Waffenstillstand zwischen Schweden und Sachsen

Kötzschenbroda am 6. September 1645


Archiv für die sächsische Geschichte, sechster Band, Seite 383
aus: Archiv für die sächsische Geschichte, sechster Band, Seite 383

Kurfürst Johann Georg I., der bekanntlich seit dem Prager
Frieden (1635) mit Verlängerung der confessionellen Rücksichten
sich zu Oesterreich hinneigte, war nach der Kriegserklärung an
die Schweden, seine ehemaligen Verbündeten, in Folge viel-
facher Schicksalsschläge und der wiederholten, dringenden Dar-
stellungen seiner Gemahlin Magdalene Sibylle und seiner
Söhne, namentlich des zweiten, des Prinzen August, des Ad-
ministrators von Magdeburg, allmählich gebeugt und zu einer
Aenderung seiner Politik umgestimmt worden und es ist be-
kannt und gewiß nicht zufällig, daß nach dem Falle von
Meißen, das als ein wichtiger Elbpaß betrachtet wurde, der
Kurfürst sich zur Einleitung zunächst eines Waffenstillstandes
mit den Schweden entschloß, welcher denn bereits am 27. Aug.
(a. St.), also wenige Wochen nach der Eroberung, zu Kötzschen-
broda geschlossen ward, worauf noch in demselben Jahre, ob-
wohl wegen Mangel an einheitlichem Verfahren die Kriegsfurie
sich nicht sofort dämpfen ließ, doch schon die ersten Friedens-
propositionen zu Münster und Osnabrück eingeleitet wurden.