Geschichte Dresdens, Sachsens, Deutschlands

1945 - 1999

9.5.1945

Sofort nach dem Ende der Kampfhandlungen geht es an den Wiederaufbau, an die Wiederherstellung normaler, menschenwürdiger Lebensverhältnisse.

--> Bericht des damals 15-jährigen Helmut Rabe, Augenzeuge der Bombenangriffe, des täglichen Überlebenskampfes und des Wiederaufbaus Helmut Rabe erlebte die Bombenangriffe auf Dresden und den Wiederaufbau.


11.5.1945


In der sächsischen Kleinstadt Schwarzenberg wird eine "Freie Republik" gegründet.
6.6.1945
Der Rat der Volkskommissare der UdSSR beschließt die Einrichtung einer Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Die SMAD übernimmt die Verwaltung der Ostzone.
8.6.1945
Im völlig zerstörten Dresden gibt die Dresdner Philharmonie ihr erstes Konzert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

2.7.1945

Gemäß den Vereinbarungen der alliierten Siegermächte während der Konferenz von Jalta (4. - 11.2.1945) räumen die amerikanischen Truppen die seit dem 19. April 1945 von den Nazis befreite Stadt Leipzig und übergeben diese an die sowjetische Besatzungsmacht. Zuvor "exportierten" die Amerikaner Professoren und Techniker aus Leipzig.
10.7.1945
In der Dresdner "Tonhalle" wird die erste Theateraufführung nach dem Krieg begeistert gefeiert.


17.7. - 2.8.1945


Im Potsdamer Schoss Cecilienhof findet die "Dreimächtekonferenz von Berlin" (auch: "Berliner Konferenz" oder "Potsdamer Konferenz") zur Beratung zwischen drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkrieges (Sowjetunion, USA und Großbritannien) statt.
27.7.1945
Durch Erlass der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) wird für die Sowjetische Besatzungszone die Zentralverwaltung für Volksbildung geschaffen.
31.7.1945
Nach dem Kriegsende entlädt sich vielerorts in den ehemals von Deutschen besetzten oder zu Deutschland gehörenden Gebieten der Hass auf die Deutschen in Gewaltakten. Tschechische Nationalisten verüben an deutschen Zivilisten das Massaker von Aussig (heute: Usti nad Labem).
1.10.1945
Wiederaufnahme des Schulunterrichts in der sowjetischen Besatzungszone
10.10.1945
Der Alliierte Kontrollrat erlässt das Kontrollratsgesetz Nr. 2, mit dem die NSDAP sowie weitere 61 nationalsozialistische Organisationen aufgelöst werden.
21.10.1945
Die tschechoslowakische Nationalversammlung in Prag erlässt die so genannten Benes-Dekrete, die zur entschädigungslosen Enteignung und Vertreibung von drei Millionen Sudetendeutschen und Ungarn führen.
14.1.1946
Die Westmächte einigen sich in Paris über die Entnahme von Reparationsleistungen aus den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands.
7.3.1946
Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) wird in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet.
19. und 20.4.1946
Für die Ostzonen-Organisationen beschließen der XV. Parteitag der KPD und der XXXX. Parteitag der SPD jeweils ihre Vereinigung.
21. und 22.4.1946
In Berlin wird die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) gegründet. Wilhelm Pieck (1876 – 1960) und Otto Grotewohl (1894 – 1964) werden als Vorsitzende gewählt.
17.5.1946
Der Leiter der Propaganda- und Informationsabteilung im SMAD Oberst Sergej Iwanowitsch Tulpanow (1901 – 1984) übergibt dem „Filmarchiv“ die „Lizenz zur Herstellung von Filmen aller Art“. Die Deutsche Film AG (DEFA) mit Sitz in Potsdam-Babelsberg wird gegründet.
25.5.1946
Die USA stoppen die vereinbarten Reparationsleistungen aus der amerikanischen Besatzungszone an die UdSSR.
30.6.1946
Volksentscheid über die Enteignung von Nazi- und Kriegsverbrechern in der Sowjetischen Besatzungszone
1.7.1946
Das für die Länder der Sowjetischen Besatzungszone geltende "Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule" ersetzt das gegliederte Schulsystem durch das Einheitsschulsystem, das aus mehreren einheitlich organisierten Schulformen und die achtjährige Grundschule als Kernbestandteil besteht.


20.7.1946


In Dresden wird die am Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Nazis gesprengte Brücke der Einheit feierlich für den Verkehr freigegeben.
25.9.1946
Der bekannte Schauspieler Heinrich George (1893 - 1946) stirbt in sowjetischer Haft an den Folgen einer Blinddarmentzündung.


15.10.1946


Im Ostberliner Admiralspalast wird mit dem DEFA-Film "Die Mörder sind unter uns" der erste deutsche Film nach dem Zweiten Weltkrieg uraufgeführt.
16.10.1946
In Nürnberg werden die im Rahmen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zum Tode verurteilten Kriegsverbrecher hingerichtet.


29.12.1946


Die Dresdener Stadträtin für Sozialwesen Elsa Fenske stirbt bei einem Autounfall.
28.2.1947
neue sächsische Verfassung


8.5.1947


In Sachsen in der sowjetischen Besatzungszone werden per Gesetz die Bergwerke und Bodenschätze entschädigungslos in das Eigentum des Landes Sachsen überführt.


13.6.1947


Der Ministerpräsident des Landes Sachsen Dr. Rudolf Friedrichs (1892 - 1947) stirbt in Dresden. Die sich um seinen Tod rankenden Mordgerüchte widerlegen die Historiker.
20.6.1948
In den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands findet eine Währungsreform statt.
13.10.1948
Im Karl-Liebknecht-Schacht des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers in Westsachsen fördert der Bergmann Adolf Hennecke (1905 - 1975) 24,4 m³ Kohle und überbietet damit die Hauer-Norm (6,3 m³) um 387 %. Diese Normübererfüllung ist der Beginn der Hennecke-Bewegung in der sowjetischen Besatzungszone.

23.5.1949

Mit der "Vorläufigen Arbeitsordnung der Universitäten und Hochschulen der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands" werden die 1946 gegründeten Vorstudienanstalten (besser bekannt als Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten) in den Rang von Fakultäten erhoben. An ihnen erwerben vor allem Arbeiter und Bauern die Hochschulreife.
--> Bericht des Arbeiterkindes Heinz Rose Vom Arbeiterkind zum Uni-Profeesor - dank der ABF!
22.11.1949
Auf Betreiben der USA wird in Paris das Coordinating Committee on Multilateral Export Controls (dt. "Koordinationsausschuss für multilaterale Ausfuhrkontrollen", kurz: CoCom) gegründet. Ziel ist es, den sozialistischen Ländern den Zugang zu modernen Technologien (Waffen, Kernenergietechnik, Mikroelektronik) zu verwehren. Mitgliedsländer sind Australien, Belgien, Dänemark, BRD, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Türkei, Großbritannien und USA. Darüber hinaus halten sich auch Finnland, Österreich, Schweden und die Schweiz an die Embargo-Bestimmungen der CoCom.
Am 31. März 1994 wird das CoCom aufgelöst.
17.6.1950
Der stellvertretende Ministerpräsident der DDR Walter Ulbricht (1893 - 1973) legt den Grundstein für den Bau der Talsperre Sosa in der Nähe von Eibenstock im Erzgebirge.
15.12.1950
"Gesetz über die Schulpflicht in der Deutschen Demokratischen Republik"
22.4.1951
In der Dresdner Grunaer Straße ist Baustart für den Wohnungsbau.
3.8.1951
In der Ost-Berliner Stalin-Allee (bis 1949: Große Frankfurter Straße, seit 1961: Karl-Marx-Allee) wird das Stalin-Denkmal feierlich enthüllt.


27.8.1951


In Dresden wird der Pionierpalast "Walter Ulbricht" feierlich eröffnet.


8.10.1951


In der DDR wird die Rationierung von Lebensmitteln (außer Fleisch, Fett und Zucker) aufgehoben.


8.6.1952


Im thüringischen Merxleben wird die erste LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) der DDR gegründet.
23.7.1952
Auflösung des Landes Sachsen, dafür Gliederung in die Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)


17.6.1953


Auch in Dresden finden Demonstrationen mehrerer Tausend Menschen für bessere Lebensbedingungen, für freie Wahlen und gegen die Regierung statt.


29.10.1953


Die Stasi beginnt die Aktion "Feuerwerk" mit der Verhaftung Dutzender BND-Spione in mehreren Städten der DDR.
18. - 22.8.1954
In Leipzig findet das I. Deutsche Turn- und Sportfest statt.


27.3.1955


In der DDR findet am 27. März 1955 die erste Jugendweihe statt.


7.5.1955


Erstmals endet eine Etappe der Friedensfahrt in Dresden. Zehntausende begeisterte Zuschauer begrüßen die Fahrer auf den Straßen und im völlig überfüllten Heinz-Steyer-Stadion. Der Etappensieger Joseph Verhelst (Belgien) darf einen Löwen des Dresdner Zoos taufen.
26.5.1955
Die Sowjetunion erkennt in ihrer Belgrader Deklaration zum ersten Mal an, dass es verschiedene Wege zum Sozialismus gibt.
15.7.1955
Ein schweres Grubenunglück in Niederschlema kostet 33 Bergleuten das Leben.
25.8.1955
Die Sowjetunion gibt Gemälde an Dresden zurück, die nach dem Kriegsende als Kompensation für die durch die Nazis geraubte russische Kunst angesehen wurden.
26.10.1955
Der österreichische Nationalrat erklärt die immerwährende Neutralität Österreichs.
28.10.1955
Die Sowjetunion entlässt 3.000 polnische Kriegsgefangene in ihre Heimat.
28.1.1956
Der Warschauer Vertrag nimmt die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR als Mitglied auf.
9.2.1956
Der Ministerrat der DDR erlässt den Beschluss über die Entwicklung des Sports in der DDR.

4.3.1956

Der stellvertretende Ministerpräsident der DDR und Erste Sekretär des ZK der SED Walter Ulbricht (1893 - 1973) distanziert sich nach seiner Rückkehr aus Moskau, wo er als Teilnehmer des XX. Parteitages der KPdSU (14. - 25.2.1956) am 25.2. die fünfstündige Geheimrede von Nikita Chruschtschow (1894 - 1971) über Stalins Verbrechen hörte, im SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" von Stalin (1878 - 1953).
21. und 22.4.1956
Die Sowjets entdecken einen Spionagetunnel unter der Berliner Mauer, in dem die CIA die Telefonate der sowjetischen Botschaft belauschte.
3.6.1956
In Dresden wird die Gemäldegalerie Alte Meister wiedereröffnet.
2. - 5.8.1956
In Leipzig findet das II. Deutsche Turn- und Sportfest statt. Am 4. August 1956 wird das neue „Stadion der Hunderttausend“ vor 100.000 Zuschauern mit dem Spiel SC Wismut Karl-Marx-Stadt (später: BSG Wismut Aue, heute: FC Erzgebirge Aue) gegen Honved Budapest (1:3) offiziell eingeweiht.

6.10.1956

In einem denkwürdigen Fußballspiel zwischen dem DDR-Meister SC Wismut Karl-Marx-Stadt (später: BSG Wismut Aue, heute: FC Erzgebirge Aue) und dem Vize-Meister der BRD 1. FC Kaiserslautern (3:5) erzielt der Lauterer Fritz Walter (1920 - 2002) das Tor des Jahrhunderts, indem er eine Flanke im Hechtsprung mit seiner Hacke ins Tor jagt.

5.1.1957

Der 34. Präsident der USA (1953 - 1961) Dwight David "Ike" Eisenhower (1890 - 1969) verkündet in einer Grundsatzrede vor dem Kongress in Washington seine "Eisenhower-Doktrin". Als Reaktion auf die Suezkrise fordert er zur Eindämmung des sowjetischen Einflusses im arabischen Raum eine aggressive Politik des Rollback.


9.3.1957


Der Philosoph Wolfgang Harich (1923 - 1995) wird vom Obersten Gericht der DDR zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.


12.4.1957


Führende deutsche Atomwissenschaftler sprechen sich gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr aus und unterzeichnen das Göttinger Manifest.


3.5.1957


In Nürnberg müssen sich 23 ehemalige Direktoren der IG Farben für ihre Verbrechen während der Nazizeit verantworten.


4.3.1959


Das unter Leitung des Konstrukteurs Brunolf Baade (1904 - 1969) entwickelte Flugzeug 152 stürzt ab. Alle vier Besatzungsmitglieder sterben. Wegen dieses Rückschlags endet die Entwicklung der Flugzeugindustrie in der DDR.
13. - 16.8.1959
In Leipzig findet das III. Deutsche Turn- und Sportfest statt.
2.12.1959
Mit dem "Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der Deutschen Demokratischen Republik" wird die zehnklassige allgemeinbildende Oberschule als einheitlicher Schultyp für alle Schüler eingeführt.


11.2.1960


Der deutsche Romanist, Universitätsprofessor und Politiker Victor Klemperer stirbt in Dresden. Sein bekanntestes Werk "LTI - Notizbuch eines Philologen" (Lingua Tertii Imperii: Sprache des Dritten Reiches) erschien 1947 und ist seitdem eines der am meisten gelesenen Bücher in Deutschland.


21.3.1960


Im DDR-Fernsehen wird erstmals die politisch-agitatorische Sendung "Der Schwarze Kanal" von und mit Karl-Eduard von Schnitzler (1918 - 2001) ausgestrahlt.
15.6.1961
Der Vorsitzende des Staatsrates der DDR und Erste Sekretär des ZK der SED Walter Ulbricht (1893 - 1973) antwortet im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz in Berlin auf die Frage eines Journalisten: "Ich verstehe Ihre Frage so, dass es in Westdeutschland Menschen gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht. Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt beschäftigen sich mit Wohnungsbau, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"


August 1961


In Dresden werden erstmals in Linienbussen und Straßenbahnen so genannte Zahlboxen eingesetzt. Dadurch werden die Schaffner eingespart.
5.10.1961
Die Technische Hochschule Dresden erhält auf Beschluss des Ministerrates der DDR den Status einer Technischen Universität.


27.10.1961


In Salzgitter (BRD) wird die zentrale Erfassungsstelle zur systematischen Registrierung staatlicher Unrechtshandlungen in der DDR eingerichtet.

15.12.1961

Der SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann (1906 - 1962), der als Leiter des Referats für die Judenfrage im Reichssicherheitshauptamt mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Juden in Europa war, wird in Israel zum Tode verurteilt.


24.1.1962


In der DDR wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. In der BRD wurde die Wehrpflicht bereits im Juli 1956 eingeführt.
1. - 4.8.1963
In Leipzig findet das IV. Deutsche Turn- und Sportfest statt.
3.10.1963
Am Rheinufer in Düsseldorf errichten etwa 20 Mitglieder der evangelischen Vereinigung "Deutscher Jugendbund Entschieden für Christus" einen Scheiterhaufen, singen fromme Lieder und verbrennen neben billigen Romanheften und Bildern mit Kinoreklame und Pin-Up-Girls die Bücher "Der Fall" von Albert Camus (1913 - 1960), "Die Blechtrommel" von Günter Grass (1927 - 2015, Nobelpreis für Literatur 1999), "Herz auf Taille" von Erich Kästner (1899 - 1974), "Lolita" von Vladimir Nabokov (1899 - 1977) und "In einem Moment, in einem Jahr" von Françoise Sagan (1935 - 2004).
25.2.1965
Mit dem "Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem" wird in der DDR das Ziel formuliert, "allseitig entwickelte sozialistische Persönlichkeiten" zu erziehen.
27.3.1965
Der US-amerikanische Jazz-Sänger Luis Armstrong (1901 - 1971) tritt vielumjubelt in der DDR auf. Er ist im Kalten Krieg der erste große Show-Star aus den USA, der in der DDR auftritt.
18.5.1965
Die englische Königin Queen Elisabeth II. (geboren 1926) besucht erstmals Deutschland.
8.10.1965
Die DDR wird endgültig als Vollmitglied im IOC anerkannt.
16.12.1965
In der DDR werden zwölf der vierzehn in diesem Jahr hergestellten DEFA-Filme verboten wegen angeblicher "kapitalistischer Unkultur und Unmoral".
21.12.1965
Die Volkskammer der DDR verabschiedet das Familiengesetzbuch der DDR. Das Gesetz tritt am 1. April 1966 in Kraft und geht von der "Familie als Keimzelle der sozialistischen Gesellschaft" aus.
12.1.1966
In der DDR wird Kulturminister Klaus Bentzien entlassen, weil er "ernste Fehler" auf kulturpolitischem Gebiet begangen haben soll.
30.7.1966
Das Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft in London gewinnt Gastgeber England mit 4:2 nach Verlängerung gegen die BRD. Der größte Aufreger des Spiels ist das sog. Wembley-Tor zum 3:2, als ein Schuss von Geoffrey Hurst an die Lattenunterkante knallt und von da auf die Linie fällt. "Tor oder kein Tor?" ist die Frage, die der Linienrichter zugunsten der Gastgeber entscheidet.


7.10.1966


Anlässlich des 17. Jahrestages der DDR wird am Pirnaischen Platz in Dresden ein 14-geschossiges Hochhaus eröffnet. Markant ist der Schriftzug "Der Sozialismus siegt" über dem obersten Stockwerk.

2.6.1967

Während einer Demonstration gegen den Besuch des diktatorischen Schahs von Persien Mohammad Reza Pahlavi (1919 - 1980) in West-Berlin wird der Student Benno Ohnesorg erschossen. Deshalb und weil der Todesschütze danach gerichtlich freigesprochen wird, radikalisiert sich die Studentenbewegung in der BRD und in West-Berlin und mündet in die Gründung der Terrorgruppen "Bewegung 2. Juni" und "Rote-Armee-Fraktion".


13.6.1967


Nach jahrelangem Zögern erklärt sich die Bundesregierung endlich bereit, im gesamtdeutschen Sportverkehr die DDR-Flagge zu dulden.
24. - 27.7.1969
In Leipzig findet das V. Deutsche Turn- und Sportfest statt.


23.2.1970


Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht (1893 - 1973) fordert "Überholen ohne einzuholen", indem die Arbeitsproduktivität in der DDR sprunghaft erhöht wird.


4.10.1970


In Dresden wird aus Anlass des 75. Geburtstages von Dr. Richard Sorge (1895 - 1944) die Lennéstraße in Richard-Sorge-Straße umbenannt.
7.12.1970
Im Rahmen seines Besuchs in der Volksrepublik Polen besucht Bundeskanzler Willy Brandt in Warschauer das Denkmal für die ermordeten Juden. Mit dem Kniefall des Bundeskanzlers will dieser um Vergebung für die Opfer der Nazi-Diktatur bitten.
5.7.1971
In Dresden wird die Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke feierlich eingeweiht.
23.8.1971
Die vier Großmächte Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich einigen sich über den Status von Westberlin. Dieses Viermächteabkommen gilt bis zum 3. Oktober 1990.


10.12.1971


Der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt erhält den Friedensnobelpreis für seine Entspannungs- und Ostpolitik.


27.4.1972


Ein Misstrauensantrag gegen den SPD-Bundeskanzler Willy Brandt (1913 - 1992) scheitert.
12.2.1976
In Bonn verabschiedet der Bundestag der BRD eines Neufassung des sog. Abtreibungsparagrafen (Paragraf 218 Strafgesetzbuch).
19.8.1976
Der in Zeitz wirkende Pfarrer Brüsewitz verbrennt sich selbst aus Protest gegen die Kirchenpolitik der DDR.


3.11.1976


Der Schriftsteller Reiner Kunze (geboren 1933) wird aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen.


13.11.1976


Nach einem Konzert in Köln wird der in der DDR lebende Liedermacher Wolf Biermann ausgebürgert.


2.12.1976


Durch das Landgericht Essen wird Werner Weinhold freigesprochen. Er hatte ein Jahr zuvor auf seiner Flucht aus der DDR zwei Grenzsoldaten erschossen.


20.6.1977


Der bekannte und beliebte DEFA-Schauspieler Manfred Krug verlässt die DDR.
25. - 31.7.1977
In Leipzig finden das VI. Deutsche Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade statt.


26.8.1977


Die Olympiasiegerin von Montreal Rosemarie Ackermann erzielt einen Fabel-Weltrekord. Sie ist die erste Frau, die die Höhe von zwei Metern überspringt.


7.6.1979


Die Mitgliederversammlung des Berliner Bezirksverbandes beschließt den Ausschluss von mehreren Schriftstellern aus dem Schriftstellerverband der DDR.


4.11.1980


An der Berliner Mauer sterben zwischen 1961 und 1989 insgesamt 136 Menschen, unter ihnen acht Grenzsoldaten.
31.8.1981
In Dresden erfolgt für das Neubangebiet Gorbitz die Grundsteinlegung. Bis 1990 werden für 40.000 Mieter hochmoderne Wohnungen gebaut.
25. - 31.7.1983
In Leipzig finden das VII. Deutsche Turn- und Sportfest und die IX. Kinder- und Jugendspartakiade statt.

28.12.1984

In der Dresdener Innenstadt vor dem Centrum-Warenhaus in der Prager Straße wird am hellichten Tag ein fünf Monate altes Kind entführt. Trotz der sofort einsetzenden intensiven Suche - Der Fall Felix wird eine der größten Polizeiaktion in der Geschichte der DDR. - bleibt der kleine Junge bis heute verschwunden.
19.8.1985
Der Gruppenleiter für die Spionageabwehr DDR im Bundesamt für Verfassungsschutz Hansjoachim Tiedge flieht in die DDR.
21.7.1986
Der in der Bundesrepublik tätige DDR-Spion Herbert Meißner (geboren 1927) kehrt in die DDR zurück.


11.5.1987


Der als "Schlächter von Lyon" berüchtigte ehemalige SS-Hauptsturmführer Klaus Barby wird in Lyon vor Gericht gestellt und verurteilt.
27.7. - 2.8.1987
In Leipzig finden das VIII. Deutsche Turn- und Sportfest und die XI. Kinder- und Jugendspartakiade statt.
28.8.1988
Bei einer Flugschau auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein (Rheinland-Pfalz) stürzt ein Militär-Jet in die Zuschauermenge. Dabei sterben 70 Menschen.


19.11.1988


In der DDR wird der Vertrieb der Zeitschrift Sputnik verboten.
8.10.1989
Am Abend versammeln sich etwa 5.000 Demonstranten auf der Prager Straße in Dresden. Sie werden von Polizeieinheiten eingekesselt. Viele der Menschen setzen sich auf der Straße hin, genau vor den Polizisten und rufen immer wieder "Wir bleiben hier!" und "Keine Gewalt!"
In dieser Pattsituation - weder die Polizisten noch die Demonstranten wissen, wie es weitergehen soll - nehmen Besonne unter den Eingekesselten Kontakt zu den Polizeiführern auf und bitten um einen Dialog mit Vertretern der Stadt Dresden. Die Gruppe der 20 wird gebildet.
17.12.1989
Eine Umfrage des ZDF und des Magazins "Der Spiegel" ergibt Überraschendes: 73 % wollen DDR als souveränen Staat behalten.
24.9.1990
In Berlin unterzeichnen der Minister für Abrüstung und Verteidigung Rainer Eppelmann (geboren 1943) für die DDR und der sowjetische Oberkommandierende der Vereinigten Streitkräfte des Warschauer Vertrages General Pjotr Georgijewitsch Luschew (1923 - 1997) für die Sowjetunion einen Vertrag, der den Austritt der DDR aus dem Warschauer Vertrag besiegelt und die Abwicklung der Nationalen Volksarmee (NVA) regelt.
14.10.1990
Bei den Landtagswahlen im Freistaat Sachsen erringt die CDU mit 53,8 % der Stimmen die absolute Mehrheit.
27.10.1990
Als Ministerpräsident des Freistaates Sachsen wird Kurt Biedenkopf (geboren 1930) vereidigt.
8.11.1990
Der sanierte Westteil der Brühlschen Terrasse wird durch Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (geboren 1930) eingeweiht.
21.11.1990
Das sog. „Vereinigungsspiel“ zwischen den Fußball-Nationalmannschaften der DDR und der BRD im Leipziger Zentralstadion wird wegen des Todes von Mike Polley vom DFB abgesagt. Der 18-jährige Berlin-Fan war am 3.11. bei Ausschreitungen um das Oberliga-Spiel zwischen dem FC Sachsen Leipzig und dem FC Berlin von einem Polizisten erschossen worden.
2.12.1990
Bei den Wahlen zum 12. Deutschen Bundestag gewinnt die CDU/CSU (43,8 %). Es folgen die SPD (33,5 %), die FDP (11,0 %), die Grünen (3,8 %), die PDS (2,4 %), Bündnis 90 (1,2 %) und sonstige (1,4 %).
18.3.1991
In Leipzig fordern rund 70.000 Menschen im Rahmen der Montags-Demo ein Ende der arbeitsplatzvernichtenden Politik der Treuhand.
1.4.1991
Der Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder wird ermordet.
27.8.1991
Der Oberste Sowjet der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) ratifiziert einen Vertrag über den Abzug der Roten Armee (340.000 Soldaten, 200.000 Zivilisten, 2,6 Mio. Tonnen Material und tausende Waffensysteme) aus Deutschland bis zum Jahr 1994.
6.4.1991
Mitten in der Dresdner Innenstadt treiben Neonazis den Afrikaner Jorge Gomondai in den Tod.
12.6.1994
Bei der Europawahl stimmen die Wähler im Freistaat Sachsen mit 39,2 % für die CDU, mit 21,0 % für die SPD, mit 16,6 % für die PDS, mit 5,9 % für Bündnis 90 / Die Grünen, mit 3,8 % für die FDP, mit 3,5 % für die Republikaner und mit 1,7 % für die DSU. Sonstige Parteien kommen insgesamt auf 8,2 %.
31.12.1994
Die am 1. Juli 1990 begonnene Arbeit der Treuhandanstalt (kurz: Treuhand genannt) wird durch deren Präsidentin Birgit Breuel (geboren 1937) für beendet erklärt. Die ehemalige DDR-Volkswirtschaft, deren Wert 1990 auf 600 Mrd. DM geschätzt wurde, gilt als privatisiert. Die Schulden aus dem Verkauf belaufen sich auf 336 Mrd. DM (umgerechnet knapp 172 Mrd. Euro).


23.5.1995


Das Bundesverfassungsgericht urteilt, dass die Bestrafung von DDR-Bürgern, die in der BRD für die DDR spioniert hatten, verfassungswidrig sei.


26.5.1997


Der geniale und vielfach preisgeehrte Dresdner Physiker Manfred Baron von Ardenne stirbt im Alter von 90 Jahren.

22.1.1999

Das Leipziger Landgericht verurteilt den gelernten Briefträger Gerd Uwe Postel zu vier Jahren Gefängnis, weil er sich in 37 Fällen des Betrugs, der Urkundenfälschung und der unberechtigten Titelführung schuldig machte. Postel hatte zwischen 1995 und 1997 ohne entsprechende Ausbildung als Oberarzt in der Psychiatrie im Klinikum Zschadraß bei Colditz gearbeitet.

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