu ihrem An-
führer wählten sie den wilden Ziska (das heißt der Einäugige). In ihren Fahnen
flatterte das Bild des Kelches, und dem Zug voran ging ein Priester mit dem Kelch
in der Hand. 1419 drangen sie ins Prager Rathaus und stürzten 13 Ratsherren
zum Fenster heraus, weil diese Befehle gegen ihre Versammlungen erlassen hatten.
Dann plünderten sie Kirchen und Klöster und verübten furchtbare Grausamkeiten
an den Katholiken. Den Kaiser Sigismund wollten sie als König von Böhmen
nicht anerkennen, weil er wortbrüchig geworden sei. Er schickte mehrere Heere gegen
sie, aber diese konnten nichts ausrichten. Mit Sensen, Keulen, Dreschflegeln und
Lanzen bewaffnet, durchzogen die Hussiten Böhmen, Sachsen, Bayern und Franken
und verwüsteten alles Land ringsumher. Später kam ein Vertrag zustande, wonach
die Hussiten Sigismund als König anerkannten, während ihnen der Kelch beim
Abendmahl zugestanden wurde.
Artikel in der ´Sächsischen Zeitung´ vom 30. Juli 2014
aus: "Sächsische Zeitung" vom 30. Juli 2014

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