Geschichte Dresdens, Sachsens, Deutschlands

17. Jahrhundert


9.10.1601


Der Calvinist Nikolaus Krell (1550 – 1601) wird in Dresden hingerichtet.
1603
Auf Anordnung des Rates der Stadt Dresden erfolgt eine Volkszählung: 14.793 Menschen leben in Dresden.
1607
Obwohl Kurfürst Christian II. (1583 - 1611) bereits am 6. Oktober 1606 mehrere Verordnungen zur Eindämmung der Pest erließ, wurde Dresden auch in diesen Jahren mehrfach von ihr heimgesucht. Allein 1607 starben 375 Menschen.
1626
In Dresden sterben 341 Menschen an der Pest.
1630
In Dresden sterben mindestens 100 Menschen an der Pest.
17.9.1631
In der Schlacht bei Breitenfeld (in der Nähe von Leipzig) schlagen 47.000 protestantische schwedische und sächsische Soldaten unter Führung von König Gustav II. Adolf von Schweden (1594 – 1632) und Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585 – 1656) die katholischen kaiserlichen Truppen (40.000 Soldaten) unter Johann Graf von Tilly (1559 – 1632) vernichtend. Etwa 7.000 kaiserliche sowie 2.500 schwedische und 1.500 sächsische Soldaten werden getötet oder verwundet.
30.9.1631
Etwa 500 kroatische Reiter versuchen vergeblich, Altendresden zu erobern.

16.11.1632

In der Schlacht bei Lützen (in der Nähe von Leipzig) besiegen die protestantischen Schweden (19.000 Soldaten) unter König Gustav II. Adolf von Schweden (1594 – 1632) die katholische kaiserliche Armee (17.000 Soldaten) unter Albrecht von Wallenstein (1583 – 1634). Dabei fallen der schwedische König sowie 3.400 schwedische und 3.000 kaiserliche Soldaten.
30.5.1635
Nach dem Tod des protestantischen Königs Gustav II. Adolf von Schweden (1594 – 1632) in der Schlacht bei Lützen (16.11.1632) und dem Sieg der katholischen Kaiserlichen in der Schlacht bei Nördlingen am 6.9.1634 wechselt Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1585 – 1666) von der protestantischen auf die katholische Seite und schließt nach langen Verhandlungen mit dem katholischen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Ferdinand II. (1578 – 1637) in Prag einen Friedensvertrag, den Frieden zu Prag.
Als Gegenleistung für den Wechsel Sachsens auf die katholische-kaiserliche Seite erhält Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1585 – 1666) vom Kaiser die bisher zu Böhmen gehörende Ober- und Niederlausitz.
6.6.1637
Im Rahmen des 30-jährigen Krieges erstürmen und brandschatzen die Schweden unter General Banér die Stadt Meißen.
Bet´, Kinder, bet´!
Morgen kommt der Schwed´.
Morgen kommt der Ochsenstern.
Der wird die Kinder beten lehren.
Bet´, Kinder, bet´.
Der schwedische Graf Axel Oxenstierna (1583 - 1654, deutsch gesprochen: Ochsenstern) übernahm nach dem Tod von König Gustav II. Adolf von Schweden am 16.11.1632 in der Schlacht bei Lützen die politische Führung Schwedens.
1637
In Dresden sterben mindestens 1.096 Menschen an der Pest.
1640
In Dresden sterben mindestens 235 Menschen an der Pest.
6.9.1645
Waffenstillstand von Kötzschenbroda zwischen dem sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. (1585 - 1656) und dem schwedischen General Lennart Torstensson (1603 - 1651). Damit enden die Kriegshandlungen in Sachsen.
24. und 25.6.1660
In Dresden findet das traditionelle Vogelschießen statt.
1680
In Dresden wütet die Pest - letztmalig. Es sterben 5.114 Menschen, etwa ein Drittel der Dresdner Bevölkerung.
12.9.1683
In der Schlacht am Kahlenberg bei Wien schlagen Truppen Österreichs, Polen-Litauens, Sachsens, Bayerns, Badens, Venedigs und des Kirchenstaates (insgesamt 80.000 Soldaten) das türkische Heer (100.000 Soldaten). Damit endet die türkische Belagerung von Wien. Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1647 – 1691) führt das 9.000 Soldaten starke sächsische Kontingent.
1685
Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1647 – 1691) vermietet drei sächsische Regimenter (3.000 Soldaten) unter Oberst von Schönfeld für 120.000 Taler zwei Jahre lang an die Republik Venedig für deren Krieg in Morea (auch: Peloponnes in Griechenland). Nur ein Viertel der Soldaten kehrt 1687 nach Sachsen zurück. Georg III. von Sachsen (1647 – 1691) verwendet die 120.000 Taler Subsidien für die Auslösung der von ihm begehrten und entführten Sängerin Margarita Salicola aus ihrem Vertrag mit dem Herzog von Mantua, weil dieser ihn bereits bedroht, zum Duell fordert und die Verwandten der Sängerin inhaftierte und misshandelte.
6.8.1685
In Dresden zerstört ein verheerender Brand über 300 Häuser.
1686
Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1647 – 1691) vermietet 5.000 sächsische Soldaten für 300.000 Taler Subsidien an den habsburgischen Kaiser Leopolds I. (1640 – 1705) für dessen Krieg gegen die Türken.
27.4.1694
Kurfürst Johann Georg IV. von Sachsen (1668 – 1694) stirbt an den Blattern. Er hatte sich bei seiner Mätresse Magdalena Sibylla von Neidschütz (1675 - 1694) angesteckt, als er sie auf dem Totenbett küsste.
15.9.1697
Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (1670 – 1733) wird in Krakau als August II. zum König von Polen gekrönt. Im katholischen Wahlkönigreich Polen wurde am 26. und 27. Juni 1697 in Warschau ein neuer König gewählt, nachdem der König von Polen Johann III. Sobieski (1629 - 1696) gestorben war. Mit riesigen Bestechungsgeldern an den polnischen Adel und dem heimlichen Übertritt zum katholischen Glauben am 1. Juni 1697 schaffte es der sächsische Kurfürst, sich endlich zum König - allerdings nicht von Sachsen, sondern von Polen - wählen zu lassen.
25.9.1699
In Dresden schließen der dänische General Christian Detlev von Reventlow (1671 – 1738) und der sächsische Generalleutnant Jacob Heinrich Reichsgraf von Flemming (1667 – 1728) ein geheimes dänisch-sächsisches Bündnis, indem sich Sachsen zur Allianz gegen Schweden verpflichtet.

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