Adolf Hitler spricht zur deutschen Jugend

Nürnberg, am 14. September 1935

aus: ´Freiburger Zeitung´ vom 16. September 1935, Seite 4 - Teil 1
aus: "Freiburger Zeitung" vom 16. September 1935, Seite 4

Die Jugend umjubelt den Führer

Nürnberg, 14. Sept. (DRB.)

Noch nach Stunden tönen uns die Ohren,
wenn wir dem Führer durch das kilometerlange
dichte Spalier der Menschen durch die Nürnberger
Straßen fahren. Diese Spalierfahrten durch ju-
belnde Menschenmengen sind uns nichts Neues und
doch sind sie jedesmal ein Erlebnis, weil sie mit
jeder Stunde eine neue Bestätigung sind für diese so
unerhörte und beispiellose Einheit von Führer und
Volk. Wo in anderen Ländern würden Menschen
Tag für Tag zehn und Zwölf Stunden stehen, um
einen Augenblick lang einen Mann zu sehen und
ihm ihr Herz darzubringen.
Diese fahrt am Samstag früh hinaus zum
Stadion, wo die Hitler-Jugend traditionell ihren
großen Appell abhält, war wieder wie das Fahren
auf einem Meere. Woge um Woge trug uns wei-
ter, lebendige Wogen aus gläubigen Menschen.
Am Eingang zum Stadion begrüßte der Reichs-
jugendführer Baldur v. Schirach den Führer und
geleitete ihn zu der Tribüne. Dann meldete er:
"50.000 Mann HJ. und Jungvolk im Nürnberger
Stadion angetreten."
Wir kennen dieses Bild aus früheren Jahren,
aber uns ist, als ob es von Jahr zu Jahr schöner,
geschlossener und disziplinierter werde.
Wir erinnern uns noch jener Stunde im Jahre
1933, als die Begeisterung der Jugend alle
Schranken hinwegschwemmte und der Führer eine
Viertelstunde lang und länger nicht zu Worte kom-
men konnte. Heute steht diese Jugend stramm
ausgerichtet in mustergültiger Ruhe da und erst
das Kommando "rührt euch" gibt die Bahn frei
für ihre Gefühle und ihre Begeisterung.
Um den Führer herum stehen gruppiert der
Stellvertreter des Führers, der Reichskriegsmini-
ster, Dr. Ley, Stabschef Lutze, Reichsführer der
SS. Himmler, Reichsleiter Bormann, dahinter die
Gauleiter und höheren SA.- und SS.-Führer. Die
Gebiets- und Obergebietsführer der HJ. sind mit
Stabsführer Lauterbacher an der Spitze angetre-
ten. Das geschlossene braune Rund des Stadions
wird vor uns links und rechts unterbrochen von
zwei breiten bahnen, auf denen die Jungvolk-
trommler mit ihren großen Landsknechttrommeln
sitzen, sie leuchten blau, rot, grün, gelb, ein wunder-
bares Bild.
Die Stimme eines Sprechers hallt über das
Feld: "Das große chorische Spiel der Hitler-
Jugend ´Bekenntnis der Jugend´ von Wolfgang
Brockmeier hat seinen Anfang genommen, das aus
Spiel und Art der Jugend geboren wurde." Spre-
cher wechseln mit Sprechchor, chorischen Liedern
und Fanfaren: Hier wächst genau so wie beim Ar-
beitsdienst neues kultisches Gut, entwickelt sich der
neue Stil deutscher Feierstunde.
Das Lied "Heilig´ Vaterland" mit seiner wuch-
tigen choralartigen Weise schließt die Stunde. Zu
Beginn des Dorfspieles sind Fahnen herausgetragen
worden zum Rund.
Reichsjugendführer Baldur v. Schirach tritt nun
vor und spricht.

Mein Führer!
Als ich Ihnen, mein Führer, vorhin meldete:
"50.000 Jungvolk und Hitlerjugend im Stadion zu
Nürnberg angetreten", da hätte ich ebensogut sa-
gen können: Hier steht vor Ihnen die ganze junge
Generation unseres Volkes. Denn sie, die hier
in diesem Stadion versammelt sind, sind nur ein
kleiner Bruchteil, eine Abordnung der ganzen Ju-
gend Ihres Reiches, mein Führer.
Der Weg von der kleinen engsten Jugendgemein-
schaft von einst bis zur Staatsjugend von heute
ist ein weiter Weg gewesen, und es sind viele
Opfer an Mühe und an Arbeit gebracht worden,
von allen, die hier in diesem Stadion stehen bis
zu diesem Tage. Aber es ist nicht die Gewalt der
Zahl, die uns beschäftigt und ergreift. Das kost-
barste, das diese Jugend in ihrem Kampfe sich
errungen hat, das ist diese Kameradschaft ohne
Wenn und Aber, das ist diese - ich möchte sagen
- neue Gesellschaftsordnung, die kein arm und
reich mehr kennt, die uns alle zu einer gläubigen
Gemeinschaft von Kameraden gemacht hat.
Wenn wir hier auf diese fröhliche Jugend
blicken, so sehe ich aber unter ihnen 21 bleiche Ge-
sichter der toten Kameraden die gestorben sind und
sich geopfert haben, damit wir in solcher Kamerad-
schaft leben können. Diese Kameraden mein Füh-
rer, sie sind im Glauben an Sie gestorben. Die
ganze Jugend Deutschlands lebt in diesem glei-
chen Bekenntnis. Wir haben an dem heroischen
Beispiel dieser unserer Besten gelernt und erfah-
ren, daß die Treue zu Ihnen das Tor ist zu un-
serer Unsterblichkeit.
Mein Führer! Dort oben stehen die Fahnen, die
von einem großen Teil dieser Jugend in einem
Marsch, der teilweise über vier Wochen gedauert
hat, durch Deutschland getragen worden. Dieser
Marsch wurde von uns der Adolf-Hitler-Marsch
der deutschen Jugend genannt. Denn er ist der
Ausdruck des Wollens und Sehnens des ganzen
jungen Deutschlands. Wir alle, Millionen und
Millionen, wir tragen in unseren Händen Ihre
Fahnen. Wir tragen sie durch das ganze Deutsche
Reich zu Ihnen und mit diesen Fahnen unsere Her-
zen und mit unseren Herzen unsere Treue zu Ih-
nen, unsere Liebe zu Ihnen und unseren Gehorsam
zu Ihnen. Adolf Hitler unser Führer. Sieg-Heil,
Sieg-Heil, Sieg-Heil!

Als der Führer vortritt, scheint es zunächst, als
ob der Jubel kein Ende nehmen wollte. Aber eine
Handbewegung schneidet ihn ab und schafft Ruhe.
Das ist das Wunder der Disziplin. Nun sprach der
Führer.
aus: ´Freiburger Zeitung´ vom 16. September 1935, Seite 4 - Teil 2
aus: "Freiburger Zeitung" vom 16. September 1935, Seite 4

Der Führer an die Jugend

Einer befiehlt - alle gehorchen

Deutsche Jugend! Zum dritten Male seid
ihr zu diesem Appell angetreten, über 54.000
Vertreter einer Gemeinschaft, die von Jahr
zu Jahr größer wurde. Das Gewicht derer, die
ihr in jedem Jahre hier verkörpert, ist immer
schwerer geworden. Nicht nur zahlenmäßig,
nein, wir sehen es: wertmäßig. Wenn ich mich
an den ersten Appell zurückerinnere und an
den zweiten und diesen heutigen damit ver-
gleiche, dann sehe ich dieselbe Entwicklung, die
wir im ganzen anderen deutschen Volksleben
heute feststellen können: Unser Volk wird zu-
sehends disziplinierter, straffer und strammer,
und die Jugend beginnt damit. (Beifall) Das
Ideal des Mannes auch in unserem Volk ist
nicht immer gleich gesehen worden.
Es gab Zeiten, sie liegen scheinbar weit zurück und
sind uns fast unverständlich, da galt als
Ideal des jungen deutschen Menschen
der sogenannte bier- und trinkfeste Bursche.
Heute, da sehen wir mit Freude nicht
mehr den bier- und trinkfesten, sondern
den wetterfesten jungen Mann, den har-
ten jungen Mann. Denn nicht nur darauf
kommt es an, wieviel Glas Bier er zu
trinken vermag, sondern darauf, wieviel
Schläge er aushalten, nicht darauf, wie
viele Nächte er durchzubummeln vermag,
sondern wie viele Kilometer er marschieren
kann.

Wir sehen heute nicht mehr im damaligen
Biertrinker das Ideal des deutschen Volkes,
sondern in Männern und Mädchen, die kern-
gesund sind, die straff sind. Was wir von un-
serer deutschen Jugend wünschen, ist etwas an-
deres, als es die Vergangenheit gewünscht hat.
In unseren Augen da muss der deutsche Junge
der Zukunft schlank und rank sein, flink wie
Windhunde, zäh wie Leder und hart wie
Kruppstahl.
(Stürmischer Beifall.) Wir müs-
sen einen neuen Menschen erziehen, auf daß
unser Volk nicht an den Degenerationserschei-
nungen der Zeit zugrunde geht. Wir reden
nicht, sondern wir handeln. Wir haben es
unternommen, dieses Volk durch eine neue
Schule zu erziehen, ihm eine Erziehung zu
geben, die schon mit der Jugend anfängt und
nimmer enden soll. Von einer Schule wird in
Zukunft der junge Mann in die andere ge-
hoben werden. Beim Kind beginnt es und
beim alten Kämpfer der Bewegung wird es
enden.
Keiner soll sagen, daß es für ihn eine Zeit
gibt, in der er sich ausschließlich selbst
überlassen sein kann.
Jeder ist verpflichtet, seinem Volke zu
dienen, jeder ist verpflichtet, sich für diesen
Dienst zu rüsten, körperlich zu stählen und
geistig vorzubereiten und zu festigen.
Und je früher diese Vorbereitungen anfan-
gen, um so besser.
Wir werden nicht in der Zukunft 10 oder 15
Jahre in der Erziehung versäumen, um später gut-
machen zu müssen, was vorher leider schlecht ge-
worden ist. Unsere Absicht und unser unerschütter-
licher Wille ist es, daß wir schon in die Herzen der
Jugend den Geist hineinbringen, den wir im großen
Deutschland als den allein möglichen und für die
Zukunft erhaltenden sehen möchten. Und ihr seid
ein Ausschnitt dieser Entwicklung, viel straffer und
viel strammer als vor drei Jahren. Und ich weiß,
es wird in den nächsten Jahren immer und immer
besser werden. Es kommt eine Zeit, da wird das
deutsche Volk mit einer hellen Freude auf seine
Jugend sehen, da werden wir alle ganz ruhig, ganz
zuversichtlich in unsere alten Tage hineingehen in
der tiefinnersten glücklichen Ueberzeugung, in dem
glücklichen Wissen: unser Lebenskampf ist nicht um-
sonst. Hinter uns, da marschiert es schon nach.
Und das ist Geist von unserem Geiste, das ist
unsere Entschlossenheit, unsere Härte, das ist die
Repräsentation des Lebens unserer Rasse. (stür-
mischer Beifall)
Wir werden uns so stählen, daß jeder Sturm
uns stark findet. Wir werden aber auch nie ver-
gessen, daß die Gesamtsumme aller Tugenden und
aller Kräfte nur dann wirksam werden kann, wenn
sie einem Willen und einem Befehl untertan ist.
Wir stehen jetzt hier, nicht durch Zufall gefügt,
nicht weil jeder einzelne tat, was er wollte, sondern
weil euch der Befehl eures Reichsjugendführers
hierhergerufen hat und weil dieser Befehl sich um-
setzte in tausend einzelne Befehle. Und indem jeder
dieser Befehle seinen Gehorsam fand, ist in Deutsch-
land aus Millionen einzelnen deutschen Jungen eine
Organisation geworden und aus zehntausenden
in Deutschland lebenden Kameraden diese heutige
Kundgebung, dieser heutige Appell.
Wir sind eine Gefolgschaft, aber wie das Wort
schon sagt, Gefolgschaft heißt folgen, heißt Gefolg-
schaft leisten. Unser ganzes Volk müssen wir er-
ziehen, daß immer, wenn irgendwo einer bestimmt
ist zu befehlen, die anderen ihre Bestimmung er-
kennen, ihm zu gehorchen, weil schon in der nächsten
Stunde vielleicht sie selbst befehlen müssen und es
genau so nur dann können, wenn andere wieder
Gehorsam üben.
Deutschland ist kein Hühnerstall, in dem alles
durcheinanderläuft und jeder gackert und kräht,
sondern wir sind ein Volk, das von klein auf
lernt, diszipliniert zu sein.
(stürmischer lang-
anhaltender Beifall)
Wenn die anderen uns nicht verstehen, dann
kann uns das gleich sein. (begeisterte Zustimmung)
Es ist noch nie das schlechteste auf der Welt gewesen,
was die meisten nicht verstanden haben, im Gegen-
teil.
aus: ´Freiburger Zeitung´ vom 16. September 1935, Seite 4 - Teil 3
aus: "Freiburger Zeitung" vom 16. September 1935, Seite 4
Glaubt mir, es wird einmal eine Zeit kommen,
da wird die deutsche Jugend ein wunderbar ge-
sundes und strahlendes Antlitz besitzen, gesund,
offen, aufrichtig, kühn und friedliebend. Wir sind
keine Raufbolde. Wenn uns die übrige Welt in
unserer Disziplin verkennt, können wir nicht helfen.
Aus dieser Disziplin werden für die Welt
weniger Händel entstehen als aus dem parla-
mentarisch-demokratischen Durcheinander der
heutigen Zeit!
(Stürmischer Beifall und Heil-
rufe.) Wir gehen unseren Weg und wollen kei-
nes anderen Weg durchkreuzen. Mögen auch
die anderen uns auf unserem Weg in Ruhe
lassen.
(brausender Beifall)
Das ist der einzige Vorbehalt, den wir für unsere
Friedensliebe aufstellen müssen: keinem etwas zu-
leide tun und von keinem ein Leid erdulden!
(Tosende Beifallsbekundungen.)
Wenn wir so dem deutschen Volke den Lebensweg
zeichnen und festlegen, dann wird, glaube ich, auch
in anderen Völkern das Verständnis für eine so
anständige Gesinnung allmählich kommen und
wachsen und man wird uns vielleicht da und dort
aus diesem inneren Verständnis heraus brüderlich
die Hand reichen. Nie aber wollen wir vergessen,
daß Freundschaft nur der Starke verdient und der
Starke gewährt. Und so wollen wir uns denn stark
machen, das ist unsere Losung. (Lang jubelnde Be-
geisterung.) Und daß dieser Wunsch in Erfüllung
geht, dafür seid ihr mir verantwortlich. Ihr seid
die Zukunft der Nation, die Zukunft des Deutschen Reiches! (Mit grenzenloser Begeisterung bereiten
die Jungen und Mädel dem Führer nicht enden
wollende Ovationen.)