Der Siebenjährige Krieg beginnt

am 29. August 1756

Artikel in der ´Sächsische Zeitung´ vom 29. August 2016
aus: "Sächsische Zeitung" vom 29. August 2016
aus ´Kunstgeschichte in einem kurzen Abriß´ (1881), Seite 29
aus: "Kunstgeschichte in einem kurzen Abriß" (1881), Seite 29

aus: ´Das goldne Buch vom Vaterlande´, Löbau: Walde, 1859, Seite 257
Das Jahr 1756 war, wie der Leser aus der Geschichte weiß, ein wahrhaftes
Unglücksjahr, ein Jahr der bittersten Demüthigung und Beginn großen Elendes für
Sachsen. Der König Friedrich August III. (des Starken Sohn), zwei seiner Prinzen
und Brühl, sein Minister, waren am 1. September genannten jahres, da die Preußen
bereits die Grenzen Sachsens überschritten und Friedrich der Große mittels eines
Schreibens dem Könige den Einmarsch seiner Truppen angezeigt hatte, in das bei
Pirna abgesteckte Lager gegangen. Auf dem Papiere standen allerdings 30.000 Mann
Sachsen. In Wahrheit waren es aber nur 17.000, der Gehalt der fehlenden Truppen
war so unter der Hand vergeudet, der König von Brühl darum betrogen worden.
Die Preußen erschienen schon am 8. September vor Dresden und jede Aufforderung
an König August, der sich gegen Oesterreich zu erklären, war vergebens. Er rechnete fest,
auf die Oesterreicher, die von den Preußen gewonnene Schlacht bei Lobositz machte
deren Hilfe unmöglich und trotzdem blieb August fest bei seinem Grundsatze, nicht
von dem Bündnisse mit Oesterreich abzugehen. Bald kam der traurigste Tag für
Sachsen. Die Truppen hatten kein Brod mehr, Menschen und Thiere starben vom
Hunger entkräftet, alle Elemente geriethen in Aufruhr, eisiger regen verwandelte
den Boden in ein Schlammmeer. Der König mit seiner Begleitung flüchtete am
aus: ´Das goldne Buch vom Vaterlande´, Löbau: Walde, 1859, Seite 258
13,. October (1756) auf den neutral erklärten Königstein, die sächsische Armee
machte den Uebergang bei Königstein auf´s jenseitige Ufer unter den größten
Anstrengungen, um den erwarteten Oesterreichern näher zu kommen, aber die Preußen
hatten dieser das Prävenire schon oberhalb Schandau´s gespielt und im Angesicht
der Festung Königstein mußte die von Hunger und Elend hart heimgesuchte sächsische
Armee am 16. October auf der Ebenheit am Fuße des Liliensteins das Gewehr
strecken. Der König konnte diese traurige Scene von der Festung aus bequem über-
sehen. Er hatte sein Heer und somit sein Land verloren. Am 20. October, also
nach 7tägigem Aufenthalt verließ er mit Genhmigung Friedrichs des Großen den
Königstein, um sich nach Warschau zu begeben. Der Königstein blieb sächsisch,
während die Preußen das ganze Land inne hatten. Sie machten keine Miene
nach dessen Besitz.
aus: "Das goldne Buch vom Vaterlande", Löbau: Walde, 1859, Seiten 257 - 258