Die Schlacht bei Tannenberg

vom 26. bis 30. August 1914

Text aus ´Hilf mit!´ Nr. 4 / 1936, Seite 109
aus: "Hilf mit!" (nationalsozialistische Zeitung für Schüler im Dritten Reich), Nr. 4 / 1936, Seite 109
Zunächst berichteten die Medien von der "Schlacht bei Allenstein", weil das Kampfgetümmel unweit der polnischen Stadt Olsztyn (deutsch: Allenstein) stattfand. Doch General Paul von Hindenburg (1847 - 1934) wollte die Niederlage des deutschen Ritterordens gegen die gemeinsame Streitmacht des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło (1362 - 1434) und des litauischen Großfürsten Vytautas (1354 - 1430) im Jahr 1410 propagandistisch überstrahlen.
Text aus ´Hilf mit!´ Nr. 4 / 1936, Seite 109
Die Schlacht bei Tannenberg (27. - 31. August 1914).
Die Lage an der Ostfront war im August 1914, zu Beginn
des Weltkrieges ähnlich der Lage vor der Schlacht bei Waterloo.
Zwei große russische Heere waren in Ostpreußen eingerückt: das
Heer des Generals Rennenkampf und das des Generals Sam-
sonow. Jedes der beiden Heere war den deutschen Truppen an
Zahl weit überlegen. Vereinigten sich die beiden, so bildeten sie
eine Dampfwalze, gegen die es keinen Widerstand mehr gab.
Als General von Hindenburg und General Ludendorff am
23. August in Marienburg eintrafen und den Befehl über die
deutsche Ostarmee übernahmen, entschlossen sie sich zu einem
außerordentlich kühnen Plan. Sie wollten die russischen Armeen
einzeln schlagen, ehe sie sich vereinigen konnten, und zwar sollte
zuerst die Armee Samsonow angegriffen werden. Diese hatte sich
im Gebiet der masurischen Seen aufgestellt, um weiter in die
Provinz vorzustoßen.
Auf beiden Flügeln wurde nun der deutsche Angriff ein-
gesetzt: im Norden bei Bischofstein und Groß-Bössau, im Süden
zwischen Soldau und Usdau. Am schwierigsten war die Lage in
der Mitte, etwa auf dem Abschnitt Hohenstein-Allenstein. Hier
hatte ein einziges deutsches Armeekorps den Ansturm von vier
russischen Armeekorps aufzuhalten.
Die Schlacht verlief ähnlich wie die Schlacht bei Cannae. Die
Mitte hielt stand, während die beiden Flügel zum Angriff vor-
gingen. Die letzte Entscheidung fiel durch einen Vorstoß auf dem
rechten deutschen Flügel. Hier wurden am dritten Schlachtentag
die Russen aus Usdau und Reidenburg hinausgeworfen und von
Süden her die Hauptarmee bereits umfasst. Im Norden waren
in sehr schweren Kämpfen die Russen bis Passenheim zurück-
gedrängt worden. Eine mächtige Klammer, ein eherner Ring
legte sich um das große russische Heer. Nun ging auch die Mitte
zum Angriff vor und brach tief in die russischen Linien ein. Die
eng zusammengedrängten russischen Heeresmassen begannen sich
aufzulösen, flüchteten durch die Wälder, blieben zum Teil in den
Seen stecken. Einzelne Abteilungen gerieten in die Sümpfe, in
denen Tausende ertranken. - Die Feldherrnkunst der deutschen
Führer hatte einen überlegenen Gegner vernichtend geschlagen.

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