14 Demonstranten erschossen

Dresden, am 10. Januar 1919


aus: ´Geschichte der Stadt Dresden´ von Uwe Schieferdecker, 2003, Seite 113
aus: "Geschichte der Stadt Dresden" von Uwe Schieferdecker, 2003, Seite 113

Otto Rühle (1874 – 1943) saß seit 1912 für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) im Deutschen Reichstag und hatte bereits am 20. März 1915 gegen die Bewilligung weiterer Kriegskredite gestimmt. 1918 beteiligte er sich an der Gründung des Spartakusbundes und an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Da er sich immer mehr dem Anarchismus zuwandte, wurde er aus der KPD ausgeschlossen. 1932 emigrierte er nach Mexiko.


aus: ´Vorwärts´ (Zentralorgan der SPD) vom 12. Januar 1919, Seite 3

Rühle in Dresden verhaftet!

Am Freitag versuchten die Spartakusleute in Dresden nach einer
Versammlung, in der Rühle sprach, einen abermaligen Ueberfall
auf die "Dresdner Volkszeitung". Die Menge versuchte
mit Gewalt, in das abgeschlossene Gebäude einzudringen, so daß die
militärische Wache, die in den Hof zurückgezogen war, sich nunmehr
genötigt sah, Maschinen- und Handgranatenfeuer zu eröffnen. 20 bis
30 Tote sind bisher nach den vorliegenden Ermittlungen festgestellt.
Die Menge stob auseinander. Die Spartakisten hatten ein Flugblatt
losgelassen, worin sie dazu aufforderten, die Nationalwahl unter allen
Umständen zu verhindern. Rühle wurde darauf befragt und gab
zu, daß darunter auch Anwendung von Gewalt zu verstehen ist. Da-
raufhin wurde er verhaftet, außerdem noch einige andere Spartakisten-
häuptlinge.

aus: "Vorwärts" (Zentralorgan der SPD) vom 12. Januar 1919, Seite 3