Geschichte Dresdens, Sachsens, Deutschlands

16. Jahrhundert
1507
In Dresden wütet die Pest. Täglich sterben 30 Menschen.
1510
Der junge Martin Luther besucht Rom und erlebt mit Abscheu den Sittenverfall der Kirchenoberen.


1511


Im Dorf Briesnitz bei Dresden wird die erste Landschule Sachsens eingerichtet.
2.5.1514
Weil der Herzog Ulrich von Württemberg (1487 - 1550) wegen seines luxeriösen Lebensstils Schulden hatte, ließ er im Frühjahr 1514 neue Gewichte ausgeben, die 10 % weniger anzeigten. Die Bauern waren empört, erhielten sie statt einem Kilo nur noch 900 g Fleisch beim Metzger. Der Beutelsbacher Tagelöhner Peter Gais soll darauf die Gewichte einer "Wasserprobe als Gottesurteil" unterzogen haben: Er warf sie in die Rems. Wenn der Herzog Recht hätte, würden sie oben schwimmen, wenn nicht, würden sie untergehen. Dies war das letzte Signal zum bewaffneten Widerstand der unterdrückten Bauern und städtischen Bürger, die sich im "Armen Konrad" sammelten oder mit ihm sympathisierten. Am 8. Juli 1514 rangen die Bürger dem Herzog im "Tübinger Vertrag" einige Rechte (u. a. freie Wahl von Wohn- und Aufenthaltsort, ordentliche Gerichtsverhandlungen, ohne Einverständnis der Landstände durfte der Herzog keine Kriege führen und keine Steuern erheben) ab. Der Aufstand des Armen Konrad wurde im Juli von Truppen verbündeter Fürsten niedergeschlagen. Zahlreiche Bauernführer wurden hingerichtet, viele Bauern gefoltert, gebrandmarkt und samt ihren Familien verbannt.
17.1.1514 - 3.12.1517
Sächsische Fehde
23.4.1516
In Ingolstadt erlassen die bayrischen Herzöge Wilhelm IV. (1493 - 1550) und Ludwig X. (1495 - 1545) das Reinheitsgebot für Bier.

31.10.1517

Am Vorabend des Großen Ablassfestes zu Allerheiligen schlägt Martin Luther (1483 - 1546) 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg und wendet sich damit u. a. gegen den Ablasshandel. Die Thesen finden ein großes öffentliches Interesse und lösen heftige Diskussionen aus, die letztlich zur Reformation, zu einer Kirchenspaltung und zur Bildung der evangelisch-lutherischen Kirche führen. Sachsen wird zum Mutterland der Reformation.
27.6. - 15.7.1519
In der Pleißenburg in Leipzig führen der katholische Theologe Johannes Eck (1486 - 1543) und die Kirchenreformatoren Martin Luther (1483 - 1546), Philipp Melanchthon (1497 - 1560) und Andreas Karlstadt (1486 - 1541) ein öffentliches theologisches Streitgespräch. Luther vertritt die Meinung, dass weder Papst noch Konzil die höchste Autorität in Glaubensdingen besitzen, sondern die Bibel. Außerdem stellt Luther fest, dass nicht alle Lehren des Jan Hus, der 1415 vom Konstanzer Konzil verdammt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war, ketzerisch seien. Einige davon seien durchaus sehr christlich. Bei dieser Äußerung Luthers springt Herzog Georg von Sachsen fluchend vom Stuhl auf. Die Leipziger Disputation offenbart die Unterschiede zwischen der katholischen und der reformatorischen Lehre und führt zum Bruch zwischen Rom und den Lutheranern.

November 1520

Die Schrift Von der Freyheyt eynes Christenmenschen von Martin Luther (1483 - 1546) erscheint. Darin schreibt er u. a. "Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan." Die unter Leibeigenschaft und hohen Steuern leidenden Bauern fühlen sich dadurch in ihrem Freiheitsdrang bestätigt.
1520 - 1521
In Dresden wütet die Pest.


17. und 18.4.1521


Martin Luther (1483 - 1546) verweigert auf dem Reichstag zu Worms unter Berufung auf die Bibel einen Widerruf seiner Ansichten.
4.5.1521
Auf der Rückreise vom Reichstag zu Worms wird Martin Luther (1483 - 1546) im Auftrag des Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen (1463 - 1525) entführt und zu seinem Schutz insgeheim auf die Wartburg gebracht. Dort beginnt "Junker Jörg" mit der Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche.
14.5.1522
Der Magistrat der Stadt Dresden beschließt Maßnahmen gegen die Pest.
13.7.1524
Der protestantische Theologe Thomas Müntzer (1489 - 1525) spricht auf Schloss Allstedt (heute: in Sachsen-Anhalt) vor Herzog Johann von Sachsen (1468 - 1532) und dessen Sohn Kurprinz Johann Friedrich (1503 - 1554). Er fordert in dieser legendären Fürstenpredigt die Erlangung des Reichs Gottes auf Erden und die Gütergemeinschaft der Menschen. Müntzer wird daraufhin aus Allstedt ausgewiesen.
Martin Luther (1483 - 1546) beschimpft Müntzer als "Satan von Allstedt" und als "lügenhaften Teufel".
28.2.1525
Die Steinheimer Bauern (Steinheim ist heute ein Stadtteil von Memmingen.) übergeben dem Rat der Stadt Memmingen (Schwaben) die Memminger Artikel und wollen damit ihre bisher drastischen Pflichten gegenüber der Stadt Memmingen mindern und nur noch solche Pflichten erfüllen, die im Einklang mit der Bibel stehen: freie Pfarrerwahl, Abschaffung des Zehnten, Abschaffung der Leibeigenschaft, Freigabe der Jagd und der Fischerei, Reduzierung der Frondienste, Rückgabe von Land an die Bauern, freier Verkauf ihrer Erzeugnisse (Korn, Milch, Fleisch, ...) durch die Bauern.
6. und 7.3.1525
In Memmingen beraten die Bauernführer des Baltringer Haufens, des Allgäuer Haufens und des Bodensee-Haufens über ihr Vorgehen gegen den 1488 gegründeten Schwäbischen Bund. Sie bilden die Christliche Vereinigung der Bauern (auch: Oberschwäbische Eidgenossenschaft.

20.3.1525

In Memmingen verfassen die Bauern die Zwölf Artikel als Weiterentwicklung der am 28.2.1525 an die Stadt Memmingen eingereichten Memminger Artikel.
4.4.1525
In der Nähe von Leipheim bei Ulm (Bayerisch Schwaben) kommt es zur ersten Schlacht des deutschen Bauernkrieges. Etwa 6.000 Bauern des Leipheimer Haufens erheben sich gegen die Stadt Ulm. Sie werden von 1.500 Reitern und 7.000 Soldaten des Schwäbischen Bundes unter Führung des Georg III. Truchsess von Waldburg (1488 - 1531) geschlagen. Dabei werden mindestens 1.000 Bauern erstochen oder in der Donau ertränkt. Am 5. April werden der Pfarrer Hans Jakob Wehe, Ulrich Schön und fünf weitere gefangen genommene Anführer der Bauern in der Nähe des Dorfes Bubesheim enthauptet und die Städte Leipheim und Günzburg zur Plünderung freigegeben.
16.4.1525
Unter Führung von Jakob "Jäcklein" Rohrbach erstürmen Bauern des Neckartal-Odenwälder Haufens am Ostersonntag die Burg und die Stadt Weinsberg. Die Burg wird geplündert und in Brand gesteckt. Der Amtsmann von Weinsberg und Obervogt über alle württembergischen Bauern Graf Ludwig Helferich von Weinsberg, seine Ritter und seine bewaffneten Reisigen werden von den Bauern gefangen genommen, durch "die Spieße gejagt" und getötet. (Weinsberger Bluttat)
17.4.1525
Im Kloster Weingarten in Oberschwaben schließt der Heerführer des Schwäbischen Bundes Georg III. Truchsess von Waldburg (1488 - 1531) mit den zahlenmäßig deutlich überlegenen aufständischen Bauern des Seehaufens vom nördlichen Bodensee-Ufer den Vertrag von Weingarten, der die Auflösung des Bauernhaufens, den freien Abzug der Bauern, die Rückgabe des von den Bauern eroberten Gutes, die weitere Zahlung von Abgaben der Bauern an ihre Feudalherren und das Aufstellen bauernfreundlicher Schiedsgerichte unter der Führung des Schwäbischen Bundes beinhaltet.
Durch den Vertrag gewinnt Georg III. Truchsess von Waldburg (1488 - 1531) Zeit, um seine Truppen zu verstärken.

Anfang Mai 1525

Martin Luther (1483 - 1546) ist entsetzt über die von den Bauern angewandte Gewalt, die am 16. April 1525 in der "Weinsberger Bluttat" gipfelte. Mit seiner Schrift Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bauern verurteilt er diese Gewalt.
12.5.1525
In der Schlacht bei Böblingen (Baden-Württemberg) schlägt ein 8.000 Söldner starkes Heer des Georg III. Truchsess von Waldburg (1488 - 1531) mehrere Haufen mit 15.000 Bauern blutig zusammen. Dabei werden etwa 3.000 Bauern niedergemetzelt. Auf Seiten der Söldner sterben 25 Reiter und 15 Fußsoldaten. Einer der Anführer der Weinsberger Bluttat - Melchior Nonnenmacher aus Ilsfeld - wird gefangen genommen, an einen Baum gekettet und lebendig „gebraten“.
15.5.1525
In der Schlacht bei Frankenhausen (Thüringen) werden 8.000 aufständische Bauern unter Führung von Thomas Müntzer (1489 - 1525) durch 6.000 Landsknechte und Berittene der vereinten Heere unter der Führung des Landgrafen Philipp von Hessen (1504 - 1567), Herzog Heinrich von Braunschweig (1489 - 1568) und Herzog Georg von Sachsen (1471 - 1539) vernichtend geschlagen. Nahezu alle Bauern - auch die fliehenden - werden durch die deutlich besser bewaffneten Söldner niedergemetzelt. Etwa 600 Bauern geraten in Gefangenschaft, 300 von ihnen werden am 16. Mai hingerichtet. Thomas Müntzer wird ebenfalls gefangen genommen, tagelang gefoltert und am 27. Mai hingerichtet.
21.5.1525
Georg III. Truchsess von Waldburg lässt in der Nähe von Heilbronn-Neckargartach den an ihn ausgelieferten Jakob "Jäcklein" Rohrbach wegen dessen aktiver Mitwirkung an der "Weinsberger Bluttat" am 16. April mit einer Kette an einen Baum fesseln und bei lebendigem Leibe verbrennen.
23. und 24.6.1525
Soldaten des Kurfürsten Ludwig V. von der Pfalz (1478 - 1544) besiegen in der Schlacht bei Pfeddersheim die Bauern. Dabei werden etwa 8.000 Bauern getötet.
19.7.1525
Dessauer Bund


29.10.1525


In Wittenberg hält Dr. Martin Luther (1483 - 1546) erstmals in deutscher Sprache eine Messe.
27.2.1526
Torgauer Bund

19. - 24.4.1529

Auf dem Reichstag zu Speyer protestieren sechs Fürsten und 14 Freie Reichsstädte gegen die Ächtung Martin Luthers und seiner Schriften sowie für die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens.
5.1.1531
In Köln wird Ferdinand I. (1503 - 1564) von den sechs Kurfürsten mit 5:1 Stimmen zum römisch-deutschen König gewählt. Gegen diese Wahl stimmte der sächsische Kurfürst Johann der Beständige (1468 - 1532).
27.2.1531
In der thüringischen Stadt Schmalkalden unterzeichnen der sächsische Kurfürst Johann der Beständige (1468 - 1532), der hessische Landgraf Philipp I. der Großmütige (1504 - 1567), Herzog Philipp von Braunschweig-Grubenhagen (1476 - 1551), Herzog Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg (1497 - 1546), Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen (1492 - 1566), der Graf von Erbach sowie elf protestantische Reichsstädte den Schmalkaldischen Bund (auch: Schmalkaldische Liga, Liga von Schmalkalden), um sich gegen Angriffe in Glaubenssachen zusammenzuschließen.


6.8.1534


Martin Luther vollendet seine Bibel-Übersetzung.
1539 - 1540
In Dresden wütet die Pest so heftig, dass die Scheffelgasse fast ausgestorben ist.
18.2.1546
Der Kirchenreformator Dr. Martin Luther stirbt in Eisleben.
10.7.1546 - 23.5.1547
Im Schmalkaldischen Krieg ringen der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Karl V. (1500 - 1558), unterstützt durch den römisch-deutschen König Ferdinand I. (1503 - 1564), den spanischen Herzog von Alba Fernando Álvarez de Toledo (1507 - 1582) und dem Herzog des albertinischen Sachsen Moritz von Sachsen (1521 - 1553), gegen die Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen (1503 - 1554), den Landgraf Philipp I. von Hessen (1504 - 1567) und den Kurfürst der Pfalz Friedrich II. (1482 - 1556) um die Vorherrschaft im Reich.
24.4.1547
In der Schlacht bei Mühlberg auf der Lochauer Heide im Elbe-Elster-Gebiet nahe Torgau schlägt ein 27.000 Soldaten starkes Heer der katholischen Fürsten unter Führung von Kaiser Karl V. (1500 - 1558), König Ferdinand I. (1503 - 1564) und Herzog Moritz von Sachsen (1521 - 1553) ein nur 7.000 Soldaten umfassendes Heer des protestantischen Schmalkaldischen Bundes unter Führung des Kurfürsten Johann Friedrich I. der Großmütige von Sachsen (1503 – 1554) vernichtend.
Die Anführer des Schmalkaldischen Bundes, Kurfürst Johann Friedrich I. und Landgraf Philipp von Hessen (1504 - 1567), geraten in Gefangenschaft.
19.5.1547
Im Feldlager von Kaiser Karl V. (1500 – 1558) unterschreibt der gefangene und am 10. Mai 1547 zum Tode verurteilte Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen (1503 – 1554) die Wittenberger Kapitulation. Er wird dafür mit lebenslanger Gefangennahme "begnadigt", verliert aber seine Kurwürde und einen großen Teil seiner Ländereien an Herzog Moritz von Sachsen (1521 - 1553). Damit endet der Schmalkaldische Krieg.
25.2.1548
Auf dem "geharnischten" Reichstag zu Augsburg gelingt es Kaiser Karl V. nicht, das Luthertum niederzuwerfen. Die Kurfürsten und die Reichsstände leisten energischen Widerstand. Deshalb erlässt er das Augsburger Interim (dt. "Zwischenlösung"), gemäß dem nach einer Übergangszeit die Wiedereingliederung der Protestanten in die katholische Kirche entschieden werden soll.
29.3.1549
Kurfürst Moritz von Sachsen (1521 - 1553) verfügt den Zusammenschluss von Dresden und Altendresden.
22.5.1551
Vertrag von Torgau
2.8.1552
Im Lamberg-Palais in Passau schließen der römisch-deutsche König Ferdinand I. (1503 - 1564) und die protestantische Reichsfürsten unter Führung des Kurfürsten Moritz von Sachsen (1521 - 1553) gegen den Willen des geflüchteten Kaisers Karl V. (1500 - 1558) den Passauer Vertrag. Darin wird der Protestantismus im Deutschen Reich formell anerkannt. Außerdem kommen die in kaiserlicher Haft befindlichen Landgraf Philipp von Hessen (1504 - 1567) und Johann Friedrich I. von Sachsen (1503 – 1554) frei.
9.7.1553
In der Schlacht bei Sievershausen (Niedersachsen) besiegen sächsisch-braunschweigische Truppen das Heer des Markgrafen Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (1522 - 1557). In der blutigen Schlacht sterben etwa 4.000 Soldaten. Kurfürst Moritz von Sachsen (1521 - 1553) erliegt zwei Tage nach der Schlacht den erlittenen Verletzungen.
1553
In Thüringen, im Meißener Land und in der Lausitz, besonders auch in Dresden, wütet die Pest.
25.9.1555
Auf dem Reichstag zu Augsburg schließen der römisch-deutsche König Ferdinand I. (1503 - 1564), der seinen Bruder Kaiser Karl V. (1500 - 1558) vertritt, und die Reichsstände den Augsburger Reichs- und Religionsfrieden , mit dem erstmals das friedliche Nebeneinander von Katholizismus und Luthertum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation rechtlich festgesetzt wird.
1563
In Dresden wütet die Pest.
1566
In Dresden wütet die Pest fast das ganze Jahr und fordert 425 Menschenleben.
1572
In Dresden wütet schon wieder die Pest.
1585
Seit 1575 bricht in Dresden immer wieder die Pest aus. Ganz schlimm wütet sie 1585, als 1.209 Menschen sterben - das ist jeder 10. Dresdner Einwohner.

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