Geschichte Dresdens im 19. Jahrhundert

1800
Ganz Deutschland leidet unter einer Scharlach-Epedemie, die allein in Dresden 2.397 Menschenleben, darunter 1.342 Kinder, kostet.
21.11.1803
In Mainz wird vor 30.000 Schaulustigen der als Schinderhannes bekannte Räuber Johannes Bückler (1779 – 1803) mit 19 seiner Gefährten durch die Guillotine hingerichtet.
12.7.1806
Auf Initiative des französischen Kaisers Napoleon I. (1769 – 1821) wird in Paris der Rheinbund gegründet: ein Militärbündnis von 16 süd- und westdeutschen Staaten und Fürstentümern (u. a. die Königreiche Bayern und Württemberg und das Kurfürstentum Baden, ) mit Frankreich.
Dies ist das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Bis 1808 treten weitere 23 Herzogs- und Fürstentümer bei, u. a. am 11. Dezember 1806 das gerade zum Königreich erhobene Sachsen. Als "Gegenleistung" für die französische Schutzherrschaft müssen die Staaten des Rheinbundes große Truppenkontingente für Napoleons Feldzüge bereitstellen.
Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig (16. – 19. Oktober 1813) bricht der Rheinbund auseinander.
14.10.1806
In der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt schlägt die französische Armee (123.000 Soldaten) unter Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) die preußisch-sächsische Armee (80.000 preußische und 22.000 sächsische Soldaten). Etwa 20.000 Preußen und Sachsen sowie 15.000 Franzosen werden getötet oder verwundet.
25.10.1806
Französische Truppen unter General Auxonne-Marie-Thédose de Thiard (1772 – 1852) besetzen Dresden.


21.11.1806


Der französische Kaiser Napoleon verhängt die Kontinentalsperre gegen England.
11.12.1806
In Posen (heute: Poznan in Polen) schließen Frankreich und Sachsen einen Friedensvertrag (Posener Frieden). Sachsen, das bisher Bündnispartner Preußens und Gegner Frankreichs war, verbündet sich nun mit Frankreich, muss dem Rheinbund beitreten, in ganz Sachsen Glaubensfreiheit gewähren und 20.000 Soldaten für die Armee von Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) im Kampf gegen Preußen stellen. Als "Gegenleistung" wird Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen (1750 – 1827) am 20.12. zum König ernannt.


20.12.1806


Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen (1750 – 1827) wird zum König Friedrich August I. von Sachsen ausgerufen.


1.5.1809


Mit dem Aufruf An die Deutschen versucht Ferdinand von Schill (1776 – 1809), seine Landsleute zum Widerstand gegen die französischen Besatzungstruppen aufzurufen.
21. und 22.5.1809
In der Schlacht bei Aspern (auch: Schlacht bei Essling, in der Nähe von Wien) besiegt die österreichische Armee unter Führung des Herzogs von Teschen Karl von Österreich (1771 – 1847) französische Truppen unter der Führung des französischen Kaisers Napoleon I. (1769 – 1821). Dabei sterben etwa 7.300 Franzosen – u. a. der Marschall Jean Lannes (1769 – 1809, er erlag am 31. Mai seiner schweren Verwundung) sowie die Generale Jean Louis Brigitte Espagne (1769 – 1809) und Cont Saint-Hilaire (1766 – 1809, er erlag am 5. Juni seinen schweren Verletzungen) und etwa 4.200 Österreicher – u. a. Generalleutnant Graf Colloredo.
Dies ist die erste bedeutende Niederlage des französischen Kaisers Napoleon I.

31.5.1809

Nachdem Ferdinand von Schill (1776 – 1809) am 25. Mai mit seinem Korps in Stralsund eingezogen war, rückten etwa 6.000 Franzosen auf die Stadt zu und schlossen sie ein. Gegen diese Übermacht wehren sich die Schillschen Soldaten tapfer. Die meisten fallen im Kampf, etwa 500 geraten in Gefangenschaft, nur 200 können fliehen. Ferdinand von Schill stirbt im Straßenkampf.
5. und 6.7.1809
157.000 Soldaten des französischen Heeres, dem auch Soldaten aus Bayern, Sachsen und Italien angehören, unter dem Befehl des französischen Kaisers Napoleon I. (1769 – 1821) besiegen in der Schlacht bei Wagram (in der Nähe von Wien) die 136.000 Soldaten der österreichische Armee unter Führung des Herzogs von Teschen Karl von Österreich (1771 – 1847). Dabei sterben etwa 7.100 Soldaten der französischen Seite und etwa 5.500 Österreicher.


16.9.1809


Auf persönlichen Befehl von Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) erfolgt die Erschießung der 11 Schill´schen Offiziere in Wesel am Rhein.


20.2.1810


Auf persönlichen Befehl von Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) erfolgt die Erschießung des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer in der Festung Mantua (Italien).

16. – 28.5.1812

In Dresden trifft sich der französische Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) mit dem österreichischen Kaiser Franz I. (1768 – 1835) und dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840), um sie mit Druck als Verbündete für seinen Krieg gegen Russland zu "gewinnen" und ihnen Soldaten für seine Grande Armee abzupressen.
24.6.1812
Die französische Armee unter Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) überschreitet mit 475.000 Soldaten, darunter 70.000 zwangsrekrutierten Polen aus dem Herzogstum Warschau, je 30.000 aus dem Königreich Bayern und aus Preußen, 27.000 aus dem Königreich Westphalen, je 20.000 aus Österreich und aus dem Königreich Sachsen, den Njemen (die Memel). Damit beginnt der Vaterländische Krieg, der schließlich mit einer Katastrophe für die nicht auf Winterbedingungen eingestellte Grande Armée endet. Fehlende warme Bekleidung bei Temperaturen bis minus 37 Grad, mangelnde Verpflegung, schlimmste hygienische Verhältnisse, Läuse und Fleckfieber dezimieren die Armee dramatisch. Es sterben weit mehr Soldaten an Hunger, Kälte und Krankheit als durch Kampfeinwirkung. Besonders verheerend ist die Situation der Verwundeten und Gefangenen. Mangels Transportmöglichkeiten werden die Verwundeten häufig am Straßenrand ihrem Schicksal überlassen. Gefangene auf beiden Seiten bleiben ohne Verpflegung, da ihre Wachmannschaften selbst kaum versorgt werden. Immer wieder gibt es Fälle von Kanibalismus. Zudem werden sie häufig ihrer Stiefel und warmen Bekleidung beraubt und müssen trotz Schnee und Minusgraden barfuß und halbnackt weitermarschieren.
Letztlich überquehren nur etwa 23.000 Soldaten auf ihrem Rückzug am 14.12. den Njemen. Von den etwa 20.000 in den Russlandkrieg ziehenden zwangsrekrutierten sächsischen Soldaten kehren nur knapp 1.000 wieder heim.
14.9.1812
Die französische Armee unter Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) zieht kampflos in die russische Hauptstadt Moskau ein. Die russischen Truppen hatten wenige Stunden vorher die Stadt verlassen. Vier Tage lang wüten Brände in Moskau und zerstören drei Viertel der Stadt.


14.12.1812


Der französische Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) macht während seiner übereilten Flucht aus Russland Station in Dresden, um eilig nach Frankreich zu kommen und dort eine neue Grande Armée aufzustellen.
30.12.1812
An der damaligen russisch-preußischen Grenze in der Nähe von Tauroggen schließt der preußische Generalleutnant Johan David von Yorck (1759 – 1830) eigenmächtig mit dem russischen Generalmajor Hans Karl von Diebitsch (1785 – 1813) die "Konvention von Tauroggen", die eine Neutralität der preußischen Armee erklärt. Von Yorck riskiert damit die Todesstrafe wegen Hochverrat. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840) ist wütend über diese Eigenmächtigkeit, sieht sich aber aufgrund der antifranzösischen Stimmung in der preußischen Bevölkerung gezwungen, am 28.2. Frieden mit Russland zu schließen und das aufgezwungene Militärbündnis mit Frankreich zu beenden.
28.2.1813
Preußen und Russland schließen den „Vertrag von Kalisch“, um gemeinsam gegen Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) zu kämpfen und sich über ihre Gebietsansprüche an Polen (das Russland beansprucht) und Sachsen (das Preußen will) zu einigen. Preußen erklärt daraufhin Frankreich am 27.3. den Krieg.
13.3.1813
12.000 französische Soldaten unter Marschall Louis-Nicolas d´Avoût Davout (1770 – 1823) rücken in Dresden ein.
Am 17. März zerstören die Franzosen die Elbbrücke und ziehen sich aus Dresden zurück. Am 22. März rücken russische Truppen in Dresden ein.


17.3.1813


Der französische General Renier befiehlt die Sprengung der Augustusbrücke zum Schutz vor den anrückenden Russen.


23.3.1813


Der preußische Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher (1742 – 1819) veröffentlicht seinen Aufruf an die Sachsen zum Widerstand gegen die französische Fremdherrschaft.
2.4.1813
Im Gefecht bei Lüneburg (in Niedersachsen) besiegen preußische und russische Infanterie und Kavallerie ein französisches Korps (u. a. mit zwei Bataillonen des sächsischen Infanterieregiments "Prinz Maximilian"). Dabei sterben etwa 800 Soldaten.
5.4.1813
Im Gefecht bei Möckern (bei Magdeburg) besiegen 20.000 preußische und russische Soldaten ein mit 37.000 Soldaten deutlich überlegenes französisches Heer. Dabei sterben etwa 1.000 Franzosen und 600 Preußen und Russen.

2.5.1813

In der Schlacht bei Großgörschen (in der Nähe von Lützen) besiegt das 145.000 Mann starke französische Heer unter Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) die russisch-preußischen Truppen (88.000 Soldaten). Dabei sterben etwa 30.000 Soldaten.
Daraufhin verlassen die russischen Truppen Dresden.
5.5.1813
Bei Gersdorf (in der Nähe des sächsischen Hartha) liefern sich 20.000 französische Soldaten unter dem Vizekönig Eugène de Beauhamais (1781 – 1824) und 12.000 russisch-preußische Soldaten unter Generalleutnant Karl von Steinmetz (1768 – 1837) ein Gefecht, das ohne Sieger bleibt. Auf beiden Seiten sterben jeweils etwa 600 Soldaten.

12.5.1813

König Friedrich August I. von Sachsen (1750 – 1827) kehrt nach Dresden zurück.
Währenddessen kämpfen in und um Bischofswerda napoleonische gegen verbündete Truppen. Gegen 20:30 Uhr bricht in Bischofswerda - vermutlich wegen der Fahrlässigkeit französischer Soldaten ein Stadtbrand aus, dem fast alle Häuser zum Opfer fallen.


20. und 21.5.1813


In der Schlacht bei Bautzen besiegen die Franzosen die russisch-preußischen Verbündeten.
22.5.1813
Nach der Schlacht bei Bautzen liefern sich die fliehenden russischen Truppen bei Reichenbach und Markersdorf in der Oberlausitz ein Rückzugsgefecht mit den Franzosen unter Napoleon I. (1769 – 1821). Auf beiden Seiten verlieren jeweils etwa 1.000 Soldaten ihr Leben. Durch eine Kanonenkugel werden die drei französischen Genrale Géraud Duroc (1772 – 1813), François Kirgener (1766 – 1813) und Jean Bruyère (1772 – 1813) getötet.
4.6.1813
Waffenstillstand von Poischwitz

26.6.1813

Im Marcolinipalais in Dresden empfängt Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) den österreichischen Außenminister Fürst von Metternich (1746 – 1818). Während des mehrstündigen Gesprächs soll Napoleon I. wütend seinen Hut auf den Fußboden geschmissen haben. Doch Fürst von Metternich hebt - entgegen diplomatischer Etikette - den Hut nicht auf. Damit ist klar: Österreich wechselt die Seiten, der bisherige Verbündete wird fortan Gegner Frankreichs.
11.8.1813
Der zwischen dem französischen Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) und den Koalitionsarmeen vereinbarte Waffenstillstand endet.
26.8.1813
Während eines Gefechtes zwischen französischen Truppen und einer Einheit der Lützower Jäger im Forst von Rosenow bei Gadebusch (in Nordwestmecklenburg) wird der deutsche Dichter Theodor Körner (1791 – 1813) tödlich getroffen.

26. und 27.8.1813

In der Schlacht bei Dresden schlägt die französische Armee unter Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) die verbündeten preußischen, russischen und österreichischen Truppen. Etwa 15.000 Verbündete und 10.000 Franzosen werden getötet. Die südlichen Vororte von Dresden werden schwer beschädigt. Dresden dient noch wochenlang als Lazarett für die Tausenden Verwundeten.
27.8.1813
In der Schlacht bei Hagelberg (bei Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark) schlagen preußisch-russische Truppen ein französisches Korps. Die auf französischer Seite kämpfenden Sachsen wechseln gegen Ende der Schlacht auf die preußische Seite. Etwa 1.500 Franzosen sowie 238 Preußen und Russen werden getötet.
1813
Nach den Schlachten bei Bautzen (20. und 21. Mai) und Dresden (26. und 27. August) vegetieren Tausende Soldaten in notdürftigen Lazaretten dahin - häufig unter freiem Himmel. Aber auch die Zivilbevölkerung leidet. Allein in Dresden sterben wöchentlich 200 bis 300 Menschen an Typhus.
7.10.1813
Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) und König Friedrich August I. von Sachsen (1750 – 1827) verlassen Dresden, weil die Truppen der Verbündeten nahen. In Dresden verbleiben 30.000 französische Soldaten.
16. – 19.10.1813
In der Völkerschlacht bei Leipzig besiegen die Verbündeten Russland, Preußen, Österreich und Schweden (insgesamt 365.000 Soldaten) die französische Armee (190.000 Soldaten) unter Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821). Dabei sterben etwa 92.000 Soldaten auf dem Schlachtfeld. Noch während der Schlacht wechseln die Sachsen die Fronten. Das damals etwa 33.000 Einwohner zählende Leipzig leidet unter den Zehntausenden in der Stadt um ihr Leben ringenden Soldaten. Tausende weitere Soldaten erliegen in den folgenden Wochen ihren Verletzungen oder krepieren an Hunger. Aber auch die nicht verwundeten Soldaten leiden auf den Märschen.

19.10.1813

Nach der Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig erfolgt die Gefangennahme des sächsischen Königs Friedrich August I. von Sachsen (1750 – 1827) durch die siegreichen Alliierten. Er wird als Gefangener nach Friedrichfelde bei Berlin gebracht.
22.10.1813
Sachsen wird russisches Genralgourvernement. Der russische Zar Alexander I. (1777 – 1825) ernennt Fürst Nikolai Grigorjewitsch Repnin-Wolkonski (1778 – 1845) zum Generaligourverneur. Da französische Truppen noch Dresden besetzen, ist Leipzig vorerst Sitz des Generalgourverneurs.
11.11.1813
Die französischen Besatzungstruppen (etwa 30.000 Soldaten) verlassen das durch die Schlacht am 26. und 27. August 1813 stark in Mitleidenschaft gezogene Dresden.
17.11.1813
Dresden wird für ein Jahr der Sitz der russischen Landesverwaltung. Fürst Nikolai Repnin-Wolkonski (1778 – 1845) verwaltet als Generalgouverneur das Königreich Sachsen. Die sächsische Armee wird wieder aufgestellt, die fortan am Befreiungskrieg gegen die Herrschaft von Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) teilnimmt.
9.12.1813
Das russische Genralgourvernement mit seinem Generaligourverneur Fürst Nikolai Grigorjewitsch Repnin-Wolkonski (1778 – 1845) verlegt seinen Sitz von Leipzig nach Dresden.
30.3.1814
1. Pariser Frieden
24.7.1814
Die heimkehrenden sächischen Soldaten werden in Dresden umjubelt empfangen.
18.9.1814 – 9.6.1815
Nach dem Sturz von Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) im Frühjahr 1814 beraten unter der Führung der Großmächte Russland, Großbritannien, Österreich, Preußen, Frankreich, Portugal, Spanien und Schweden etwa 200 europäische Staaten und Herrschaften auf dem Wiener Kongress über das künftige Europa. Das Königreich Sachsen wird durch Detlev Graf von Einsiedel (1773 – 1861) und Friedrich Albert Graf von der Schulenburg-Klosterroda vertreten. Das Fortbestehen des Königreichs Sachsen war lange offen, offiziell da es bis in die Völkerschlacht bei Leipzig an der Seite von Napoleon I. kämpfte und der sächsische König Friedrich August I. (1750 – 1827) im preußischen Friedrichsfelde bei Berlin inhaftiert war, inoffiziell da Russland und Preußen auf polnisches und sächsisches Territorium Anspruch erhoben. Nur die Furcht Österreichs und Frankreichs, Preußen könnte zu stark werden, rettet Sachsen vor der völligen Einverleibung durch Preußen.
8.11.1814
Preußen übernimmt bis zum Ende des Wiener Kongresses die Landesverwaltung über Sachsen. General Eberhard von der Recke (1744 – 1816) verwaltet als Zivilgouverneur das Königreich Sachsen.
2.5.1815
In Brüssel (Belgien) kommt es zu einer Rebellion der sächsischen Soldaten, nachdem sie von der drohenden Teilung Sachsens erfahren haben. Die Rebellion wird nach wenigen Tagen beendet, sieben Anführer werden ohne Kriegsgerichtsverfahren erschossen.
18.5.1815
Im Vertrag von Pressburg vereinbaren Preußen, Russland und Sachsen die Abtrennung großer Teile Sachsens an Preußen. Sachsen verliert 57 % seines Territoriums und 42 % seiner Bevölkerung an Preußen und wird Mitglied des Deutschen Bundes.
6.6.1815
Das Generalgouvernement des Königreiches Sachsen endet.
7.6.1815
Obwohl Sachsen durch die unglückliche Außenpolitik seines Königs Friedrich August I. von Sachsen (1750 – 1827) territorial stark reduziert und politisch an Bedeutung verloren hat, bejubeln ihn die sächsischen Untertanen bei seiner Rückkehr aus preußischer Gefangenschaft nach Dresden.
18.6.1815
Das 72.000 Soldaten starke Heer des französischen Kaisers Napoleon I. (1769 – 1821) wird in der Schlacht bei Waterloo durch die 135.000 Soldaten starken Koalitionstruppen unter dem britischen Feldmarschall Arthur Wellington (1769 – 1852) und dem preußischen Generalfeldmarschall Gebhardt von Blücher (1742 – 1819) geschlagen. Dabei gibt es 25.000 französische, 15.000 britische und 7.000 preußische Tote und Verwundete.
Nach dieser militärischen Niederlage wird Napoleon I. als Kriegsgefangener der Briten auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er sechs Jahre später stirbt.

26.9.1815

Auf Anregung des russischen Zaren Alexander I. (1777 – 1825) schließt er in Paris mit dem österreichischen Kaiser Franz II. (1768 – 1835) und dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840) die "Heilige Allianz". Später treten fast alle europäischen Länder bei. Die Allianz soll Revolutionen und die Ausbildung freiheitlicher Institutionen in den Mitgliederländern verhindern.
1.4.1816
Die Verwaltung der neuen preußischen Provinz Sachsen nimmt ihre Tätigkeit auf.
19.10.1817
Mit der Auflösung der Lausitzer Stände wird die Lausitz auch administrativ an Sachsen angegliedert.


27.3.1820


Der Dresdner Maler Franz Gerhard von Kügelgen (1772 – 1820) wird ermordet von einem Räuber.
11.7.1821
Auf dem Dresdner Altmarkt wird der zweifache Raubmörder Johann Gottfried Kaltofen enthauptet. Er hatte am 27. März 1820 den stadtbekannten und angesehenen Porträtmaler und Professor an der königlichen Kunstakademie Gerhard von Kügelgen (1772 – 1820) erschlagen und ausgeraubt.


27.8.1824


Der Mörder Johann Christian Woyzeck (1780 – 1824) wird hingerichtet. Sein Schicksal regt den Dichter Georg Büchner (1813 – 1837) zu dem gleichnamigen Drama an.


5.5.1827


Der König von Sachsen Friedrich August I. der Gerechte (1750 – 1827) stirbt in Dresden. Da er keinen männlichen Erben hat, folgt ihm sein jüngerer Bruder Anton von Sachsen (1755 – 1836) als zweiter sächsischer König auf dem Thron.
25.6.1830
In Dresden kommt es zu Unruhen in der Bevölkerung, die nur mit bewaffnetem Militär niedergeschlagen werden können. Hintergrund ist die Verlegung der Feierlichkeiten anlässlich des 300. Jahrestages des „Augsburger Bekenntnisses“, die von den vornämlich protestantischen Sachsen als einseitige Bevorzugung des Katholizismus durch den sächsischen Hof interpretiert wird.
Im Augsburger Bekenntnis (auch: Augsburger Konfession) erklären sich die Reichsstände (300 geistliche und weltliche Würdenträger, Fürsten, Grafen, Ritter sowie Freie und Reichsstädte, die Sitz und Stimme im Reichstag hatten) zum lutherischen Glauben. Das Bekenntnis überreichte Philip Melanchthon (1497 – 1560) am 25. Juni 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg dem deutschen Kaiser Karl V. (1500 – 1558).
13.9.1830
Wegen der überholten ständischen Verfassung in Sachsen kommt es am 9. September zu Unruhen in Leipzig und Dresden. Weil die Sachsen einen jüngeren König wünschen, ernennt König Anton von Sachsen (1755 – 1836) seinen Neffen Friedrich August (1797 – 1854) zum Prinz-Mitregenten. Das konservative Kabinett um Detlev Graf von Einsiedel (1773 – 1861) tritt zurück, der liberalere Bernhard August von Lindenau (1779 – 1854) wird sein Nachfolger. Dieser stellt die Ordnung auf dem Verhandlungswege wieder her und verspricht die Ausarbeitung einer neuen Verfassung.
16. – 20.9.1830
In Berlin kommt es zu einem Aufruhr von mehreren tausend Schneider- und später auch anderen Zunftmitgiedern ("Schneiderrevolution"). 200 Verhaftete erhalten Polizeistrafen wie Peitschenhiebe, mehrere Tage Arrest bei Wasser und Brot oder 14 Tage Arbeitshaus.
17.4.1831
Nachdem zwei führende Mitglieder des Bürgervereins, der sich u. a. für die Abschaffung der Adelsprivilegien und für mehr Presse- und Versammlungsfreiheit einsetzt, verhaftet wurden, kommt es zu Unruhen in Dresden, die von der Polizei am Wilsdruffer Platz (heute: Postplatz) mit Waffengewalt niedergeschlagen werden. Dabei sterben drei Menschen.
4.9.1831
In Sachsen tritt eine neue Verfassung in Kraft, mit der Sachsen zu einer konstitutionellen Monarchie wird: Der König behält seine alleinige Souveränität, aber er ist bei Regierungsgeschäften an die Entscheidungen der beiden Kammern der Städteversammlung gebunden. Damit gibt es erstmals in Sachsen eine Gewaltenteilung.
24.9.1831
In Sachsen wird das Zensuswahlrecht eingeführt, nach dem nur Männer wählen durften, die über bestimmte Finanzmittel verfügten.
27.5. – 1.6.1832
Im Schloss nahe Hambach (Pfalz) treffen sich etwa 30.000 Menschen zu einer als Volksfest getarnten politischen Veranstaltung. Sie fordern die nationale Einheit, Freiheit und Bürgerrechte. (Hambacher Fest)
27.1.1833
Gemäß der ersten konstitutionellen Verfassung Sachsens (siehe 4.9.1831) berufen König Anton von Sachsen (1755 – 1836) und sein Mitregent Friedrich August (1797 – 1854) zum ersten Mal ein Zweikammerparlament (die „Erste Kammer“ und die „Zweite Kammer“) ein.
In der „Ersten Kammer“ repräsentierten 42 teils vom König ernannte und teils gewählte Mitglieder das Königshaus, die Standesherren, die Rittergutsbesitzer, die Geistlichkeit, die Universität Leipzig und die Städte. Die 75 Mitglieder der „Zweiten Kammer“ wurden gewählt: 20 Abgeordnete der Rittergutsbesitzer direkt, 25 Abgeordnete der Städte, 25 Abgeordnete der Bauernschaft und 5 Abgeordnete von Handel und Industrie durch Wahlmänner. Die Sitzungsperiode betrug drei Jahre.
3.4.1833
Etwa drei, vier Dutzend Heidelberger und Würzburger Studenten versuchen, die Polizei-Hauptwache und die Konstablerwache in Frankfurt am Main zu stürmen, um damit ein Signal zum Aufstand gegen das verhasste politische System in ganz Deutschland zu setzen. Sie werden aber zurückgeschlagen. Dabei sterben zwei Studenten, sechs Polizisten und ein Unbeteiligter. (Frankfurter Wachensturm)

14.11.1833

Unter mysteriösen Umständen stirbt das Mitglied des Dresdner Bürgervereins Berndhard Moßdorf (1802 – 1833) auf der Festung Königstein, wohin ihn der sächsische König als einen der "Haupträdelsführer" zu 15 Jahren Festungshaft verurteilen ließ.
1.1.1834
Der am 22. März 1833 zwischen Preußen, Hessen, Bayern und Württemberg geschlossene Deutsche Zollvereinigungsvertrag tritt in Kraft. Durch den Zollverein wird ein einheitliches Wirtschaftsgebiet geschaffen, das sich durch Zollmauern nach außen schützt. Sachsen und die thüringischen Staaten treten auch dem Verein bei. Die dadurch gebildete Freihandelszone führt zum Aufblühen des Handels, der Industrie und des Verkehrs.

31.7.1834

In der Nacht werden im Großherzogtum Hessen-Darmstadt die ersten Exemplare der von Georg Büchner (1813 – 1837) verfassten achtseitigen Flugschrift "Der Hessische Landbote" verteilt, in dem soziale Missstände in Deutschland angeprangert werden und dessen zentraler Aufruf Friede den Hütten! Krieg den Palästen! lautet.


6.6.1836


König Anton von Sachsen (1755 – 1836) stirbt in Pillnitz. Sein Nachfolger als dritter sächsischer König wird sein Neffe, der bisherige Prinz-Mitregent Friedrich August II. von Sachsen (1797 – 1854).
8.7.1836
Die Dresdner Dampfschifffahrt erhält die königliche Erlaubnis, auf der Elbe den Betrieb aufzunehmen.
13.10.1836
Laut Verordnung wird die Presse in Sachsen streng zensiert. Dem Staatsministerium obliegt die Erteilung von Konzessionen für neue Zeitungen.
14.12.1837
Die "Göttinger Sieben", unter ihnen die Gebrüder Jacob Grimm (1785 – 1863) und Wilhelm Grimm (1786 – 1859), werden aus der Universität entlassen und aus dem Königreich Hannover verwiesen.
21.1.1839
Der seit 1810 als Prediger an der Johanniskirche in der Pirnaischen Vorstadt von Dresden (heute: Lingnerallee/Bürgerwiese) tätige Martin Stephan (1777 – 1846) wandert mit über 700 Anhängern (den Stephanisten) per Schiff von Bremen nach Missouri (USA) aus, nachdem gegen ihn 1837 wegen des Verdachts der Spendenveruntreuung und Unzucht prozessiert und er durch die Kichenleitung Sachsens suspendiert wurde.
Die Missouri-Synode ist gegenwärtig mit etwa 2,2 Millionen Gemeindemitglieder die zweitgrößte lutherische Kirche in den USA.


9.3.1839


Der preußische König Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840) erlässt mit dem "Regulativ über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken" (kurz: "Preußische Regulativ") ein Gesetz zur Einschränkung der Kinderarbeit. Dies ist das erste deutsche Gesetz zum Arbeitsschutz.


7.4.1839


Mit Kanonensalut wird die Eisenbahnstrecke von Leipzig nach Dresden feierlich eröffnet. Dies ist die älteste Ferneisenbahnverbindung Deutschlands.
1839
Unrat, Schmutz und Unreinlichkeiten der Menschen sorgen in Dresden immer wieder für Typhus-Epedemien.
26.3.1841
In Ronneburg (Thüringen) kommt es zu einem Aufstand der Weber gegen den zunehmenden Einsatz von mechanischen Webstühlen, der in der Zerstörung von Webstühlen endet. ("Ronneburger Schnallensturm")
12.4.1841
In Dresden wird das Königliche Hoftheater eröffnet.
3. – 6.6.1844
Im schlesischen Peterswaldau (heute: Pieszyce in Polen) und später auch in Langenbielau (heute: Bielawa in Polen) protestieren mehrere hundert Baumwollweber gegen ihre Fabrikbesitzer, von denen sie mehr Lohn wollen. Als ihre Forderung nicht erhört wird, stürmen sie das Haus und die Fabrik des Fabrikanten Zwanziger und verwüsten es ("Schlesischer Weberaufstand"). Preußisches Militär schlägt schließlich den Aufstand nieder und erschießt elf Menschen. Zahlreiche Weber werden zu Zuchthaus- und Festungshaft sowie zu Peitschenhieben verurteilt.
14.12.1844
Auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden wird der Leichnam des am 5. Juni 1826 in London verstorbenen Komponisten und sächsischen Hofkapellmeisters Carl Maria von Weber (1786 – 1826) beigesetzt. Richard Wagner (1813 – 1883) hält die berühmte Grabrede mit der Behauptung, es habe nie ein deutscherer Musiker gelebt, nur Deutsche können von Weber lieben, andere ihn nur bewundern.
31.3.1845
Beim Jahrtausendhochwasser erreicht die Elbe in Dresden einen Pegelstand von 8,45 m. Gegen 10 Uhr bricht ein Pfeiler der Augustusbrücke unter dem Druck der riesigen Wassermassen. Das darauf stehende Kruzifix stürzt in die Fluten und ist seitdem verschollen.
12.8.1845
Prinz Johann von Sachsen (1801 – 1873, ab 1854 König von Sachsen) besucht Leipzig. Als Leipziger Bürger vor seiner Unterkunft demonstrieren, kommt zu blutigen Zusammenstößen mit der Leipziger Garnision.

1.8.1846

Die Zeitschrift "Typographia" berichtet über die sich zunehmend verschlechternde Lage der Gesellen und eine Petition, mit der sich die Leipziger Buchdruckergesellen an die hohe Ständeversammlung des Königreichs Sachsen wenden.
21. – 23.4.1847
In Berlin entwickeln sich Handgreiflichkeiten von empörten Kundinnen wegen der stark gestiegenen Kartoffelpreise gegen die Händler zu Randalen und Plünderungen. Militär beendet die Ausschreitungen. ("Kartoffelrevolution")


26.3.1848


Auf einer Volksversammlung vor dem Schönhauser Tor in Berlin sprechen Gesellen und Arbeiter über ihre Nöte und fordern die Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen.
28.4.1849
Der sächsische König Friedrich August II. von Sachsen (1797 – 1854) löst den Landtag auf.

3. – 9.5.1849

Den Dresdner Maiaufstand schlagen preußische und sächsische Truppen blutig nieder. Dabei sterben etwa 250 Aufständige und 31 Soldaten.
Auf der Seite der Aufständischen kämpften u. a. auch Kapellmeister Richard Wagner (1813 – 1883), der Baumeister Gottfried Semper (1803 – 1879) und der russische Anarchist Michail Bakunin (1814 – 1876), die nach der Niederschlagung des Aufstandes aus Dresden fliehen müssen.

16.5.1853

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795 – 1861) erlässt ein Ergänzungsgesetz zum "Regulativ über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken" vom 9. März 1839, das "Gesetz zur Kinderarbeit". Demnach dürfen Jugendliche in Fabriken nur noch nach dem vollendeten zehnten Lebensjahr (gilt ab 1. Juli 1853), nach dem vollendeten elften Lebensjahr (gilt ab 1. Juli 1854) und nach dem vollendeten zwölften Lebensjahr (gilt ab 1. Juli 1855) beschäftigt werden.

9.8.1854

König August II. von Sachsen (1797 – 1854) stirbt auf einer Reise durch Tirol, als sein Pferdewagen verunglückt, er dabei aus der Kutsche fällt und von einem Pferd einen Tritt gegen den Kopf erleidet. Da seine beiden Ehen kinderlos blieben, folgt ihm sein jüngerer Bruder Johann (1801 – 1873) als vierter König von Sachsen.


9.5.1861


In Dresden wird der Zoo eröffnet. Dies ist der vierte Zoologische Garten in ganz Deutschland.
23.5.1863
In Leipzig gründet Ferdinand Lassalle (1825 – 1864) den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). Damit wird Sachsen, das sich im 19. Jahrhundert zu einem Industriestaat entwickelte und das am dichtesten besiedelte Land Europas ist, zur Wiege der deutschen Arbeiterbewegung.


31.8.1864


Der Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV, 1863) und charismatische Wortführer der deutschen Arbeiterbewegung Ferdinand Lassalle stirbt an den Folgen eines Duells.


22. – 25.7.1865


Auf den Elbwiesen in Dresden feiern 16.000 Sänger und 300.000 Zuschauer das 1. Deutsche Sängerbundfest.


7.5.1866


In Berlin versucht ein Attentäter, den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck zu erschießen.
15.6.1866
Das Königreich Preußen erklärt Österreich und seinen Verbündeten (u. a. das Königreich Sachsen) den Krieg. Damit beginnt der preußisch-österreichische Krieg (auch: der Deutsche Krieg), den Preußen nach dem Sieg in der Schlacht bei Königsgrätz (heute: Hradec Kralove) am 3. Juli für sich entscheidet und der mit dem Friedensvertrag von Prag am 23. August endet.
16.6.1866
Preußische Truppen marschieren in die mit Österreich verbündeten Länder Sachsen, Hessen und Hannover ein.
In nur vier Tagen wird ganz Sachsen besetzt. Die sächsische Armee unter der Führung des sächsischen Kronprinzen Albert (1828 – 1902) flüchtet nach Böhmen und vereinigt sich dort mit dem österreichischen Heer.
29.6.1866
In der Schlacht bei Gitschin (heute: Jičín, in der Nähe von Hradec Kralove) schlagen preußische Truppen die österreichisch-sächsische Armee. Dabei werden 1.553 Preußen, 4.702 Österreicher und 592 Sachsen getötet oder verwundet.
3.7.1866
In der Schlacht bei Königsgrätz (heute: Hradec Kralove) schlagen preußische Truppen die österreichisch-sächsische Armee. Dabei sterben 1.929 Preußen sowie 5.658 Österreicher und Sachsen. Sachsen muss dem Norddeutschen Bund beitreten.
23.8.1866
Friedensvertrag von Prag
21.10.1866
Nach der verlorenen Schlacht bei Königsgrätz schließen das Königreich Sachsen und das Königreich Preußen den Berliner Friedensvertrag für Sachsen. Darin wird festgelegt, dass Sachsen zehn Millionen Taler Entschädigung zahlen muss, dem Norddeutschen Bund beitritt, die völkerrechtliche Vertretung abgibt und seine oberste Militärgewalt an den preußischen König abtritt.
1866
Sachsen tritt dem Norddeutschen Bund bei.
1868
In Sachsen beendet die Wahlrechtsreform die ständische Gliederung der „Zweiten Kammer“. Ab sofort werden die 75 Abgeordneten nach dem Mehrheitswahlrecht in 35 Stadt- und 45 Landwahlkreisen gewählt.


28.7.1869


Der bekannte Arzt und Maler Carl Gustav Carus (1789 – 1869) stirbt in Dresden.


7.8.1869


In Eisenach wird die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) gegründet.


21.9.1869


In Dresden brennt das Königliche Hoftheater völlig nieder.
1.12.1869 – 24.1.1870
In der niederschlesischen Stadt Waldenburg (heute: Walbrzych in Polen) streiken etwa 6.400 der 7.400 Bergarbeiter. Die Bergarbeiter fordern kürzere Arbeitszeiten, eine bessere Behandlung durch ihre Vorgesetzten und einen festen Mindestlohn. Trotz zahlreicher Spenden aus ganz Deutschland endet der Streik für die ausgesperrten Bergarbeiter mit einer Niederlage. Daraufhin ziehen viele Bergarbeiter ins Ruhrgebiet.
13.7.1870
Ein Telegramm - die Emser Depesche - des französischen Botschafters an den preußischen König Wilhelm I. (1797 – 1888) mit der Aufforderung, auch in Zukunft keine preußischen Prinzen auf den spanischen Thron setzen zu wollen, verkürzt Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815 – 1898) derart verfälschend, dass sich Frankreich beleidigt sieht und Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg erklärt. So sieht Frankreich wie der Kriegsverursacher aus und ist in Europa isoliert, während sich die Preußen scheinbar nur verteidigen. Mit dem von Otto von Bismarck (1815 – 1898) gewollten Krieg sollte Frankreich geschwächt werden, damit es sich der Gründung des Deutschen Reiches nicht widersetzen könne.

1. und 2.9.1870

In der Schlacht bei Sedan besiegen 200.000 deutsche Soldaten die 130.000 starke französische Armee. Dabei sterben 3.022 Deutsche und etwa 3.000 Franzosen. 86.000 Franzosen, darunter der französische König Napoleon III. (1808 – 1873), geraten in Gefangenschaft.
28.11. – 3.12.1870
In der Schlacht bei Villiers im deutsch-französischen Krieg schlagen württembergische und sächsische Truppen unter dem Kommando des Kronprinzen Albert von Sachsen (1828 – 1902) bei Temperaturen von -14° C die Franzosen. Dabei sterben auf deutscher Seite 3.373 Soldaten und 156 Offiziere, auf französischer Seite 9.053 Soldaten und 424 Offiziere.
18.1.1871
In Versailles wird das Deutsche Kaiserreich ausgerufen. Zu diesem Bundesstaat gehören die Königreiche Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen, (Groß-)Herzogtümer, Fürstentümer sowie die Freien und Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen. Sachsen gibt u. a. seine Posthoheit ab.
3.3.1871
Bei der Wahl zum 1. Deutschen Reichstag (382 Sitze) waren 7,65 Mio. männliche Reichsbürger ab dem 25. Lebensjahr (19,4 % der Bevölkerung) wahlberechtigt. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) erhält 3,2 % der Stimmen, erhält wegen des absoluten Mehrheitswahlrechts aber nur zwei der 382 Sitze (0,5 %). Sachsen stellt mit August Bebel (1840 – 1913, Wahlkreis Lauchau, Meerane und Hohenstein-Ernstthal) und Reinhold Schraps (1833 – 1917, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau) diese beiden Abgeordnete.
16.4.1871
Der deutsche Kaiser Wilhelm I. (1797 – 1888) unterzeichnet die neue Reichsverfassung für das am 18. Januar 1871 gegründete Deutsche Reich.
11. – 26.3.1872
Im Hochverratsprozess vor dem Leipziger Schwurgericht werden die führenden Sozialdemokraten August Bebel (1840 – 1913) und Wilhelm Liebknecht (1826 – 1900) wegen Landesverrats zu jeweils zwei Jahren Festungshaft verurteilt, weil sie sich im Reichstag des Norddeutschen Bundes bei der Abstimmung zur Bewilligung der Kriegskredite für den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) der Stimme enthielten.


18.5.1872


In Leipzig nimmt die erste Straßenbahn in Mitteldeutschland ihren Linienbetrieb auf.
15.4.1873
Das Konsistorialgesetz richtet das Landeskonsistorium als unabhängige oberste Behörde der Evangelisch-Lutherischen Kirche ein. Dies ist der erste Schritt zur Trennung zwischen Kirche und Staat.

9.7.1873

Der deutsche Kaiser Wilhelm I. (1797 – 1888) verkündet das Münzgesetz. Damit gibt es erstmals eine einheitliche Währung in ganz Deutschland. Statt Kreuzer, Heller, Taler, Batzen, Schilling oder Gulden gilt ab 1. Januar 1876 die Mark als einheitliches Zahlungsmittel.


29.10.1873


König Johann von Sachsen (1801 – 1873) stirbt in Pillnitz. Nachfolger als fünfter sächsischer König wird sein ältester Sohn Albert von Sachsen (1828 – 1902).
10.1.1874
Bei der Wahl zum 2. Deutschen Reichstag (397 Sitze) erhalten die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) sechs und der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) drei Mandate. Die SDAP gewinnt ihre sechs Mandate im „roten Sachsen“ durch August Bebel (1840 – 1913, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernsttahl), Wilhelm Liebknecht (1826 – 1900, Wahlkreis Stollberg und Schneeberg), Julius Motteler (1838 – 1907, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau, der „Rote Feldpostmeister“), August Geib (1842 – 1879, Wahlkreis Freiberg und Hainichen), Julius Vahlteich (1839 – 1915, Wahlkreis Mittweida, Frankenberg und Augustusburg) und Johann Most (1846 – 1906, Wahlkreis Chemnitz).
22. – 27.5.1875
In Gotha findet der Vereinigungskongress der beiden großen deutschen Arbeiterparteien Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein (ADAV) und Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) statt. Beide Parteien schließen sich zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) zusammen.
16.8.1875
In der Nähe von Detmold (Nordrhein-Westfalen) im Süden des Teutoburger Waldes wird ein kolossales Denkmal zu Ehren des Cheruskerfürsten Arminius (17 v. u. Z. – 21 u. Z.), der im Jahr 9 den Römern in der Schlacht im Teutoburger Wald eingeweiht.
10.1.1877
Bei der Wahl zum 3. Deutschen Reichstag (397 Sitze) gewinnt die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) zwölf Mandate, gleich sieben davon im „roten Sachsen“ durch August Bebel (1840 – 1913, Wahlkreis Dresden links der Elbe), Wilhelm Bracke (1842 – 1880, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernsttahl), Wilhelm Liebknecht (1826 – 1900, Wahlkreis Stollberg und Schneeberg), Julius Motteler (1838 – 1907, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau, der „Rote Feldpostmeister“), Georg Adolf Demmler (1804 – 1886, Wahlkreis Leipzig-Land, Taucha, Makranstädt und Zwenkau), Ignaz Auer (1846 – 1907, Wahlkreis Auerbach und Reichenbach) und Johann Most (1846 – 1906, Wahlkreis Chemnitz).


??.11.1877


Der Dresdner Stadtrat wählt Paul Alfred Stübel (1827 – 1895) zum neuen Oberbürgermeister der Stadt.
11.6.1878
Nach zwei fehlgeschlagenen Attentaten auf Kaiser Wilhelm I. (1797 – 1888) durch den Arbeiter Max Hödel (1857 – 1878) am 11.5. und Karl Eduard Nobiling (1848 – 1878) am 2.6. wird am 11.6. der Reichstag aufgelöst.

17.7.1878

Der deutsche Kronprinz Friedrich Wilhelm (1831 – 1888) unterschreibt das durch den Reichstag novellierte "Gesetz, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung". Im Paragraph 135 wird die Kinderarbeit in Fabriken verboten. Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht mehr als acht Stunden am Tag arbeiten, Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren nicht mehr als zehn Stunden.
30.7.1878
Bei der Wahl zum 4. Deutschen Reichstag (397 Sitze) gewinnt die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) neun Mandate (drei Mandate weniger als 1877), gleich sechs davon im „roten Sachsen“ durch August Bebel (1840 – 1913, Wahlkreis Dresden links der Elbe), Wilhelm Bracke (1842 – 1880, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernsttahl), Wilhelm Liebknecht (1826 – 1900, Wahlkreis Stollberg und Schneeberg), Max Kayser (1853 – 1888, Wahlkreis Freiberg und Hainichen), Julius Vahlteich (1839 – 1915, Wahlkreis Mittweida, Frankenberg und Augustusburg) und Philipp Wiemer (1849 – 1924, Wahlkreis Marienberg und Zschopau).

19.10.1878

Der Deutsche Reichstag beschließt mehrheitlich mit 221 : 149 Stimmen das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (Sozialistengesetz), das alle Vereine verbietet, „welche durch sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung bezwecken“, das am 22.10. in Kraft tritt und durch vier Verlängerungen bis zum 30.9.1890 gilt. Das Gesetz verbot alle Aktivitäten der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien und Organisationen.
14.5.1879
Der deutsche Kaiser Wilhelm I. (1797 – 1888) unterzeichnet das erste Nahrungsmittelgesetz für Deutschland.
1.10.1879
Das Reichsgericht mit Sitz in Leipzig wird höchster Gerichtshof des Deutschen Reiches.
27.10.1881
Bei der Wahl zum 5. Deutschen Reichstag (397 Sitze) gewinnt die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) zwölf Mandate, vier davon im „roten Sachsen“ durch Max Kayser (1853 – 1888, Wahlkreis Freiberg und Hainichen), Georg von Vollmar (1850 – 1922, Wahlkreis Mittweida, Frankenberg und Augustusburg), Bruno Geiser (1846 – 1898, Wahlkreis Chemnitz) und Karl Wilhelm Stolle (1842 – 1918, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau).
9.5.1884
Unter dem Druck der erstarkenden Sozialdemokratie erkennt Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815 – 1898) das Recht auf Arbeit an.
28.10.1884
Bei der Wahl zum 6. Deutschen Reichstag (397 Sitze) kann die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) trotz der Behinderungen durch das Sozialistengesetz (1878 – 1890) die Zahl der Mandate von 12 auf 24 verdoppeln, fünf davon im „roten Sachsen“ durch Max Kayser (1853 – 1888, Wahlkreis Auerbach und Reichenbach), Bruno Geiser (1846 – 1898, Wahlkreis Chemnitz), Karl Wilhelm Stolle (1842 – 1918, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau), Louis Viereck (1851 – 1922, Wahlkreis Leipzig-Land, Taucha, Makranstädt und Zwenkau) und Ignaz Auer (1846 – 1907, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernstthal).
1.5.1886
Ein landesweiter Streik in den USA für die Einführung des Achtstundentages endet blutig. Als angeblich Schuldige werden acht Gewerkschaftler zum Tode verurteilt. Zwar liegen keine Beweise vor, trotzdem werden die aus Deutschland stammenden August Spies (1855 – 1887), George Engel (1836 – 1887) sowie Albert Parsons (1848 – 1887) und Adolph Fischer am 11. November 1887 in Chicago gehängt. Der 1. Mai wird seitdem international als Kampftag der Arbeiterklasse begangen.
21.2.1887
Bei der Wahl zum 7. Deutschen Reichstag (397 Sitze) gewinnt die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) trotz der Behinderungen durch das Sozialistengesetz (1878 – 1890) elf Mandate. Das absolute Mehrheitswahlrecht benachteiligt die SAPD, denn immerhin 10,1 % der Stimmen entfallen auf sie, aber nur 2,8 % der Sitze. Das „roten Sachsen“ geht diesmal leer aus.


15. – 19.6.1889


In Dresden findet 800-Jahr-Feier der Wettiner statt.
14. – 21.7.1889
In Paris findet der Internationale Arbeiterkongress mit etwa 400 Delegierten aus 20 Ländern statt. Zu den 81 Delegierten aus dem Deutschen Kaiserreich gehören August Bebel (1840 – 1913), Wilhelm Liebknecht (1826 – 1900), Clara Zetkin (1857 – 1933), Eduard Bernstein (1850 – 1932), Carl Legien (1861 – 1920) und Georg von Vollmar (1850 – 1922). Der Kongress beschließt am 20. Juli die Gründung der II. Internationale und ruft den 1. Mai als internationalen Kampftag der Arbeiterklasse aus. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges (1914 - 1918) zerbricht die II. Internationale.
3.2.1890
Das Königlich Sächsische Polytechnikum in Dresden erhält den Status einer Technischen Hochschule. Im Oktober 1961 erfolgt die Umbenennung in Technische Universität Dresden.
20.2.1890
Bei der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag (397 Sitze) erhält die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) trotz der Behinderungen durch das Sozialistengesetz (1878 – 1890) erstmals die meisten Stimmen (19,7 %). Die Zahl der Mandate stieg von 11 auf 35 (8,8 % der Sitze), sechs davon im „roten Sachsen“ durch Max Schippel (1859 – 1928, Wahlkreis Chemnitz), Karl Wilhelm Stolle (1842 – 1918, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau), Ignaz Auer (1846 – 1907, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernstthal), Friedrich Geyer (1853 – 1937, Wahlkreis Leipzig-Land, Taucha, Makranstädt und Zwenkau), Albert Schmidt (1858 – 1904, Wahlkreis Mittweida, Frankenberg und Augustusburg) und Julius Seifert (1848 – 1909, Wahlkreis Stollberg und Schneeberg).

1.5.1890

Erstmals demonstrieren Arbeiter an einem 1. Mai für ihre Rechte, so auch in Hamburg. („Hamburger Maikämpfe“)
In einem beliebten Ausflugslokal in Dresden-Oberloschwitz fordert das sozialdemokratische Reichstagsmitglied August Bebel (1840 – 1913) vor mehreren Tausend Arbeitern die Einführung des Achtstundentages und weitere Arbeitsschutzmaßnahmen.
12. – 18.10.1890
Auf dem Parteitag der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) in Halle wird die Partei in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) umbenannt. Das "Berliner Volksblatt" wird das offizielle Zentralorgan der SPD. Ab 1.1.1891 erscheint es unter dem Namen "Vorwärts".
14. – 20.10.1891
Auf dem Parteitag der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) in Erfurt wird das neue Parteiprogramm beschlossen, das Erfurter Programm.


14.3.1892


In Halberstadt findet der erste Kongress freier Gewerkschaften Deutschlands statt.
15.6.1893
Bei der Wahl zum 9. Deutschen Reichstag (397 Sitze) erhält die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) wieder die meisten Stimmen (23,3 %). Die Zahl der Mandate steigt auf den neuen Rekordwert von 44 (11,1 % der Sitze), sieben davon im „roten Sachsen“ durch Friedrich Geyer (1853 – 1937, Wahlkreis Leipzig-Land, Taucha, Makranstädt und Zwenkau), Albert Schmidt (1858 – 1904, Wahlkreis Mittweida, Frankenberg und Augustusburg), Max Schippel (1859 – 1928, Wahlkreis Chemnitz), Ignaz Auer (1846 – 1907, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernstthal), Karl Wilhelm Stolle (1842 – 1918, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau), Julius Seifert (1848 – 1909, Wahlkreis Stollberg und Schneeberg) und Franz Hofmann (1852 – 1903, Wahlkreis Auerbach und Reichenbach).


15.7.1893


Die Brücke über die Elbe zwischen Blasewitz und Loschwitz (im Volksmund: das Blaue Wunder) wird feierlich eingeweiht.
7.2.1895
21.11.1896 – 6.2.1897
In Hamburg streiken knapp 17.000 Hafenarbeiter für höhere Löhne. Nach elf Wochen müssen die Streikenden ihren Arbeitskampf mit einer Niederlage beenden, u. a. weil die Streikkasse leer ist und Streikbrecher ihre Forderungen sabotieren.
28.3.1896
Sachsen führt das allgemeine indirekte Dreiklassenwahlrecht ein. Damit hofft man, den politischen Einfluss der SPD einzudämmen.
16.6.1898
Bei der Wahl zum 10. Deutschen Reichstag (397 Sitze) erhält die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) wieder die meisten Stimmen (27,2 %). Die Zahl der Mandate steigt auf einen neuen Rekordwert (56 Sitze, 14,1 %). Elf Mandate gewinnt die SPD im „roten Sachsen“, durch August Kaden (1850 – 1913, Wahlkreis Dresden rechts der Elbe, Radeberg und Radeburg), Georg Gradnauer (1866 – 1946, Wahlkreis Dresden links der Elbe), Georg Horn (1841 – 1919, Wahlkreis Dresden-Land links der Elbe und Dippoldiswalde) und Edmund Fischer (1864 – 1925, Wahlkreis Zittau), Friedrich Geyer (1853 – 1937, Wahlkreis Leipzig-Land, Taucha, Makranstädt und Zwenkau), Max Schippel (1859 – 1928, Wahlkreis Chemnitz), Ignaz Auer (1846 – 1907, Wahlkreis Glauchau, Meerane und Hohenstein-Ernstthal), Karl Wilhelm Stolle (1842 – 1918, Wahlkreis Zwickau, Crimmitschau und Werdau), Julius Seifert (1848 – 1909, Wahlkreis Stollberg und Schneeberg), Emil Rosenow (1871 – 1904, Wahlkreis Marienberg und Zschopau) und Franz Hofmann (1852 – 1903, Wahlkreis Auerbach und Reichenbach).