Die Nazis ermorden einen Gewerkschaftssekretär

im Januar 1933


Der Mord an den Gewerkschafter Reben
aus: "Dresdner Volkszeitung" vom 25. Januar 1933

Von Nazis meuchlings ermordet

Der Mörder des Gewerkschaftssekretärs ist der Gruppenführer Siebert

Leipzig, 24. Januar. (Eigener Bericht) Die polizeilichen
Ermittlungen nach dem Mörder des Arbeiters und Gewerkschafts-
funktionärs Reben in Pressen bei Eilenburg sind erfolgreich
gewesen. Als Täter wurde der SA-Gruppenführer
Siebert festgenommen. Der Nazimordbube hat Reben als Ge-
werkschaftsfunktionär kennengelernt. Ohne jeden Grund wurde
Reben auf dem Heimwege von einer Veranstaltung von Nazibestien
überfallen und zu Tode misshandelt. Siebert will "aus Hass
gegen die Marxisten und Gewerkschaften" den
eifrigen Funktionär Reben beseitigt haben. Der so tragisch ums
Leben gekommene Reben hinterlässt eine Witwe mit drei kleinen
Kindern.
An der Beerdigung des Gewerkschaftsfunktionärs, der
besonders unter den Landarbeitern bekannt war, nahmen viele
Sozialdemokraten, Reichsbannerleute und Kommunisten teil. Auf
dem Rückmarsch bewegte sich der Demonstrationszug durch die Hoch-
burgen der braunen Landsknechte.
Der bestialische Meuchelmord durch Hitlers braune Knechte
hat selbst bis in die Kreise des Bürgertums und der Landwirte
große Erbitterung hervorgerufen. Es wird verlangt, dass endlich
mit aller Schärfe gegen das Nazistrolchtum vorgegangen wird.

Wieder ein SA-Raubmörder

Raum Köln, 24. Januar. (Eigener Drahtbericht) In Köln geht ein
neuer Raubmord eines SA-Mannes seiner Aufklärung
entgegen. Vor einigen Wochen wurden am Rudolfsplatz ein Geld-
briefträger und eine Frau ermordet. Unter dem Verdacht der
Beihilfe ist am Dienstag der Neffe der Toten, ein 22-jähriger
SA-Mann verhaftet worden, der in voller Naziuniform der
Beerdigung der ermordeten Tante beigewohnt hat. Der Ver-
haftete hat im vergangenen Jahr 3.500 Mark unterschlagen und
verjubelt.

Stinkbomben in der Universität

Stadt Breslau, 24. Januar (Eigener Drahtbericht) Am Dienstag
nahm Professor Dr. Cohn seine Vorlesungen an der Uni-
versität wieder auf. Sofort begann auch wieder der Krach der
Nazistudenten in und vor der Universität.
Die Rowdys begnügten sich diesmal nicht mit Singen und
Brüllen. An verschiedenen Stellen der Universität wurden
Tränengas- und Stinkbomben geworfen. In einer
Fernsprechzelle wurde ein Kanonenschlag abgebrannt. Die
Polizei trieb 200 Rowdys aus dem Gebäude und verhaftete zehn.

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