Friedrich Wilhelm Menzel stirbt in Haft

Königstein am 22. Mai 1796


Der Königstein und seine Gefangenen, Seite 134 Der Königstein und seine Gefangenen, Seite 135
Quelle: Gunter Pirntke: Der Königstein und seine Gefangenen, 2014, Seiten 134 und 135

Friedrich Wilhelm Menzel (1724 - 1796) kam als Geheimsekretär im sächsischen königlichen Kabinett an alle gegen Preußen gerichteten Korrespondenzen zwischen dem Kurfürstentum Sachsen, Österreich und Russland heran. Seit 1753 fertigte er Kopien dieser Briefe an und verkaufte sie an Preußen. 1757 wurde seine Spionagetätigkeit entdeckt, er wurde verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt. Seit 1763 schmachtete er in der Festung Königstein.




Ab 1740 war Friedrich II. (1712 - 1786, auch: "Friedrich der Große" oder "der Alte Fritz") König in Preußen, ab 1772 König von Preußen. Er führte drei Schlesische Kriege gegen Österreich - dabei ging es um den Besitz Schlesiens. Den dritten Schlesischen Krieg (1756 - 1763, auch: "Siebenjähriger Krieg") begann er am 29. August 1756 mit dem Einmarsch preußischer Truppen in Sachsen.
Einer der wichtigsten Spione im Dienste der Preußen war Friedrich Wilhelm Menzel (1724 - 1796) als Geheimsekretär im sächsischen königlichen Kabinett.


Der Königstein und seine Gefangenen, Seite 134
Quelle: Gunter Pirntke: Der Königstein und seine Gefangenen, 2014, Seite 134

Nach der Enttarnung und Verurteilung von Friedrich Wilhelm Menzel hatte Friedrich II. wenig Mitleid mit ihm und bestätigte damit den Spruch "Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter!", der auf den römischen Feldherrn und Staatsmann Gaius Julius Caesar (100 - 44 v. u. Z., lat. "Proditionem amo, sed proditores non laudo" = dt. "Den Verrat liebe ich, aber die Verräter lobe ich nicht") zurückgeht.