Geschichte Dresdens im 18. Jahrhundert

12.2.1700
Mit dem Einmarsch von 14.000 sächsischen Soldaten unter General Jacob Heinrich Reichsgraf von Flemming (1667 – 1728) in Livland beginnt der Große Nordische Krieg (1700 – 1721).
9.7.1701
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen 14.000 schwedische Soldaten unter König Karl XII. (1682 – 1718) die mit 29.000 Soldaten zahlenmäßig überlegene sächsisch-polnische Armee des Königs von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733) mit ihren Verbündeten Russland und Kurland in der Schlacht an der Düna, unweit von Riga. Dabei fallen etwa 500 Schweden und 1.000 Verbündete.
16.1.1702
In einem Vertrag zwischen Sachsen und Österreich sichern sich beide Seiten gegenseitige Hilfe zu.
19.7.1702
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen 13.000 schwedische Soldaten unter König Karl XII. (1682 – 1718) in der Schlacht bei Klissow (polnisch: Kliszów, südlich von Kielce) ein 28.000 Soldaten starkes sächsisch-polnisches Heer unter dem König von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733). Auf schwedischer Seite sterben etwa 300 Soldaten, auf sächsisch-polnischer Seite knapp 2.000. Mehr als 1.000 Sachsen geraten in schwedische Gefangenschaft. Außerdem erbeuten die Schweden die gesamte sächsische Artillerie sowie den Tross mit der Feldkasse von August II. (150.000 Reichstaler und das Silbergeschirr). Am 31.7. besetzen die Schweden Krakau.
21.4.1703
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen 3.000 schwedische Soldaten unter König Karl XII. (1682 – 1718) in der Schlacht von Pultusk ein sächsisch-polnische Heer. Dabei sterben 12 Schweden, aber mehrere Hundert Sachsen und Polen.
14.10.1703
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) erobern etwa 26.000 schwedische Soldaten unter König Karl XII. (1682 – 1718) nach mehrmonatiger Belagerung die von etwa 6.000 Polen und Sachsen verteidigte polnische Stadt Thorn. Etwa 50 Schweden sowie etwa 1.000 Sachsen und Polen sterben. Knapp 5.000 Polen und Sachsen geraten in schwedische Gefangenschaft. Damit befindet sich ganz Polen unter schwedischer Kontrolle.
26.5.1704
Dank erhöhter Steuerforderungen an seine Untertanen und aggressiver Rekrutenwerbung stellt der König von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733) ein neues 23.000 Soldaten starkes Heer auf, zieht nach Warschau, vertreibt die dortige schwache schwedische Besatzung (nur 675 Soldaten). Als sich Mitte September das schwedische Heer unter König Karl XII. (1682 – 1718) Warschau nähert, fliehen die Sachsen, werden aber von den Schweden verfolgt.
7.11.1704
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen die Schweden in der Schlacht bei Punitz (Polen) die sich zurückziehenden Sachsen und Polen. Dabei sterben etwa 100 Schweden sowie etwa 500 Sachsen und Polen. Dem sächsisch-polnischen Heer gelingt aber der Rückzug über die Oder.
Auf Veranlassung des schwedischen Königs Karl XII. (1682 – 1718) wird Stanisław Leszczyński (1677 – 1766) als Stanisław I. zum König von Polen gewählt.
31.7.1705
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen 2.000 Schweden in der Schlacht bei Rakowitz (Polen, in der Nähe von Warschau) ein Heer mit 3.500 Sachsen und 6.000 Polen. Dabei sterben etwa 150 Schweden und etwa 500 Sachsen und Polen. Damit misslingt dem König von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733) die Verhinderung der Einsetzung eines neuen polnischen Königs. Mit schwedischer Unterstützung wird Stanislaw I. (1677 – 1766) am 4.10. zum neuen polnischen König gekrönt.
25.12.1705
Aus Protest gegen die drastischen Steuererhebungen, die Quangseinquartierungen und die Quangsrekrutierungen von Bauernsöhnen für die Armee des österreichischen Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Joseph I. (1678 – 1711), der Soldaten und Geld für seine Feldzüge im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 – 1714) benötigt, erheben sich im Herbst 1705 die Bauern in Bayern unter der Losung „Lieber bayrisch sterben als kaiserlich verderben!“ In der Sendlinger Blutweihnacht (auch: Sendlinger Mordweihnacht, Sendlinger Bauernschlacht) schlägt die Reichsarmee den Aufstand der bayrischen Bauern blutig nieder. Dabei sterben mehrere Tausend Bauern.
26.1.1706
Der König von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733) rückt zum zweiten Mal mit einem Heer in Warschau ein.
13.2.1706
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen 10.000 schwedische Soldaten unter Führung von Feldmarschall Graf Carl Gustaf von Rehnskiöld (1651 – 1722) ein doppelt so starkes sächsisch-russisches Heer unter Führung von General Johann Matthias von der Schulenburg (1651 – 1747) bei Fraustadt (heute: Wschowa in Polen) vernichtend. Etwa 400 Schweden sowie etwa 7.800 Sachsen und Russen sterben. Mehrere Tausend Sachsen geraten in Gefangenschaft, nur etwa 3.000 sächsische Soldaten können nach Sachsen fliehen. Der König von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733) lässt am 27.4. ein Kriegsgericht über die Deserteure abhalten, das 30 Soldaten zum Spießrutenlaufen, drei zum Hängen am Galgen sowie zwei zum Enthaupten verurteilt.
25.8.1706
Die beiden Söhne des verstorbenen Polenkönigs Johann III. Sobieski (1629 – 1696) Jakob Louis Heinrich (1667 – 1737) und Konstantin Wladislaw lässt König August II. (1670 – 1733) gefangen nehmen und auf dem Königstein festhalten.
24.9.1706
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) zwingt der schwedische König Karl XII. (1682 – 1718) nach seinem Sieg in der Schlacht bei Fraustadt (13.2.) und dem Einmarsch der Schweden am 27.8. in Sachsen den König von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733) zum Frieden von Altranstädt (heute: Ortsteil von Makranstädt bei Leipzig). In Artikel 3 verzichtet (Noch-)König August II. auf die polnische Königskrone und übergibt Polen und Litauen an den neuen polnischen König Stanislaw I. (1677 – 1766). Am 19.1.1707 erkennt Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (1670 – 1733) diesen Diktatfrieden an. Sachsen bleibt durch die Schweden besetzt, muss das schwedische Heer unterhalten und 35 Millionen Reichstaler an Kontributionen zahlen.
29.10.1706
In der Schlacht bei Kalisz (Polen) besiegt ein sächsisch-russisches Heer (35.000 Soldaten) unter Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (1670 – 1733) ein Heer mit 4.500 Schweden und 10.000 Polen.
10.10.1707
Auf Anweisung des schwedischen Königs Karl XI. (1655 – 1697) wird der livländische Staatsmann Johann Reinhold von Patkul (1660 – 1707) grausam hingerichtet. Von Patkul vertrat die Interessen der Livländer gegenüber Schweden. Dadurch zog er sich den Hass des Schwedenkönigs zu, der ihn in Abwesenheit zum Tod verurteilen ließ. Von Patkul musste ins Exil fliehen, ging nach Polen an den Hof des Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen August II. (1670 – 1733) und hoffte, ein Bündnis gegen Schweden zu erreichen. Nach dem Altranstädter Frieden am 24. September 1706 wurde er von den Sachsen an Schweden ausgeliefert.


15.1.1708


Nach langen Jahren des Experimentierens und zahlreichen Fehlversuchen gelingt es Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719) und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651 – 1708) endlich, das begehrte Porzellan (weißes Gold) herzustellen.
8.7.1709
Im Rahmen des Großen Nordischen Krieges (1700 – 1721) besiegen russische Truppen unter Zar Peter I. (1672 – 1725) das schwedische Heer unter König Karl XII. von Schweden (1682 – 1718) in der Schlacht bei Poltawa (Ukraine). Dies bedeutet die Wende im Großen Nordischen Krieg (1700 – 1721). Schweden verliert an Einfluss, Russland steigt zur europäischen Großmacht auf. Kurfürst August I. von Sachsen (1670 – 1733) kündigt den „Diktatfrieden von Altranstädt“ vom 24. September 1706 mit den Schweden auf, tritt wieder in das Kriegsgeschehen ein, verbündet sich 1709 mit Dänemark und marschiert in das durch die Schweden besetzte Pommern ein.
8.3.1715
Der gefürchtete und lange gesuchte Räuber Tullian wird in Dresden vor 20.000 Schaulustigen hingerichtet.
24.12.1716
Die ehemalige Mätresse des sächsischen Kurfürsten August I. und Königs von Polen-Litauen August II. (1670 – 1733, "August der Starke") Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel (1680 – 1765) wird auf die Burg Stolpen überstellt und dort bis zu ihrem Tod am 31. März 1765 arrestiert.
Gräfin von Cosel hatte mit König August drei Kinder und das schriftliche Eheversprechen im Falle des Ablebens der Ehefrau Eberhardine (1671 – 1727). Nachdem sich König August II. einer anderen Mätresse zuwandte und die Gräfin von Cosel nach Schloss Pillnitz verbannte, reiste die Gräfin heimlich nach Berlin (Preußen), um das vom König geforderte Schriftstück zu holen. Die Reise nach Berlin galt aber als Flucht und hätte bei Bekanntwerden des Inhaltes des Schriftstückes sehr peinlich für König August II. werden können. Deshalb bot König August II. dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740, "Soldatenkönig") im Austausch gegen die Gräfin die Auslieferung mehrerer nach Sachsen geflohener preußischer Soldaten an, obwohl diesen in Preußen wegen Desertierens die Hinrichtung drohte.


2.9. – 12.10.1719


Mitten in einer großen Hungersnot in Sachsen wird die Hochzeit des 23-jährigen Kronprinzen Friedrich August (1696 – 1763) mit der drei Jahre jüngeren Kaisertochter und österreichischen Erzherzogin Maria Josepha (1699 – 1757) in Dresden prunkvoll gefeiert.
30.10.1724
Auf dem Rabenstein zu Dresden wird der Oberstleutnant Johann Koch von Gyldenstein enthauptet. Er hatte seine Ex-Geliebte ermordet.
20.11.1724
In der neuen Schulordnung werden für Kursachsen Sommerschulen vorgeschrieben.
7.12.1724
Im überwiegend protestantischen Thorn (heute: Torun in Polen) werden der Bürgermeister und neun weitere Bürger der Stadt enthauptet, weil sie sich nicht zum Katholizismus bekehren lassen wollten. Vorangegangen waren Streitigkeiten zwischen Jesuitenzöglingen und Schülern des protestantischen Gymnasiums während der Fronleichnamsprozession am 16. Juli, die letztlich in Tumulten und der Erstürmung und Verwüstung des Jesuitenklosters endeten. Daraufhin führte die polnische Regierung des 1697 vom Luthertum zum Katholizismus gewendeten Königs Friedrich August II. von Polen (1670 – 1733) ein ungesetzliches Verfahren gegen die Stadt Thorn (Thorner Blutgericht).
21.5.1726
In Dresden wird der protestantische Prediger der Kreuzkirche Hermann Joachim Hahn (1679 – 1726) durch einen Katholiken erstochen (Dresdner Priestermord). In den folgenden Tagen kommt es in Dresden wiederholt zu Übergriffen der protestantischen Bevölkerung auf Katholiken, die erst durch das Militär beendet werden können.
26.8.1726
In Dresden erfolgt die Grundsteinlegung der Frauenkirche. Der Bau der Dresdner Frauenkirche durch Ratszimmermeister George Bähr (1666 – 1738) dauert bis 1743.


31.5. – 28.6.1730


Unweit der Städte Riesa und Großenhain zwischen den Orten Zeithain, Glaubitz und Streumen findet das Zeithainer Lager statt, eine gigantische Truppenschau der 27.000 Soldaten starken sächsischen Armee.
1.9.1730
Der "Dresdner Anzeiger" erscheint erstmals. Dies ist die erste Dresdener Zeitung.


1.2.1733


Der König August II. von Polen und Kurfürst August I. von Sachsen (besser bekannt als: August der Starke, 1670 – 1733) stirbt in Warschau.
18.11.1738
Der Wiener Friede zwischen Österreich und Frankreich beendet den polnischen Thronfolgekrieg. Der Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen (1696 – 1763), Sohn von Friedrich August I. von Sachsen (1670 – 1733, "August der Starke"), wird König von Polen.


4.5.1743


Die ehemalige Mätresse König August des Starken (1670 – 1733), die Polin Katharina Lubomirska (1680 – 1743), stirbt.


15.12.1745


Die preußische Armee besiegt in der Schlacht bei Kesselsdorf die verbündeten Österreicher und Sachsen. Am 18.12. marschieren die Preußen in Dresden ein, deren Einwohner in den nächsten Wochen sehr unter den Zwangseinquartierungen und Kontributionen leiden werden.
1752
In Dresden sterben 2.048 Menschen an Fieber und Diarrhöen.

29.8.1756

Ohne vorherige Kriegserklärung fallen preußische Truppen kurz nach Mittag in drei Kolonnen in Sachsen ein. Dies ist der Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763, auch: Dritter Schlesischer Krieg). Sachsen wird wiederholt Schauplatz des Krieges und leidet unter Zerstörungen, Plünderungen, auferlegten Kriegslasten (Kontributionen) und Zwangsrekrutierungen von Bauern für die preußische Armee.
9.9.1756
Die preußische Armee marschiert kampflos in Dresden ein.
1.10.1756
Eine 28.000 Soldaten starke preußische Armee unter Führung von König Friedrich II. (1712 – 1786) besiegt in der Schlacht bei Lobositz (Böhmen) die mit 35.000 Soldaten zahlenmäßig stärkere kaiserliche österreichische Armee unter Feldmarschall Maximilian Ulysses Browne (1705 – 1757). Dabei sterben 2.906 preußische und 2.863 österreichische Soldaten.
Damit schwindet für die in der Nähe von Pirna eingeschlossene sächsische Armee jede Hoffnung auf Befreiung.
16.10.1756
Nach sechswöchiger Belagerung kapituliert die sächsische Armee (20.000 Soldaten) unter der Führung von Friedrich August Graf Rutowski (1702 – 1764) in der Nähe von Pirna. Entgegen den Kapitulationsvereinbarungen werden die Soldaten zum Fahneneid auf Preußen gezwungen und in die preußische Armee eingegliedert. In den folgenden Wochen desertieren viele sächsische Soldaten.


6.5.1757


Die preußische Armee besiegt in der Schlacht bei Prag die Österreicher. Dabei sterben etwa 12.500 preußische und 12.000 österreichische Soldaten.

5.12.1757

29.000 preußische Soldaten unter König Friedrich II. (1712 – 1786) besiegen in der Schlacht bei Leuthen (Niederschlesien) das 66.000 Soldaten starke österreichische Heer unter Führung des Prinzen Karl Alexander von Lothringen (1712 – 1780). Dabei sterben 6.400 Preußen und 10.000 Österreicher.

14.10.1758

In der Schlacht von Hochkirch in der Nähe von Bautzen besiegen überlegene österreichische Truppen (78.000 Soldaten) unter der Führung von Feldmarschall Leopold Joseph von Daun (1705 – 1766) 30.000 preußische Soldaten unter König Friedrich II. (1712 – 1786). Dabei sterben etwa 8.000 Österreicher und 9.000 Preußen.
10.11.1758
Weil die österreichische Armee auf Dresden vorrückt, befiehlt der preußische Stadtkommandant von Dresden das Abbrennen der Pirnaischen Vorstadt.
4.9.1759
Nach der Schlacht bei Kunersdorf (heute: Kunowice bei Lebus/Polen) am 12.8., in der verbündete russische und österreichische Truppen die Preußen unter Friedrich II. (1712 – 1786) schlagen, erscheinen am 26.8. die Russen und Österreicher vor Dresden und besetzen die Neustadt von Dresden. Am 4.9. kapitulieren die Preußen und übergeben die Stadt. Eine Hungersnot und Seuchen brechen in der Stadt aus und fordern zahlreiche Opfer.
20. und 21.11.1759
Im Gefecht bei Maxen schließen zahlenmäßig überlegene österreichische Truppen (32.000 Soldaten) unter der Führung von Feldmarschall Leopold Joseph von Daun (1705 – 1766) preußische Truppen (15.000 Soldaten) unter General Friedrich August von Finck (1718 – 1766) ein und schlagen sie. Noch während des Gefechts desertieren zahlreiche zum Dienst in der preußischen Armee gepresste Sachsen. Insgesamt sterben etwa 2.000 preußische und 304 österreichische Soldaten. von Finck geht mit knapp 12.000 Soldaten in Gefangenschaft, fällt bei Friedrich II. (1712 – 1786) in Ungnade und wird später von einem preußischen Kriegsgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Die meisten seiner Soldaten sterben in der Gefangenschaft an Darmkrankheiten.
3. und 4.12.1759
In einem Gefecht bei Meißen werden drei preußische Infanteriebataillone unter Generalmajor Christian Friedrich von Diericke (1709 – 1783) von überlegenen österreichischen Truppen unter General Philipp Levin von Beck geschlagen.
1760
In Dresden sterben 3.514 Menschen an bösartigem epidemischen Fieber.

13. – 30.7.1760

Während 13.000 Österreicher die Stadt besetzen, erfolgt durch die Preußen die erfolglose Belagerung von Dresden. Die preußische Artillerie feuert in die Stadt. Orientierungsziel ist dabei die Frauenkirche. Deren Kuppel wird zwar beschädigt, bleibt aber erhalten. Die Dresdner Innenstadt wird stark in Mitleidenschaft gezogen. 226 Häuser (ein Drittel aller Häuser) werden zerstört. Die Kreuzkirche liegt in Trümmern.
20.8.1760
Im Gefecht am Dürrenberg bei Strehla besiegen österreichische Truppen unter Herzog von Zweibrücken ein preußisches Korps unter Generalfeldmarschall Dietrich von Hülsen . Etwa 1.500 Österreicher und 3.000 Preußen sterben.
3.11.1760
In der Schlacht von Torgau besiegen Truppen Friedrich II. von Preußen (1712 – 1786) die Österreicher unter Feldmarschall Leopold Joseph von Daun (1705 – 1766). Es sterben etwa 3.500 preußische und 1.500 österreichische Soldaten.


30.11.1760


Die Neuberin stirbt völlig verarmt in Laubegast.

29.9.1762

Im Rahmen des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) besiegen in der Schlacht bei Spechtshausen (heute: Ortsteil der Stadt Tharandt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) die preußischen Truppen die Österreicher. Die preußischen Einheiten verlieren neun Offiziere und 304 Mann. Die österreichischen Verluste sind höher, allein über 300 Mann desertieren.
15.2.1763
Österreich, Sachsen und Preußen schließen im Schloss Hubertusburg (östlich von Leipzig) den Frieden von Hubertusburg. Damit endet der Siebenjährige Krieg (1756 – 1763).
2.8.1763
Der Verräter Menzel kommt auf den Königstein. Als ehemaliger Geheimsekretär im Königlich-Sächsischen Kabinett verriet Friedrich Wilhelm Menzel (1724 – 1796) geheimste Dokumente über die gegen Preußen gerichteten Geheimverhandlungen des Kurfürstentums Sachsen mit Österreich und Russland an die Preußen, die den preußischen König Friedrich II. (1712 – 1786) ermutigten, das Kurfürstentum Sachsen zu besetzen und damit den Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) auszulösen. Nach seiner Enttarnung wurde er 1757 zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt, die er zunächst in Brünn absaß. Nach dem Hubertusburger Frieden am 15. Februar 1763 kam er auf den Königstein, wo er bis zu seinem Tod einsaß.


5.10.1763


Der König August III. von Polen und Kurfürst August II. von Sachsen, 1696 – 1763) stirbt in Dresden.


17.12.1763


Der Kurfürst von Sachsen Friedrich Christian (1722 – 1763) stirbt nach nur 74 Tagen Regierungszeit im Alter von 41 Jahren in Dresden an Pocken.
1770
Abschaffung der Folter in Sachsen
1771
Überschwemmungen und die nasskalte Witterung sorgen in Sachsen für eine Hungersnot, der 151.322 Menschen zum Opfer fallen, allein in Dresden sterben 1.821 Menschen.
1772
In Dresden grassiert ein epidemisches Fieber, das 3.052 Menschenleben fordert.
1782
Ganz Europa wird von einer Influenza heimgesucht. Allein in Dresden sterben daran 1.704 Menschen.
1788
In Dresden herrscht ein nervöses Faulfieber, an dem 2.009 Menschen sterben.
1790
Ausgehend von der Lommatzscher Pflege kommt es Ende Juli in zahlreichen Dörfern zum Bauernaufstand in Kursachsen wegen der Missstände in der Landwirtschaft und der unerträglichen Frondienste. Bis Ende Oktober werden alle Aufstände blutig niedergeschlagen.
14.12.1790
In Berlin wird der weltweit erste Spielplatz für Kinder eingerichtet.
6.8.1791
In Berlin wird das Brandenburger Tor eröffnet.
25. – 27.8.1791
In Schloss Pillnitz verhandeln der Erzherzog von Österreich und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Leopold II. (1747 – 1792) und der König Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1744 – 1797) über die „polnische Frage“. Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen (1750 – 1827) war zwar Gastgeber, aber nicht Verhandlungsteilnehmer. In der Pillnitzer Deklaration bekennen sich Österreich und Preußen zum französischen König Ludwig XVI. (1754 – 1793), der von der Französischen Revolution mehr und mehr entmachtet und schließlich durch die Guillotine hingerichtet wurde.


Juli 1794


In Dresden streiken die tausende Handwerksgesellen gegen ihre Rechtlosigkeit und ihre schlechte soziale Lage. Der Aufstand der Dresdner Schneidergesellen wird schließlich brutal niedergeschlagen.
22.5.1796
Der ehemalige Geheimsekretär im sächsischen königlichen Kabinett Friedrich Wilhelm Menzel (1724 – 1796), der an die Preußen kriegsentscheidende Dokumente der Geheimdiplomatie zwischen Sachsen, Österreich und Russland verraten hatte, stirbt in der Festung Königstein.