Die erste Schlacht bei Breitenfeld

Breitenfeld bei Leipzig am 17.9.1631

Archiv für die Sächsische Geschichte. Erster Band. Seite 213 Archiv für die Sächsische Geschichte. Erster Band. Seite 214

Am 7. September 1631 fand die berühmte, vielbeschrie-
bene Schlacht von Breitenfeld statt, in welcher die verbündeten
protestantischen Heere einen entscheidenden Sieg davon trugen.
Eine Darstellung dieser sehr bekannten Schlacht, von der aber
ein gleichzeitiger, officieller Sächsischer Bericht gar nicht vor-
liegt, gehört nicht hierher; und nur insoweit die beiden Regi-
menter Ritterpferde unter dem Commando der Obersten Cäsar
Pflugk und Eustachius v. Löser an derselben Theil nahmen, sei sie
mit wenigen Worten erwähnt. Die beiden regimenter bildeten
nebst 4 geworbenen Reiter-Regimentern den rechten Flügel der
Sächsischen Armee, die, aus der Hoffahne, 6 Reiter-Regimentern,
6 Infanterie-Regimentern und einigen Frei-Compagnien be-
stehend, 16.000 - 17.000 Mann stark war. Die Sachsen schlos-
sen sich, nur einen Graben getrennt, an den linken
Flügel der Schweden. Nachdem ein zweistündiges Geschütz-
feuer die neu geworbenen Sächsischen Truppen und die gar
nicht soldatisch ausgebildete Lehnsreiterei einigermaßen erschüt-
tert hatte, wurden sie vom rechten und linken Flügel her
gleichzeitig von Reiterei und Infanterie angegriffen. Nach
anfänglich gutem Widerstande und einem Verluste von 2.000
Mann an Todten traten die Sachsen den Rückzug nach Eilen-
burg, der bald in Flucht ausartete, an. Man gibt den bei-
den Regimentern Lehnsreiterei Schuld, zuerst den Rücken ge-
wendet zu haben. Vier Sächsische Reiter-Regimenter hielten
tapfer auf dem Schlachtfelde aus. Der Kurfürst theilte durch
ein aus Eilenburg vom 8. September datirtes Schreiben den
Geheimen Räthen in Dresden das wichtige Ereigniß mit.
Er sagt in demselben: "Es hat gestern ein in neuerer
Zeit unerhörtes Haupttreffen stattgefunden, und obwohl aus
Unserer Armee etliche Regimenter ausgerissen, so sind doch
Ihre Königliche Majestät mit Dero Armee dem General
Tilly also begegnet, daß Wir endlich das Feld und den Sieg
erhalten." Eigenhändig hatte der Kurfürst dem Schreiben
die Worte beigefügt: "das heißt den Pfaffen die Platte ge-
schoren."
Infolge der Schlacht von Breitenfeld rückte Ende October
1631 die Sächsische Armee nach Böhmen und setzte sich in den
Besitz von Prag.





Quelle:




Das "Defensionswesen" im Kurfürstenthume Sachsen.
Vom Major u. K. Flügeladjutanten Freiherrn v. Friesen.
In: Archiv für die Sächsische Geschichte. Erster Band.
Verlag von Bernhard Tauchnitz, Leipzig 1863, Seiten 213 und 214




Graf Johann T´Serclaes von Tilly (1559 – 1632) war während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) oberster Heerführer der kaiserlich-katholischen Liga.

Reise in die Geschichte - Sachsen, Seiten 16 und 17
Quelle:
Schauplätze der Vergangenheit. Reise in die Geschichte - Sachsen.
Kartographischer Verlag Busche GmbH. Dortmund, 1. Auflage 1992.
Seiten 16 und 17