Geschichte Dresdens, Sachsens, Deutschlands

1919 - 1932
4.1.1919
Der preußische Innenminister Paul Hirsch (1868 - 1940, MSPD) verfügt die Entlassung von Emil Eichhorn (1863 - 1925, USPD), weil der als Berliner Polizeipräsident die von ihm kommandierte Sicherheitswehr während der Weihnachtskämpfe 1918 an der Seite der Volksmarinedivision kämpfte. Die Berliner Arbeiter fühlen sich durch diese Entlassung provoziert, rufen zu Massendemonstrationen auf und besetzen die Druckerei der SPD-Zeitung "Vorwärts" (sog. "Spartakusaufstand").
11.1.1919
Weil revolutionäre Arbeiter das Druckereigebäude des "Vorwärts" (SPD) besetzt halten, werden sie von Regierungstruppen belagert. Um die Kampfhandlungen zu beenden, schicken die Arbeiter Parlamentäre zu den Soldaten. Diese sieben Parlamentäre werden gelyncht.


15.1.1919


Die beiden Mitbegründer und Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden ermordet.
19.1.1919
Die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung (423 Sitze) findet statt. Es ist die erste reichsweite Wahl nach der Novemberrevolution 1918. Laut Artikel 2 des Reichswahlgesetzes vom 30.11.1918 sind "alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr vollendet haben" wahlberechtigt. Die SPD gewinnt 37,9 % der Stimmen (165 Sitze), die Zentrumspartei 19,7 % (90 Sitze), die Deutsche Demokratische Partei (DDP) 18,5 % (75 Sitze), die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 10,3 % (43 Sitze), die USPD 7,6 % (22 Sitze), die Deutsche Volkspartei (DVP) 4,4 % (22 Sitze), der Bayerische Bauernbund (BB) 0,9 % (4 Sitze) und die Deutsch-Hannoversche Partei (DHP) 0,2 % (2 Sitze).


21.2.1919


Auf seinem Weg in den Bayrischen Landtag wird der Ministerpräsident Kurt Eisner ermordet.
21.2.1919
In der Erregung wegen der Ermordung des bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner stürmt der Arbeiter Alois Lindner in den Bayrischen Landtag und verübt ein Attentat auf den bayrischen Innenminister Erhard Auer (1874 - 1945), das dieser dank einer sofort durchgeführten Notoperation überlebt.
3.3.1919
Die Vollversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte Groß-Berlin beschließt den Aufruf zum Genralstreik für den folgenden Tag. Als SPD-Reichswehrminister Gustav Noske über 30.000 Reichswehrsoldaten nach Berlin beordert, eskaliert die Situation in bürgerkriegsähnlichen Zuständen.


9.3.1919


Der angebliche Lichtenberger Beamtenmord dient dem SPD-Reichswehrminister Gustav Noske (1868 - 1946) als Vorwand für den Erlass des Befehls "Jede Person, die mit den Waffen in der Hand gegen Regierungstruppen kämpfend angetroffen wird, ist sofort zu erschießen."


10.3.1919


Im Untersuchungsgefängnis Berlin-Neukölln wird der Mitbegründer und Parteivorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Leo Jogiches ermordet.


11.3.1919


In Berlin erschießen Regierungssoldaten 29 Matrosen der aufgelösten Volksmarinedivison.

12.4.1919

Der sächsische SPD-Minister für Militärwesen Gustav Neuring (1879 – 1919) wird von aufgebrachten Kriegsbeschädigten, deren Pensionen gekürzt werden sollen, von der Augustusbrücke in die Elbe gestürzt und erschossen (Lynchmord an Gustav Neuring).
Einen Tag darauf wird über Sachsen der Belagerungszustand verhängt, die Reichswehr marschiert ein.


13.4.1919


Wegen der tumultartigen Ereignisse am Vortag, als der sächsische Minister für Militärwesen Gustav Neuring (1879 – 1919) von Hunderten aufgebrachten Kriegsbeschädigten gelyncht worden war, ruft die Regierung den Belagerungszustand über Sachsen aus.
1.5.1919
Soldaten der Regierung von Johannes Hoffmann (1867 - 1930, MSPD) sowie antirepublikanische Freikorpsverbände rücken in München ein und schlagen die am 7. April 1919 ausgerufene Münchner Räterepublik blutig nieder. Mehr als tausend Mitglieder und (vermeintliche) Anhänger der Räterepublik werden in den folgenden Wochen ermordet.
2.5.1919
In München wird der ehemalige Beauftragte für Volksaufklärung in der Münchner Räterepublik Gustav Landauer ermordet. Er war am Vortag von Freikorpssoldaten verhaftet, schwer misshandelt und schließlich erschossen worden.


7. und 8.8.1919


In Chemnitz demonstrieren Arbeiter gegen die akute Lebensmittelknappheit. Das brutale Vorgehen der Armee fordert 27 Menschenleben. (Chemnitzer Blutbad)


13.1.1920


Als über 100.000 Berliner Arbeiter vor dem Reichstag gegen das Betriebsrätegesetz demonstrieren, das gerade im Reichstag zur zweiten Lesung vorliegt, schießen das Reichstagsgebäude sichernde Polizisten auf die Demonstranten. Dabei sterben 42 Menschen.
26.1.1920
Ein rechter Attentäter verübt in Berlin auf den deutschen Politiker Matthias Erzberger (1875 - 1921, Deutsche Zentrumspartei), den er als "Novemberverbrecher" anfeindet, einen Mordanschlag, dem er aber knapp entgehen kann.
24.2.1920
Vor 2.000 Personen benennt sich im Müchener Hofbräuhaus die 1919 gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP) in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) um. Adolf Hitler (1889 – 1945) verliest das 25-Punkte-Programm der NSDAP.


15.3.1920


Beim Generalstreik der Dresdener gegen den Kapp-Putsch schießt die Reichswehr auf dem Postplatz auf die Demonstranten. Dabei sterben 59 Menschen.
6.6.1920
Die Wahl zum Deutschen Reichstag
12.10.1920
Auf dem USPD-Parteitag in Halle entzweien sich die Delegierten an der Frage, ob man sich der in Moskau gegründeten Kommunistischen Internationale anschließen soll. Die Mehrheit der Parteitagsdelegierten befürwortet dies und wechselt in die KPD. Die Minderheit führt die USPD weiter.
1.11.1920
Die am 26.10. in der Volkskammer angenommene Verfassung des Freistaates Sachsen tritt in Kraft. Sachsen wird eng an das Deutsche Reich gebunden und verliert u. a. die Eisenbahn- und Finanzhoheit.
14.11.1920
Bei der Wahl zum 1. Landtag in Sachsen (96 Sitze) gewinnt die SPD 28,34 % der Stimmen und 27 Sitze im Landtag, gefolgt von der Deutschnationalen Partei (DNP, 20,96 %, 20 Sitze), der Deutschen Volkspartei (DVP, 18,62 %, 18 Sitze), der USPD/rechts (13,85 %, 13 Sitze), der Deutschen Demokratischen Partei (DDP, 7,71 %, 8 Sitze), der KPD (5,66 %, 6 Sitze), der USPD/links (2,90 %, 3 Sitze) und dem Zentrum (1,10 %, ein Sitz).
9.12.1920
Der SPD-Politiker Wilhelm Buck (1869 - 1945) wird zum sächsischen Ministerpräsidenten gewählt und bildet am 13.12. eine SPD-/USPD-Minderheitsregierung.
17.3. - 1.4.1921
Der Mitteldeutsche Aufstand, an dem etwa 200.000 Arbeiter im Bergbaugebiet Mansfeld-Eisleben und in den Leuna-Werken teilnehmen, wird blutig niedergeschlagen.
26.8.1921
Rechte Attentäter der Organisation Consul ermorden in Bad Griesbach (Schwarzwald) den deutschen Politiker Matthias Erzberger , (1875 - 1921, Deutsche Zentrumspartei), den sie als "Novemberverbrecher" anfeinden.
3.9.1921
Nach dem Attentat auf den deutschen Politiker Matthias Erzberger , (1875 - 1921, Deutsche Zentrumspartei) am 26. August kommt es in vielen Städten Deutschlands zu Sympathiedemonstrationen für die junge Republik. Als die Bayerische Landespolizei eine Veranstaltung auf dem Schlossplatz in Coburg auflösen will, eskaliert die Situation. Die Polizei wirft Handgranaten und feuert mit Gewehren. Dabei werden 20 Demonstranten verletzt, ein Mann stirbt. ("Coburger Blutsonnabend")
11.10.1921
In Zwickau gründet Fritz Tittmann (1898 – 1945) die erste NSDAP-Ortsgruppe in Sachsen (und die erste außerhalb Bayerns) und wird NSDAP-Gauleiter für Sachsen.
5.4.1922
Der Sächsische Landtag bestimmt den 1. Mai und den 9. November zu Feiertagen.
4.6.1922
Rechte Attentäter verüben in Kassel auf den SPD-Politiker Philipp Scheidemann (1865 - 1939), den sie als "Novemberverbrecher" anfeinden, einen Mordanschlag, dem er aber knapp entgehen kann.
6. - 19.6.1922
Ein Volksbegehren der bürgerlichen Parteien zur Auflösung des sächsischen Landtags, das sich gegen die Einführung des 1. Mai und des 9. November als Feiertage richtet, findet 818.797 stimmberechtigte Befürworter und ist damit erfolgreich (rund 300.000 Unterschriften waren notwendig).
24.6.1922
Rechte Attentäter der Organisation Consul ermorden in Berlin-Grunewald den deutschen Außenminister Walther Rathenau (1867 - 1922, Deutsche Demokratische Partei).
3.7.1922
Rechte Attentäter verüben in Berlin-Grunewald auf den deutschen Publizisten Maximilian Harden (1861 - 1927), den sie wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner sozialistischen Gesinnung anfeinden, einen Mordanschlag, den er mit schweren Kopfverletzungen knapp überlebt.
14.9.1922
Gegen die Stimmen der SPD wird der Sächsische Landtag aufgelöst.
5.11.1922
Bei der Wahl zum 2. Landtag in Sachsen (96 Sitze) gewinnt die Vereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,78 % der Stimmen und 40 Sitze im Landtag, gefolgt von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP, 19,01 %, 19 Sitze), der Deutschen Volkspartei (DVP, 18,71 %, 19 Sitze), der KPD (10,52 %, 10 Sitze) und der Deutschen Demokratischen Partei (8,44 %, 8 Sitze).
21.3.1923
Dr. Erich Zeigner (SPD, 1886 – 1949) wird von SPD und KPD zum sächsischen Ministerpräsidenten gewählt und bildet eine SPD-Minderheitsregierung.
10.10.1923
Der sächsische Ministerpräsident Dr. Erich Zeigner (SPD, 1886 – 1949) bildet eine neue sächsische Regierung mit den beiden KPD-Mitgliedern Fritz Heckert (Ressort Wirtschaft, 1884 - 1936) und Paul Böttcher (Ressort Finanzen, 1891 - 1975).
29.10.1923
Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD, 1871 – 1925), befiehlt den Einmarsch der Reichswehr in Sachsen ("Reichsexekution"), setzt Dr. Erich Zeigner (SPD, 1886 – 1949) als Ministerpräsident in Sachsen ab und löst die sächsische Regierung auf, weil der die Beteiligung der KPD an der sächsischen Regierung aufrecht hielt. Er setzt bis zum 1.11. den Reichskommissar Rudolf Heinze (DVP) als Ministerpräsident ein.
4.5.1924
Die Wahl zum Deutschen Reichstag
7.12.1924
Die Wahl zum Deutschen Reichstag
22.8.1925
Deutschlands beste Arbeiter-Fußballmannschaft, der Dresdner Sportverein 1910 (DSV), lädt die beste sowjetische Fußballmannschaft, Kommando Charkow, zur Einweihung seiner neuen Spielstätte ins Stadion an der Hepkestraße / Ecke Bärensteiner Straße ein. Das verbotene Spiel findet vor 18.000 Zuschauern statt.
4.6.1926
In Dresden wird das Georg-Arnhold-Bad für die Öffentlichkeit freigegeben.
Der jüdische Bankier Georg Arnhold (1859 - 1926) trat als Mitinhaber des Bankhauses Gebrüder Arnhold wiederholt als Mäzen der Stadt Dresden in Erscheinung, so u. a. für die Dresdner Kunstsammlungen, für die TU Dresden und die Palucca-Schule. Er übernahm drei Viertel der Baukosten (400.000 Reichsmark) des Bades. Deshalb weihte die Stadt Dresden das Bad auf seinen Namen ein. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde das Bad in Güntzwiesenbad umbenannt. Seit 1948 trägt das Schwimmbad wieder den Namen Georg-Arnhold-Bad.
20.6.1926
Beim Volksentscheid zur entschädigungslosen Fürstenenteignung stimmen nur 36,4 % der Wähler für Enteignung. Mit "Ja" stimmen vor allem die Anhänger der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD, während die Anhänger der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), der Bayrischen Volkspartei (BVP), der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) sowie die katholische und evangelische Kirche für "Nein" sind.
31.10.1926
Bei der Wahl zum 3. Landtag in Sachsen (96 Sitze) gewinnt die SPD 32,14 % der Stimmen und 31 Sitze im Landtag, gefolgt von der KPD (14,52 %, 14 Sitze), der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP, 14,47 %, 14 Sitze), der Deutschen Volkspartei (DVP, 12,79 %, 12 Sitze), der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei, 10,08 %, 10 Sitze), der Deutschen Demokratischen Partei (DDP, 4,73 %, 5 Sitze), der Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung (4,18 %, 4 Sitze), der Alten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (ASPD, 4,15 %, 4 Sitze) und der NSDAP (1,60 %, 2 Sitze).
20.5.1928
Die Wahl zum Deutschen Reichstag
12.2.1929
In Dresden wird mit -27,4 °C die tiefste je in der Dresdner Innenstadt gemessene Temperatur registriert. Die Elbe ist zugefroren und kann an gekennzeichneten Stellen zu Fuß überquert werden. Erst ab 4.3. wird es deutlich wärmer.
12.5.1929
Bei der Wahl zum 4. Landtag in Sachsen (96 Sitze) gewinnt die SPD 34,16 % der Stimmen und 33 Sitze, gefolgt von der Deutschen Volkspartei (DVP, 13,45 %, 13 Sitze), der KPD (12,79 %, 12 Sitze), der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei, 11,28 %, 11 Sitze), der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP, 8,08 %, 8 Sitze), dem Sächsischen Landvolk (5,20 %, 5 Sitze), der NSDAP (4,96 %, 5 Sitze), der Deutschen Demokratischen Partei (DDP, 4,27 %, 4 Sitze), der Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung (2,60 %, 3 Sitze) und der Alten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (ASPD, 1,46 %, 2 Sitze). Die Wahlen werden auf Antrag der SPD später durch Gerichtsbeschluss annulliert (Der SPD und nicht der ASPS hätte der erste Platz auf dem Wahlzettel zugestanden.).
16.5.1930
In Dresden wird Deutsche Hygienemuseum feierlich eingeweiht.
22.6.1930
Bei der Wahl zum 5. Landtag in Sachsen (96 Sitze) gewinnt die SPD 33,37 % der Stimmen und 32 Sitze im Landtag, gefolgt von der NSDAP (14,43 %, 14 Sitze), der KPD (13,61 %, 13 Sitze), der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (10,60 %, 10 Sitze), der Deutschen Volkspartei (DVP, 8,71 %, 8 Sitze), die Deutschnationale Volkspartei (DNVP, 4,76 %, 5 Sitze), dem Sächsischen Landvolk (4,61 %, 5 Sitze), der Deutschen Demokratischen Partei (DDP, 3,21 %, 3 Sitze), dem Christlich-sozialen Volksdienst (2,20 %, 2 Sitze), der Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung (1,69 %, 2 Sitze) und der Volksnationalen Reichsvereinigung (1,51 %, 2 Sitze).
14.9.1930
Die Wahl zum Deutschen Reichstag
17.10.1930
In Berlin warnt der Schriftsteller Thomas Mann (1875 – 1955) in seiner Rede "Ein Appell an die Vernunft" vor dem erstarkenden Faschismus in Deutschland.
9.2.1931
Das Stadtverordnetenkollegium wählt Dr. Wilhelm Külz (1875 - 1948) zum Oberbürgermeister von Dresden.


7.12.1931


Eine SPD-Versammlung, zu der NSDAP-Mitglieder eingeladen wurden, eskaliert in einer Saalschlacht in Königshain mit mehreren Verletzten und einem demolierten Lokal.
18.2.1932
Der letzte sächsische König Friedrich August III. von Sachsen stirbt auf Schloss Sybillenort (Schlesien). Am 23.2. wird er in Dresden im Beisein von Hunderttausenden Trauernden beigesetzt.


31.3.1932


Durch die Filmprüfstelle in Berlin wird der Film "Kuhle Wampe" verboten.


10.5.1932


Der Publizist Carl von Ossietzky (1889 - 1938) muss eine 18monatige Haftstrafe antreten. Vorgeworfen wurden ihm "Landesverrat" und "Verrat militärischer Geheimnisse".
16.6. - 9.7.1932
Im Ergebnis der Konferenz von Lausanne vereinbaren Deutschland, Großbritannien und Frankreich mit einer einmaligen Abfindungssumme von 3 Mrd. Reichsmark das Ende der durch den Versailler Vertrag auferlegten deutschen Reparationsschuld nach dem Ersten Weltkrieg.


19.7.1932


Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann spricht in Dresden vor 80.000 Menschen anlässlich der bevorstehenden Wahl zum Deutschen Reichstag.
20.7.1932
Per Notverordnung setzt Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847 - 1934) den seit 1920 in der "roten Festung" regierenden SPD-Ministerpräsidenten von Preußen Otto Braun (1872 - 1955) ab und ernennt Franz von Papen (1879 - 1969) zum Reichskommissar in Preußen. (Preußen-Schlag)
31.7.1932
Die Wahl zum Deutschen Reichstag
4./5.9.1932
Reichskanzler Franz von Papen (1879 - 1969) verfügt per Notverordnung weitere und tiefgreifende Lohnsenkungen für die Arbeiter aller öffentlichen Betriebe und Verwaltungen.


30.8.1932


Nach der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 eröffnet Alterspräsidentin Clara Zetkin (1857 - 1933) den neu gewählten 6. Deutschen Reichstag der Weimarer Republik.
3. - 7.11.1932
Wegen der von Reichskanzler Franz von Papen (1879 - 1969) verfügten Notverordnungen vom September 1932 kommt es in Deutschland zu zahlreichen Arbeitskämpfen. Am spektakulärsten ist der Streik der Berliner Verkehrsgesellschaft, an dem sowohl Mitglieder der KPD-nahen Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO) und der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) teilnehmen. Für die SPD gilt dieser Streik als Paradebeispiel für eine antirepublikanische Einheitsfront von Nazis und Kommunisten.


4.11.1932


Der Feme-Mord an den SA-Mann Hentsch erschüttert die Dresdner Bevölkerung.
6.11.1932
Bei der Wahl zum 7. Deutschen Reichstag gewinnt die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 33,1 % der Stimmen. Es folgen die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD, 20,4 %), die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD, 16,9 %), die Deutsche Zentrumspartei (11,9 %), die Deutschnationale Volkspartei (DNVP, 8,3 %) und die Bayrische Volkspartei (BVP, 3,1 %).

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