Bauernaufstand in Kursachsen

Lommatzsch, im August 1790

aus ´Dresdner Hefte - Beiträge zur Kulturgeschichte 19´, Seite 4 aus ´Dresdner Hefte - Beiträge zur Kulturgeschichte 19´, Seite 5
Quelle:
Volker Ruhland: Die Französische Revolution von 1789 und ihre Auswirkungen auf Sachsen - ein politikgeschichtlicher Überblick,
In: Dresdner Hefte - Beiträge zur Kulturgeschichte 19, Seiten 4 und 5
aus ´Schauplätze der Geschichte - Reise in die Geschichte - Sachsen´, Seite 73
Quelle:
Schauplätze der Geschichte - Reise in die Geschichte - Sachsen.
Kartographischer Verlag Busche GmbH, Dortmund, 1. Auflage 1992
Seite 73

aus: ´Das goldne Buch vom Vaterlande´, Löbau: Walde, 1859, Seite 261
1790 lieferten die ausgebrochenen Bauern-Unruhen dem Königstein einen
bedeutenden Bevölkerungs-Zuwachs. An Zahl 33 Bauern, von denen 16 geschlossen,
6 als Baugefangene eingeschmiedet und 12 ungefesselt blieben, mußten diese durch
das Beispiel der ein Jahr früher ausgebrochenen französischen Revolution Bethörten
auf der Festung arbeiten. Der Mann erhielt täglich drei Pfund Brot und Salz,
die Proviantverwaltung lieferte ihnen Hemden und Schuhe. Die Dauer ihrer Haft
war verschieden, je nachdem sie als gravirt befunden worden war. Der am längsten
in Haft (7 Monate) Gehaltene war der Häusler Georg Brandner aus Rößchen
bei Nossen, derselbe, welcher, als seine Gefährten vor den gegen sie mit flachen
Klingen einhauenden Dragonern ohngeachtet seines Zuspruchs, festzustehen, wie Spreu
auseinander stiebten, bei seiner Gefangennahme zornig geäußert hatte: Na, mir
soll´s doch in meinem Leben nie mehr einfallen, mit den Lumpenkerls was anzufangen.
Einmal mitgethan aber nie wieder." Dieser von der Feigheit seiner Genossen
empörte Häusler war Haupträdelsführer der Bauernrevolte gewesen. Er ging in
Eisen. Zwei hatten 5 Monate Haft, geschlossen, einer, jedoch ungefesselt, 4 1/2 Monate,
fünf hatten 4, fünf nur 3, einer 2 2/3, einer 2 1/6, drei 5 1/4, einer 2 1/3, eilfe 2,
einer 1 5/6 und einer nur einen Monat auf der Festung zuzubringen. Die Meisten
waren aus den Gegenden um Nossen, Lommatsch, Meißen, Großenhain; nur Einige
aus der Chemnitzer und Elsterwerdaer Gegend.
aus: "Das goldne Buch vom Vaterlande", Löbau: Walde, 1859, Seite 261